Oma ist momentan anstrengend und ich muss entscheiden

Sie war am Ostersonntag mit ihrem Sohn und ihrer Schwiegertochter bei ihrer Freundin in Hagen. Abends kam sie wieder heim. Tagsüber soll sie gut drauf gewesen sein. Kaum war sie durch ihre Wohnungstür gegangen, legte in ihrem Kopf ein Schalter um. Sie begann mit Suchen. Suchte Kleber. Eine Schachtel war der Griff abgebrochen. Seit 4 Wochen steht eine kaputte Schale in der Küche. Diese will sie kleben. Halbgeklebt ist sie bereits. Sie meinte dann, jemand habe ihren Klebstoff ihr Pattex geklaut. Sie rief ihren Sohn an ob er Pattex hätte. Sie kam zu mir und maulte mich an sie wolle ihre Schlafzimmertür wieder haben. Ich hatte ihr gesagt diese sei in Reparatur und dass könne lange dauern. Sie will sie wieder weil sie dieses mit Abschließen und Sicherheit verbindet. Wir haben einen tollen Vorhang angebracht. Sie meint, sie wohne nicht im Puff wo man Vorhänge habe. Na Oma kennt sich aber aus… :lol:

Sie hat ja auch eine defekte Schublade bei einem Schrank. Wir versuchen bisher vergebens Rollen für diese Schublade zu bekommen. Nirgends zu kriegen. Der Schrank ist so alt, die gibt es einfach nicht mehr. Die Standardschienen funktionieren nicht. Wir schlugen vor die Front einfach festzukleben. Dann fehlt zwar eine Lade aber es sieht wieder gut aus. Wäre die beste Lösung. Nein Oma will ihre Schublade…. Was tun? Keine Ahnung. Wir rätseln noch. Oma schimpft derweil. Aber natürlich nur auf mich…. wie immer nur auf mich. Ich bin ihr absolutes Feindbild wenn es ums Meckern geht. Zeitgleich bin ich auch ihr Liebling. Furchtbare Kombi….

Gestern habe ich ihr Pizza gemacht, selbstgemacht. War ok. Sie bekam Apfelkuchen von mir. Ich machte ihr Frühstück. Wurde es mir gedankt? Mit 10 Minuten Ruhe. Danach war es wieder als wenn ich nie was für sie tu. Erschreckend.

Heute Morgen schimpfte sie auf mich und plötzlich fing sie an zu singen. Irgendein altes Lied. In ihrer Schimpftriade kam ein Wort vor was sie wohl an das Lied erinnerte und ohne Übergang ging das Schimpfen ins Singen über.

Ca. 5 Tage lang hatte Oma keinerlei Interesse an Shira. Shira war für sie total uninteressant. Sie hatte wohl anderes im Kopf. Ständig wenn ich ihr Shira brachte, gab sie sie sofort wieder zurück. Dauernd. Shira war bis auf Nachts immer hier. Heute dreht sich der Wind. Ich gab Oma ihren Hund nachdem sie von der Tagesbetreuung wieder da war rüber. Für 2 Stunden. Dann ist Omas Bettgehzeit und Oma isst Abendbrot. Desöfteren habe ich gesehen wie sie Shira mit Essen füttern will weswegen wir dafür sorgen dass Shira bei Mahlzeiten nicht bei Oma ist. Nun drehte Oma durch. Sie ist absolut böse darüber dass Shira nun hier bei mir ist. Alle 3 Hunde sind gerade hier und spielen miteinander. Trockenfutterzeit ist nun ebenfalls. So wie immer. Aber heute meint Oma sie habe ja nie was von ihrem Hund, ich würde ihr den Hund klauen und so gehe das ja nicht und und und. Plötzlicher Wandel….

Auch stand sie eben vor mir und drohte mir. Ich könne was erleben wenn ich nochmal schlecht über sie bei dem Pfleger, der sie morgens zur Tagesbetreuung abholt, reden würde. Ich hätte morgens schlecht über sie gesprochen und mit ihm geflüstert. Wie sie darauf kommt. Keine Ahnung. Wir unterhielten uns normal während sie schon auf dem Weg nach unten war. Klar flüstert man sich bei so einer Chance auch mal Wichtiges zu. Neue Medis, Hinweise wie ihr Ausschlag am Arm momentan und sowas eben. Aber Oma sieht da sofort einen Angriff auf sich.

Seit Sonntag ist sie recht anstrengend. Davor die Tage war sie ausgeglichener. Ob es mit dem Besuch bei der Freundin zusammen hängt?

Mein Onkel würde Oma gern für eine Woche zu der Freundin bringen wenn mein Mann und ich im Urlaub sind. Jedoch weiß ich dass die Freundin auch nicht so toll mit der Einnahme ihrer Medikamente ist. Und es ist eben 300 km weit weg von uns. Was wenn Oma sich mit der Freundin streitet? Wir erleben Oma täglich und wissen wie wir reagieren müssen – meistens jedenfalls. Die Freundin behauptet sie hat auch Ahnung davon. Aber wie ist es für Oma? Bei Fremden ist sie meistens umgänglich. Aber das eine Mal wo ihre Freundin hier war (das vorletzet Mal), da drehte Oma mehrfach durch und war heulend zu meiner Ma hochgelaufen um ihr Herz auszuschütten.

Klar für meine Ma wäre es dann leichter wenn Oma nicht da wäre. Könnte sie eine Woche auf den Campingplatz fahren samt aller 3 Hunde. Aber das kann sie auch nach unserem Urlaub. Dann muss eben ich eine Woche lang mit Shira und Blacky Gassi gehen. Dann kann Mama mit Susi rausfahren und entspannen. Ich trau es der Freundin eigentlich nicht zu mit Oma umzugehen. Und Oma macht mir Sorge, dass sie dann da nicht zurecht kommt im Inneren. Klar könnte man einen Pflegedienst vor Ort beauftragen. Aber würde das funktionieren? Ich bezweifle es. Wären Oma und ihre Freundin denn 3 mal täglich wirklich da wenn der Pflegedienst käme?

Ich weiß nicht wirklich wie ich entscheiden soll. Auf der einen Seite möchte ich es Oma gönnen mit ihrer Freundin zusammen zu sein. Auf der anderen Seite möchte ich Omas Gesundheit nicht gefährden. Sie bekommt ja schließlich Psychopharmaka und Blutverdünner. Was wenn da alles durcheinander geht? Die Folgen wären nicht abzusehen denke ich mal. Und wenn sie sich zu sehr aufregt? Sie hat ja schon Herzrhythmusstörungen. Klar man kann nicht alles verhindern, aber doch bestmöglich entscheiden oder?

Ich weiß nur nicht wie entscheiden. :( Aber gerade an mir hängt genau diese Entscheidung.
Ich werde wohl mal mit unserem Doc sprechen. Er betreut viele Alzheimerpatienten und wird mir daher sicherlich am Besten sagen können ob wir es wagen können oder nicht.

Übrigens will Oma morgen mal wieder mit mir backen…. na ich freu mich ja….

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