Berufsunfähigkeitsversicherung – sinnvoll oder nicht?

Conny Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine der wichtigsten aber unter Umständen auch eine der teuersten Versicherungen, die jede/r, am besten in jungen Jahren, für sich abschließen sollte. Man unterscheidet dabei die Berufsunfähigkeitszusatzversicherung und die selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sichert den Lebensstandard nach der Berufsunfähigkeit ab. Die Berufsunfähigkeitszusatzversicherung wird in der Regel in Verbindung mit einer Renten- oder Lebensversicherung gekoppelt.

Die Höhe der Versicherungssumme kann frei vereinbart werden, wirkt sich aber ebenso wie das eigene Alter und die ausgeübte berufliche Tätigkeit bei Vertragsabschluss unmittelbar auf den Versicherungsbeitrag aus. Je älter man beim Abschluss ist und je anfälliger die Berufsgruppe ist, der man angehört, desto teurer ist der Beitrag. Das ändert jedoch nichts an dem Sinn an selbiger.

Um die zukünftige Inflation zu berücksichtigen sollte man eine Dynamik mit einbauen. Hier gilt es allerdings die regelmäßige Erhöhung des Versicherungsbeitrags nicht zu vernachlässigen, da dieser mit der Zeit, parallel zur Versicherungssumme (nach mehreren Jahren) einen überproportionalen Zuwachs verzeichnen wird.

Die Unterschiede in den Leistungen sollte man vor Abschluss genauestens unter die Lupe nehmen, weil es im Versicherungsfall häufig auf Kleinigkeiten ankommt, die letztendlich entscheiden, ob die Versicherung bei einer Berufsunfähigkeit in Leistung tritt oder nicht. Vor diesem Hintergrund ist jeder gut beraten, einen Berufsunfähigkeitsversicherung Vergleich zu machen oder machen zu lassen.

Gerade das sogenannte “Kleingedruckte” ist bei der Berufsunfähigkeit sehr wichtig beachten. Am allerwichtigsten ist die Verweisungsklausel. Wird abstrakt oder konkret verwiesen auf einen anderen Beruf kann sehr entscheidend sein! Bei der abstrakten Verweisbarkeit wird im Leistungsfall nur geprüft ob man eine andere Tätigkeit ausüben könnte. Ob man dann auch da eine Stelle bekommt, ist uninteressant für den Versicherer. Bei der konkreten Verweisbarkeit ist es jedoch so, dass derjenige auch eine entsprechende Stelle gefunden und angetreten haben muss bevor man ihn auf eben jene verweisen kann. Ist die Verweisbarkeit gegeben kann die Versicherung leistungsfrei sein so dass man kein Geld mehr bekommt.

Hier macht man sich entweder selbst die Mühe exakt zu lesen und zu vergleichen oder holt sich einen fachmännischen Vergleich aber auch hier nicht vom erstbesten!

Die Stiftung Warentest hat bereits 91 Versicherungen verglichen und stellt einen entsprechenden Testbericht auf ihren Webseiten zur Verfügung.

Die günstigste Variante ist es die Berufsunfähigkeitsversicherung in eine Lebensversicherung oder Rentenversicherung mit einzubauen. Jedoch muss man dabei beachten, dass man hier immer beide Versicherungen in einem begleichen muss. Bei einer eigenständigen Berufsunfähigkeitsversicherung hat man nicht die Kosten der Lebensversicherung dabei jedoch sind die Beitrage für die Versicherung an sich höher als hätte man das selbe in eine Lebensversicherung mit eingebaut. Aber es gibt noch einen Vorteil die für den Einschluss in eine Lebensversicherung sprechen. Die Lebensversicherung in welcher die Berufsunfähigkeitszusatzversicherung mit drin ist, wird im Falle der Berufsunfähigkeit beitragsfrei. Die Beiträge übernimmt dann der Versicherer.

Gerade für diejenigen die nach 1960 geboren wurde ist die Berufsunfähigkeitsversicherung sehr sehr wichtig, da das Sozialsystem nur noch die Erwerbsunfähigkeit kennt und in eben jener gilt nicht nur ob man für den gelernten und/oder ausgeübten Beruf unfähig ist sondern für alle Berufe. Erwerbsunfähig ist nur wer nicht mal mehr als Pförtner 3 Stunden täglich einen Knopf drücken kann. Im Sozialsystem ist man auf jeden anderen Beruf verweisbar.

In meinen Augen ist die Berufsunfähigkeitsversicherung die wichtigste die es überhaupt gibt.  Ich habe es zu oft gesehen und leider auch am eigenen Leib erfahren müssen. Ich bin schon sehr jung erkrankt und aufgrund meiner Erkrankungen konnte ich keine Berufsunfähigkeitsversicherung mehr abschließen. Als ich mit 28 Jahren in Rente ging und erwerbsunfähig wurde hatte ich keine Versicherung die mir den Entgeltverlust auffing. Daher kann ich nur jedem raten so lange er/sie gesund ist, schließt eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab. Ich hatte es nicht getan und werde es immer bereuen.


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