Datenschützer aufgepasst – die größte Gefahr ist man immer selbst

Datenschützer protestieren ständig gegen sämtliche bösen Firmen, Plattformen, Gesetze und was weiß ich noch wo es alles eben um den Datenschutz geht. Da werden Facebook und Google als Datenkraken hingestellt, Akismet angegangen weil es frech Ip’s über den großen Teich sendet und die Regierung verflucht weil sie alles kontrollieren will.

Datenschutz bezeichnet den Schutz des Einzelnen vor dem Missbrauch personenbezogener Daten.

Datenschutz ist wichtig. Klar. Keiner von uns will dass irgendwo protokolliert wird wie was wann und vor allem mit wem man was auch immer getan hat. Muss nicht sein. Sagt jeder. Aber Denkste.

Heutzutage sieht es oft anders aus.

Das Protokoll schreiben wir doch heute schon selbst!

Und das für alle lesbar…

Im Vergleich zu Namen und Anschrift oder Einkaufsverhalten ist es oft um einiges schlimmer was die Menschen von ihrem privaten so ins Web schreiben. Und das ohne Anonymität.

Da liest man bei Facebook anhand einer Pinnwand einen kompletten Beziehungsverlauf. Der Status wird von verheiratet auf es ist kompliziert geändert und wenige Wochen später auf Single. Man liest Beschimpfungen, wer mit wem fremdgegangen wäre, welche Freundin wessen Freund an gegraben hat und ob die Männlichkeit nicht vielleicht 5cm zu kurz sei.

Man erfährt wie oft jemand aufs Scheißhaus geht, bekommt mitgeteilt wie oft manche Paare einen Babysitter anheuern und bekommt serviert, dass manche Kinder vielleicht ganz andere Väter hätten.

Wer sich jemals fragte wie RTL auf die Ideen für die Sendung Mitten im Leben kommt, dem sei meine These ans Herz gelegt: Sie lesen Facebook.

Die Privatsphäre hat heute für viele junge Erwachsene überhaupt keine Bedeutung mehr. Datenschutz, Privatsphäre für Anfang 20jährige wohl alles nur Fremdwörter. Vorsicht im Internet? Kennen sie nicht. Voraussicht in die Zukunft? Nicht vorhanden. Das Web wird radikal unterschätzt. Einzig zählen tut das “Auskotzen”. Das sich in den Mittelpunkt stellen egal in welcher Form. Für eine Sekunde jemand sein der gelesen wird.

Ich bin die Letzte, die dafür ist dass man alles verheimlichen muss, aber es gibt für alles Grenzen. Ich berichte sehr viel aus meinem Leben. Sehr viel aus dem Leben meiner Oma. Aber ich würde hier nie etwas schreiben was z.b. meinen Mann oder jemand anderen aus meiner Familie angreifen würde. Wie in jeder Ehe gibt es auch in meiner mal Streit. Das ist wohl so ziemlich das normalste der Welt. Aber darüber würde ich nie bloggen. Wozu auch? Es gibt Dinge, die gehen eben nicht die ganze Welt was an. Es kommt nicht immer nur auf das was sondern auch auf das wie an.

Sicherlich legt jeder diese Grenzen für sich selbst fest, wenn es darum geht welche Dinge zu privat sind und welche nicht. Manche Menschen sind da lockerer, Andere eben nicht. Aber es gibt meines Erachtens nach Dinge, die grundsätzlich so nicht ins Netz gehören.

Man sollte grundsätzlich erst einmal darüber nachdenken was man da eigentlich veröffentlicht.

Ein gesagtes Wort kann man nicht zurück nehmen. Heute würde ich sagen, ein gelesenes Wort kann man nicht zurück nehmen….

3 thoughts on “Datenschützer aufgepasst – die größte Gefahr ist man immer selbst

  1. Datenschutz ist für mich , wenn ich meine Daten, einschließlich Bankverbindung bei einem Shop angebe und diese Daten dann gegen meinen Willen und Wissen da landen, wo sie nicht hin sollen :|

  2. Ja das ist klar. Aber Missbrauch kann auch schnell mit Anderen Dingen betrieben werden. So liest z.b. eine Frau, dass es in Ehe xyz kriselt. Den Kerl wollte sie schon lange mal haben, na schon kann sie die Informationen aus dem Netz nutzen…

    Missbrauch von persönlichen Daten mal ganz anders sozusagen. :)

  3. Danke für die aufklärenden und mahnenden Worte. Sie haben mit ihrem „etwas anderen“ Blick auf Datenschutz und Co sicher recht. Auch ich gehe mit meinen persönlichen Daten in sozialen Netzwerken u.ä. sehr vorsichtig um. Okay, ich bin dort nicht einmal registriert. ;o)
    Liebe Grüße

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