Privathaftpflichtversicherung – sinnvoll oder nicht

Conny Jeder der in Deutschland ein Auto zulässt muss eine KFZ-Haftpflicht besitzen. Der Gesetzgeber schreibt es vor. Fürs Auto vorgeschrieben für sich selbst als Mensch nicht. Dabei kann man nicht nur mit einem Auto Schäden verursachen. Auch man selbst kann dieses und das vollkommen ohne Auto.

Die Rechtslage:
In Deutschland ist man in unbegrenzter haftbar für Schäden, welche man Anderen zufügt. Darunter fallen auch Folgeschäden. Nach oben ist der Betrag offen. Das kann im schlimmsten Fall Leben zerstören. Es ist dabei unerheblich ob der Schaden unabsichtlich zugefügt wurde. Zugefügt ist zugefügt.

Schnell kann es gehen:
Man hat’s eilig, ist in Gedanken und schon hat man vergessen zu gucken bevor man die Straße überquert. Ein Autofahrer weicht aus und rammt 2 weitere Autos. Die Kosten für die Autos sind sicherlich nicht günstig.

Oder man hat ein Kind. Kinder sind Kinder und ruhig sitzen bleiben ist da oft Fehlanzeige. Kinder sollen auch Kinder sein aber schnell ist der Fußball durch eine Fensterscheibe geflogen oder das Fahrrad fiel gegen ein Auto oder die teure Vase von der Mutter des besten Freundes des Kleinen ist zerbrochen weil die Kids rumtobten.

Wer nun denkt, Kinder seien nicht haftbar zu machen, der hat nur begrenzt recht. Oft haften die Kinder schon selbst sobald sie in der Lage sind die Tragweite ihrer Handlung selbst einschätzen zu können.

Wenn es nun zu einem Schaden kommt, dann kann das sehr kostspielig werden und schnell reißt sowas ein riesiges Loch in die Haushaltskasse. Für eine kleine Familie kann dieses schnell zur Zerreißprobe werden und man weiß dann nicht mehr woher noch das notwendige Geld zum Leben nehmen.

Der Schutz für die Familie und sich selbst:
Aber dafür gibt es eben die Privathaftpflicht. Die Haftpflichtversicherung übernimmt den Schaden, welchen man anderen zufügte unter Beachtung der Vertragsbedingungen natürlich. Ausgeschlossen sind natürlich Handlungen, welche mit Absicht aufgeführt wurden. Oft sind auch Gefälligkeitshandlungen ausgeschlossen. Bei diesem Punkt sollte man genauer in den Vertrag schauen. :) Aber die Privathaftpflicht übernimmt nicht nur eventuelle Kosten sondern wehrt auch unberechtigte Ansprüche ab. Wenn jemand meint, dass man ihm einen Schaden zugefügt hat und dem gar nicht so war, dann kümmert sich die Versicherung darum.

Wichtig zu bedenken:
Die Verträge werden von den Versicherern meist mit unterschiedlich hohen Versicherungssummen angeboten. Wie ich schon erwähnte haftet man jedoch in Deutschland in voller Höhe. Was passiert also nun wenn der Schaden die Versicherungssumme übersteigt? Hier gehen Gerichte davon aus, dass wenn man die höchstmöglichste Versicherungssumme bei seinem Versicherer gewählt hat, man sein bestmöglichstes tat um vorzusorgen und die Schadenssumme wird bei dem Maximalbetrag der Versicherung gekappt. Hat man jedoch nur das kleine Paket von dem Versicherer dann haftet man auch mit Versicherung noch für die Differenz bis zur tatsächlichen Schadenssumme. Meist sind Versicherungssummen von 5 Millionen für Personen und Sachschäden üblich. Nun denkt man bestimmt, an die Summe kommt man doch nie ran. Aber solche Fälle gab es schon. Das Beispiel mit dem einfach auf die Straße laufen. Tauschen wir das Auto mit einem Tanklaster aus der umkippt und sein Inhalt in das Grundwasser sickert. Da sind 5 Millionen sehr schnell weg. Sowas passiert nicht? Es ist schon passiert……

Der soziale Aspekt:
Neben dem dass man seine Familie sichert und seinen Geldbeutel im Fall der Fälle gesichert hat, gibt es natürlich auch den sozialen Aspekt zu beachten. Für den Geschädigten kann es sehr wichtig sein dass er/sie schnell das Geld bekommt. Kommt es zu einer Gesundheitsschädigung von Dauer muss derjenige sein Leben umkrempeln und wenn man als Schuldiger kein Geld hat, sitzt auch der Geschädigte dumm da. Neben dem dass der Geschädigte schon den Schaden hat, muss er auch noch sehen wie er finanziell mit der Situation klar kommt. Hat der Schädiger jedoch eine Haftpflichtversicherung dann wird das Ganze abgewickelt und Geld kann fließen.

Fazit:
Eine Privathaftpflichtversicherung bietet einem eine finanzielle Sicherheit für den Fall der Fälle wenn man jemandem einen Schaden zugefügt hat. Neben der Hausratversicherung die zweitwichtigste Versicherung für Familien zur Währung der Sicherheit. Aber natürlich sollte man hier auch auf den Preis und die Leistungen achten. Ein Haftpflichtversicherung Vergleich ist definitiv empfehlenswert.

Die Hundehalterhaftpflicht:
In manchen Städten ist es Pflicht eine Hundehalterhaftpflicht zu besitzen, wenn man einen Hund sein eigen nennt. Auch hier ist es definitiv sinnvoll eine solche abzuschließen. Meine Mutter war froh, dass sie ihre hatte, als jemand behauptete sein Kind wäre von Blacky gebissen worden. Blacky hatte nicht gebissen sondern mit der Kralle beim hochspringen das Kind leicht gekratzt. Die Eltern jedoch brachten ihr Kind ins Krankenhaus und es wurde die Wunde unter Vollnarkose gesäubert. Total übertrieben aber das trieb die Schadensersatzansprüche sehr hoch. Und das obwohl meiner Mutter keine Fahrlässigkeit oder sonst etwas vorzuwerfen war, jedoch ist man hier in der Gefährdungshaftung. Bedeutet, wer Hund hat, haftet schon fürs besitzen. (mal sehr vereinfacht gesagt).

So kann ich auch beim Hund sagen, die Hundehalterhaftpflicht ist definitiv für Hundehalter – aber auch nur für diese ;) – zu empfehlen.

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