CSS – Private Krankenzusatzversicherung ohne Altersrückstellung
Dies ist ein durch hallimash vermittelter, honorierter Eintrag.
Heute möchte ich Euch einmal die CSS Versicherung aus der Schweiz vorstellen. Die CSS bietet als erster Krankenversicherer in Deutschland Krankenzusatzversicherungstarife ohne Altersrückstellungen an.
Aber beginnen wir von vorn.
Was sind Altersrückstellungen überhaupt? Wikipedia bringt es da ziemlich auf den Punkt.
Das Konzept der individuellen Altersrückstellungen stellt den Versuch dar, im Markt für Versicherungen mit lebenslanger Laufzeit und Kapitaldeckung, also etwa in der privaten Krankenversicherung oder der privaten Pflegeversicherung in Deutschland Wettbewerb auch um Bestandskunden zu ermöglichen.
Bringen soll das Ganze, dass der Versicherungsnehmer, möglichst stabile Beiträge für seine Krankenversicherung bezahlt. Teils sind Anstiege der Krankheitskosten eingerechnet, jedoch nicht in dem Umfang wie leider von nöten. Daher ist auch bei einem Krankenversicherungstarif, welcher Altersrückstellungen hat, mit einem Anstieg des Beitrags über die Jahre zu rechnen.
Um den Sinn von Altersrückstellungen noch einmal deutlicher zu erläutern, war ich so frei und habe 2 Grafiken erstellt.

Die rote Linie zeigt den errechenbaren tatsächlichen Versicherungsbeitrag, welcher aufgrund von Alter und Krankheitsdurchschnitt benötigt wird für jedes Versicherungsmitglied. Die blaue Linie zeigt den Beitrag der jedoch tatsächlich je Alter vom Versicherungsmitglied genommen wird. Wie man erkennt zahlt jemand im Alter von 30 Jahren weit mehr als er normalerweise seinem Alter entsprechend bezahlen müsste. Andersrum zahlt er mit 60 Jahren weit weniger als er aufgrund seiner Kostenverursachung eigentlich bezahlen müsste.

Und wozu das Ganze? Die links in der Zeit zuviel gezahlten Beiträge nennen sich Altersrückstellungen und werden für die späteren Jahre angelegt, verzinst und zur Beitragsstabilität eingesetzt. Wie bereits erwähnt, ist das System nicht perfekt, denn Krankheitskosten sind schon mehrfach explosionsartig nach oben geschnellt, aber vom Grundprinzip ist es logisch aufgebaut und durchdacht.
Wenn man nun seinen Krankenversicherungstarif innerhalb eines Unternehmens wechselt, bleiben einem die Altersrückstellungen erhalten und für den neuen Tarif mit eingerechnet. Wechselt man jedoch das Unternehmen, dann verliert man die kompletten Altersrückstellungen und fängt sozusagen von vorn an. Daher ist es selten empfehlenswert seine private Krankenversicherung von einem Unternehmen weg zu holen und umso wichtiger im Vorfeld sich umfassend zu informieren. Die Wahl der Krankenversicherung sollte eine Entscheidung fürs Leben sein.
Diesem will die CSS nun ohne Altersrückstellungen entgegen gehen. Sie führen dafür folgende Vorteile für sich ins Feld, welches Nachteile der Tarife mit Altersrückstellungen sind:
- Kein Wechsel ohne Verluste: Die angesparten Alterungsrückstellungen verfallen bei einem Versichererwechsel. Die Mitnahmeregelung gilt neu nur in der Vollversicherung und dort nur für den “Basisteil”.
- Laut dem Versicherungsmathematiker Peter A. Schramm greifen Alterungsrückstellungen erst ab ca. 80 Jahren. (http://www.pkv-gutachter.de)
- Über 75% der Versicherten kündigen laut Schramm ihre Verträge aber vor dem 65. Lebensjahr. Die bis zu 50% höheren Prämien durch Alterungsrückstellungen wurden dann umsonst gezahlt.
- Hohe Beitragsanpassungen trotz Alterungsrückstellung.
Vorteile der CSS Kalkulation ohne Alterungsrückstellung:
- Alternativ anlegen: Die eingesparten Beiträge zu guten Konditionen anderweitig anlegen.
- Jederzeit wechseln – auch ohne finanzielle Einbußen!
- Die Kosten von morgen heute kennen: Der Versicherungsnehmer weiß aufgrund der CSS Tariftabellen, welche Beitragserhöhungen aufgrund des steigenden Alters auf ihn zukommen.
Diese Argumente sind sicherlich richtig, sind jedoch nicht individuell. Nehmen wir jemanden, der eben wirklich 100 Jahre alt wird. Dieser hat von einem Tarif mit Altersrückstellungen auch nach Herrn Schramm einen Vorteil. Ebenso wenn wir jemand sind, der eben nicht kündigt. Gerade im Alter, wo man gesundheitlich nicht mehr beieinander sein kann, braucht man seinen Vertrag am meisten. Das Argument, des alternativen Anlegens des somit anfangs gesparten Geldes, ist sicherlich möglich und richtig. Man kann einen Tarif ohne Altersrückstellung nehmen und zeitgleich sich selbst eine Art “Altersschutz” mit z.b. einer Rente schaffen und so selbst für seine Beitragsstabilität sorgen. Jedoch und da bin ich mal realistisch, wie sicher ist es, dass Menschen, das Geld dafür dann auch verwenden? Ich bin sicherlich dafür, dass man dem Versicherungskunden mehr Verantwortung überträgt, jedoch wollen sich die meisten um sowas gar keine Gedanken machen müssen. In meinem Berufsalltag habe ich es oft genug erlebt, dass ich ähnliches mit gleichem Argument vorbrachte, jedoch auf taube Ohren stiess, denn die wenigsten Kunden wollen von sich aus so weit voraus denken. Ebenso bietet das Leben viele Unsicherheiten und sollte nach 20 Jahren ein finanzieller Engpass auftreten wird kaum ein Kunde noch daran denken, dass er seine Rente oder Lebensversicherung nicht auflösen sollte, weil er sonst mit 80 seine Krankenversicherung vielleicht nicht mehr bezahlen kann.
Das jederzeit Wechseln ist auch eher unrealistisch. Eine Krankenversicherung wechselt man grundsätzlich nicht leichtfertig. Seien wir mal ehrlich, gesünder wird kaum jemand mit dem Alter. Und es gibt immer Risikoprüfungen und diese wird man mit 50 Jahren kaum besser abschneiden als mit 30 Jahren. Was nützt einem ein Wechsel auch mit 40 Jahren, wenn man dann schon Bandscheibenvorfälle hat, die die neue Versicherung dann ausschliessen würde? Damit wären diese nicht mehr mitversichert. Oder man muss noch mehr Beitrag aufgrund eines Risikozuschlages zahlen, eben weil man nicht gesünder ist als früher. Bei diesen Aspekten ist es noch wichtiger zu überlegen ob ein Wechsel sinnvoll sein kann. Ich selbst würde nie mehr irgendwo anders eine private Krankenversicherung bekommen und das mit 28 Jahren. Ich habe mich schon von Geburt an durch meinen Vater an eine private Krankenzusatzversicherung gebunden. Jedoch gab es bis zum 20 Lebensjahr keine Altersrückstellungen in den Tarifen weil die Erfahrung eben zeigt, dass junge Erwachsene ohne Nachteile für sich selbst entscheiden sollten, wo sie sich absichern wollen. Jedoch ist ab Geburt der Gesundheitszustand bei mir gesichert gewesen, so dass ich mir eben heute darüber keine Sorgen machen muss.
Gehen wir nun nochmals genauer auf die Zusatztarife der CSS ein.
Von den Leistungen her, bietet die CSS die Standards an, welche auch bei anderen Versichern Gang und Gebe sind. Preislich sind sie in meinem Alter tatsächlich günstiger. Rechne ich mir jedoch einmal aus wieviel ich für den selben Tarif mit 80 Jahren zahle, dann ist es (bei dem von mir ausgewähltem Gesamtpaket) knapp das 3fache. Darin sind jedoch auch noch keine Kostenexplosionen im Gesundheitswesen berücksichtigt. Bedeutet, dass ich im Falle des Erreichens des Alters, vermutlich noch mehr bezahlen würde.
Aber nehmen wir mal genaue Zahlen.
Zahlung mit 30 Jahren bei CSS: 54,44 Euro monatlich
Zahlung mit 80 Jahren bei CSS: 135,57 Euro monatlich
Um die Differenz in einem extra Vertrag abzudecken müsste ich ca. 40 Euro zusätzlich in eine Rentenversicherung einbezahlen. (Das ist sogar anteilig spekulativ gerechnet, würde ich nur mit dem garantierten Rentenwert rechnen, wär der Beitrag noch höher!)
Mein monatlicher Beitrag zur Krankenzusatzversicherung beträgt aktuell aber nur 78 Euro mit vergleichbaren Tarifen wie bei der CSS. (teils weniger, teils mehr Leistung)
Ob ich mit 80 Jahren die 135,57 Euro monatlich von der CSS erreiche, (falls ich das Alter erlebe, wenn nicht wären mir zuviel gezahlte Beiträge eh egal, weil ich dann die Radieschen von unten wachsen sehe….
) werde ich Euch gern mitteilen, zumindest wenn ich dann noch blogge…..
Einen Vorteil hat die CSS für ihre Zusatztarife von den Vollversicherungstarifen übernommen und zwar den “Schadenfreiheitasrabatt” wie man es so schön in der KFZ Versicherung nennt. Wer im Versicherungsjahr keine Kosten für die Versicherung verursacht hat, bekommt zwischen 7 und 35% seines Beitrages zurück. Leider fand ich dazu nichts ob man die Rechnungen sammeln soll oder sie ruhig einschicken kann und die CSS selbst ausrechnet, was für den Kunden sinnvoller ist. Bei den Unternehmen, wo ich tätig war, wurde die Beitragsersparnis direkt vom Unternehmen selbst ausgerechnet und gegen die eingereichten Kosten gegen gerechnet und falls die Ersparnis bei Leistungsfreiheit größer war als die verursachten Kosten wurde die Differenz dem Kunden einfach überwiesen. Je mehr schadensfreie Jahre man hat umso höher fällt auch die Rückzahlung aus.
Mein Fazit ist jedenfalls, dass ich jedem Interessierten lieber empfehle früh – also in jungen gesunden Jahren – einen Tarif mit Beitragsrückstellung abzuschliessen. Zumindest wenn er/sie ernsthaft vor hat diesen sein lebenlang zu behalten. Die Tarife der CSS machen für mich nur Sinn für Leute, die gesund sind und nur für wenige Jahre ihre Krankenversicherung behalten wollen, nur warum sollte man das nur für wenige Jahre wollen???
Einzig für den Bereich der Zahnversicherung empfinde ich das System der CSS als sinnvoll denn da verhält sich der Kostenbogen ein wenig anders. Man hat seinen Höchstbeitrag im Alter von ca. 50/60 Jahren welcher danach wieder sinkt, so dass er mit 80 Jahren fast gleich hoch ist wie mit 30 Jahren.









[...] Conny, BlogSprache, Eikyo, Mupfel Huebel, Datenschmutz [...]
[...] man da in einer Legislaturperiode das Ruder herumreißen? Anscheinend in dem man die selbe Politik fortsetzt. Vernünftige Lösungen für unsere Probleme wären u.a.: – Verbesserung der Kinderbetreuung und Erziehung. [...]