Die härteste Ohrfeige

bekommt man wohl, wenn der Partner zu einem sagt: „Ich liebe Dich wie am ersten Tag.“

Nun setzen bestimmt viele Leser meines Blogs verwunderte Gesichter auf. Aber lasst es mich Euch erklären.

Denken wir mal alle an den Tag zurück, wo wir unseren Partner kennenlernten oder als wir mit ihm/ihr zusammen kamen. Wir mochten ihn oder sie – ohne Frage. Hatten ihn oder sie unheimlich gern. Waren vielleicht sogar unheimlich verliebt. Aber Liebe? Ich bezweifel, dass das auch nur einer wirklich empfunden hat.

Was ist denn eigentlich Liebe?

Für mich ist Liebe, wenn ich Hunger auf eine Pizza habe und mein Partner den Kopf in die Stube steckt und sagt: Wollen wir ne Pizza bestellen? Was ist daran Liebe? Einander kennen. Ich sage nicht, dass man sich 100% kennen muss oder kann (auch Geheimnisse haben ihren Reiz), aber wer sich liebt, der versucht zu erspüren, wie es dem Partner geht und was er/sie braucht. Liebe ist es auch, wenn man einander den Arscht abwischen würde. Oder wenn man sich vorstellen kann, die selbe Zahnbürste benutzen zu können. (Nein man soll es nicht tun, aber wenn man bereit dazu wäre, ist das ein klares Zeichen.)

Liebe ist auch, dass man die Macken des Anderen sogar mag. Sicherlich darf man mal genervt sein, aber im Endeffekt sollte man drüber schmunzeln können.

Liebe ist zusammen durch Freud und Leid gehen. Zusammenzuhalten. Zusammen etwas aufbauen. Beste Freunde sein. Leidenschaft. Tiefes Vertrauen zu einander haben. Sorry, das kann man unmöglich alles am ersten Tag empfunden haben – wie auch…

Für mich baut sich Liebe auf. über lange lange Zeit und sie wächst immer weiter bis eine Holzkiste irgendwann die letzte Heimat ist – aber selbst dann wächst die Liebe meist dennoch beim übrig gebliebenen Partner weiter über einen langen Zeitraum.

Ich würde meinem Partner niemals sagen, dass ich ihn liebe wie am ersten Tag. Für mich wäre das eine Beleidigung – eine Herabsetzung der gesamten Beziehung. Mein Partner hätte nur die folgenden Worte verdient:

„Ich liebe Dich jeden Tag ein wenig mehr.“

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