Die erste Woche daheim

ist die Hölle. Weitestgehend jedenfalls.

Zuerst habe ich gewaschen wie ne Irre. Dennoch sieht hier alles noch chaotisch aus weil ich total die Schmerzen habe. Ich kann nicht mal richtig schlafen. Und nachmittags überrennt mich ebenfalls noch die Müdigkeit bis hin zum Mittagsschlaf. Ich glaube, ich kriege eine Erkältung. Und ständig habe ich Schmerzen in der Brust. Ich glaube, dass das vom Mageneingang kommt. Vielleicht eine Reizung, keine Ahnung. Aber ich habe auch keine Zeit zum Doc zu gehen. Morgen fahren wir ja wieder weg.

Montag:

Waschtag und dann noch 4 Stunden Babysitting – kurzfristig. Ich war k.o., hatte das nicht eingeplant. Es war schwer. 3 Hunde und ein Baby – zwischen all dem Chaos des Vortages. Überall noch Sachen aus dem Urlaub und dann Aufpassen auf alle und alles. K.o. Geschafft.

Dienstag:

Meine Oma ist ja wieder daheim. Nun hat die Ärztin ihr bescheinigt, dass sie Hilfe zur Gewährleistung der ambulanten medikamentösen Therapie benötigt. Ebenso wurde bescheinigt, dass sie dement ist. Mir kommt es vor, dass es immer schlimmer wird. Sie sagt Sätze und Sprüche ohne Grund und Sinn. Sie verbindet nicht mehr alle Dinge miteinander. Verlegt dauernd Dinge. Vergisst eben noch besprochenes. Fühlt sich von allen angegriffen. Ist aggressiv. Alle Welt sei gegen sie. Alle wollen ihr alles wegnehmen – egal ob Arbeit oder Gegenstände.

Nun hatte sie die Wahl zwischen einem ambulanten Pflegedienst, der ihre Medikamenteneinnahme überwacht oder aber wir machen das. Ich besprach es mit Oma. Sie wählte uns. Nach 30 Minuten – als sie den Umfang dessen begriff – fing sie an zu zetern und wettern. Am Ende nach mehreren Stunden immer wieder mal Besprechens, gab sie alle täglich einzunehmenden Medikamente an mich ab. Nun habe ich diese in Verwahrung, fülle ihr die ab und gebe ihr einmal täglich ein Döschen in welchem genau abgezählt und eingeteilt die Pillen liegen. Dazu muss ich alle 3 Tage ein Schmerzpflaster bei ihr wechseln. Prompt hat sie heute schon die ersten Einnahmen verwechselt. Ich hoffe, dass sie das noch auf die Reihe bekommt. Irgendwann wird es gar nicht mehr gehen, aber an dem Punkt sind wir noch nicht. Aber ich mache mir Sorgen um Shira. Was wenn sie sie doppelt füttert oder gar das Füttern irgendwann vergisst? Spricht man es an, wird sie aggressiv. Ich wolle ihr den Hund wegnehmen. Alles Quatsch aber sie kann es nicht mehr verstehen.

Es tut weh zusehen zu müssen, wie sie sich selbst verliert.

Da wird noch einiges auf uns zukommen.

Mittwoch:

Aufpassen auf Hunde, hin und wieder. Für Oma Medikamentenplan versuchen zu bekommen. Für meinen Bruder Versicherungsfragen klären. Kochen, Aufräumen, mit Schmerzen im Bett liegen bleiben. Gleich noch Koffer packen. Ich will zurück nach Österreich. Dort ging es mir gut. Dieses kalte regnerische Wetter ist die Hölle für mein Rheuma.


2 thoughts on “Die erste Woche daheim

  1. Liebe Conny,
    trotz der nicht gerade erfreulichen Umstände möchte ich mich ganz herzlich bei dir für die Urlaubskarte bedanken.

    Ich hoffe, dass dir der Urlaub lange und schön in Erinnerung bleibt und wünsche dir viel Kraft.
    Ich musste zwar (noch) niemanden pflegen, aber ich hab 2 Omas langsam gehen sehen. Und irgendwann, ob man es will oder nicht, sind dann leider auch die Eltern dran.

    Fühl dich gedrückt und ich weiß, es ist leicht gesagt, aber: Kopf hoch :mrgreen:

  2. Wenn ich das so lese, merke ich das es nicht nur mir so nach dem Urlaub geht.
    Kaum Zwischenlandung in München und schon kamen alle stressbedingten Probleme bei mir wieder.

    Egal wie groß die Probleme sind immer Kopf hoch halten.

    Meine liebe Oma hat mir immer gesagt: „wenn du denkst es geht nicht mehr kommt irgendwo ein Lichtlein her“

    Grüße von Seelze nach Hannover. Jörg.

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