Kriegsrezept meiner Oma: Marzipan selbst machen

Heute veröffentliche ich einmal das Rezept meiner Oma – eigentlich sogar meiner Urgroßmutter – wie man Marzipan in Kriegszeiten herstellte. Damals waren Mandeln so gut wie nicht zu bekommen daher wurde Gries verwendet. Fachlich hieß es dann nicht Marzipan sondern wurde Nakapan genannt. Meiner Oma war das jedoch nicht bekannt.

Zutaten:

500 g Grieß (Meine Tante sagt Hartweizengrieß ist die bessere Variante!)
500 g Puderzucker
12 Eß Kondensmilch
250 g Butter
2 Röhrchen Bittermandelaroma
2-3 Eß Rosenwasser

Zuerst setzt man einen kleinen Topf mit Wasser auf und stellt eine Schüssel oder einen Topf darauf. in diesen tut man die Butter und lässt sie durch den Wasserdampf vom Topf darunter schmelzen. Nun füllt man den Puderzucker dazu und rührt und rührt. Sobald es sich verbunden hat folgt die Kondensmilch. Und nach erneutem Rühren der Grieß. Hier heißt es nun erst recht viel rühren. Rühren und Rühren. Bis keine Klumpen mehr da sind. Das Ganze nun 10 Minuten zugedeckt vor sich hin köcheln lassen.

Im Anschluss die Röhren Bittermandelaroma und das Rosenwasser zufügen und nochmals durchrühren. Nun wieder zudecken und ca. 30 Minuten ruhen lassen so dass es abkühlt. Unter Umständen kann es auch länger brauchen. Wir haben es zum Beispiel 3 Stunden stehen lassen. :lol:

Dann kneten und entweder mit den Händen kleine Brote formen oder aber Ausrollen und mit Plätzchenaustechern in Form bringen.

Das fertige Marzipan auf Pergamentpapier (Butterbrotpapier) legen. Nochmals Pergamentpapier oben drüber und so offen ca. 10 bis 14 Tage stehen lassen damit es trocknet. Die 10 Tage sind nur ein Richtwert. Manchmal kann man bereits nach 5 oder 7 Tagen umfüllen. Testet Euer Marzipan einfach alle zwei Tage! Füllt es dann mit neuem Pergamentpapier in eine Dose. Wir nahmen ein Naschkätzchen von Tupperware dafür.

Das Marzipan schmeckt sehr lecker. Meine Oma macht es jedes Jahr zu Weihnachten für uns. Mittlerweile stellen Oma und ich gemeinsam das Marzipan her, da sie es nicht mehr alleine kann. Das Zubereiten war sehr schwierig. Sie hatte das Rosenwasser reingetan, dann das Aroma und hatte dann schon vergessen dass sie das Rosenwasser reingetan hatte. Als ich sagte, das sei schon drin, schrie sie mich an was mir einfiele einfach das Rosenwasser reinzutun, das wäre ihre Aufgabe. :( Ich war zu erschrocken wie schlecht es mit dem Kurzzeitgedächtnis nun manchmal schon ist um überhaupt zu reagieren.

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Ich bin aber froh es dieses Mal gefilmt zu haben, denn so geht das Rezept und das Marzipan nicht verloren und bleibt der Familie und nun auch Euch erhalten.

2 thoughts on “Kriegsrezept meiner Oma: Marzipan selbst machen

  1. Ist schon witzig, wie kreativ die Not die Menschen im Krieg gemacht hat. Meine Mutter (Jahrgang 1924) erzählte neulich, dass sie aus Kleister, den sie in der Buchbinderwerkstatt, in der sie arbeitete, hatten, und den anscheinend ziemlich einfach erhältlichen Aromafläschchen sogar eine Art Wackelpudding gezaubert haben. Der wird bei ihr heute aber so nicht mehr gemacht.

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