Mein Osterwochenende

2014-04-20 10.11.44Habt Ihr auch alle ein schönes Osterwochenende gehabt?

Das Wetter war am Ostersonntag recht schön, sodass mein Mann und ich die Zeit nutzten einmal rauszukommen. Er hatte die letzten Wochen doch sehr viele Überstunden zu machen und ist dazu noch erkältet gewesen, da war es gut einmal zu zweit etwas zu unternehmen. Einmal nicht Arbeiten und nebenbei noch das Kinderzimmer leer räumen sondern rauskommen und mal alle Fünfe gerade sein lassen.

Oma besuchen

2014-04-20 16.48.11Als erstes stand “Oma besuchen” auf dem Programm. Dieses Jahr war ich bisher echt selten bei ihr. Anfangs noch wegen der Übelkeit und dem Unwohlsein im ersten Trimester und nun weil mir einfach die Zeit durch die Finger rennt. Man hat das Gefühl, dass es so schnell alles geht und man kaum hinterher kommt. Umso mehr freute ich mich die erste Gelegenheit beim Schopf zu greifen und hinzufahren.

Wir brachten Ihr einige Musikkassetten mit alter Schlagermusik vorbei, die sie früher gern gehört hatte. Sie waren mir beim Aussortieren in die Hände gefallen und ich denke für Oma wird es schön sein, ihre vertraute Musik von früher zu hören. Auch brachte ich direkt Duschgel, Bodylotion, Shampoo und weitere Kosmetikartikel des täglichen Bedarfs vorbei. Solche Sachen werden vom Heim nicht gestellt und daher versorge ich Oma damit regelmäßig.  Im Zimmer fanden wir Oma nicht, was den Vorteil hatte, dass wir alles in Ruhe verstauen konnten. Mein Mann begab sich nach draußen in die Sonne, während ich in den Aufenthaltsraum ging, wo ich Oma im Rollstuhl an einem Tisch am Fenster sitzen sah. Ich betrat den Raum und hörte von der dicksten Frau im ganzen Raum erstmal ein “Was für eine Granate” zur Begrüßung. Ich musste schmunzeln. Eine andere Dame rief: “Hallo Madame” zur Begrüßung dazu. Das Wort Madame sagte auch meine Oma ganz gern. Ein Wort alter Zeit. Ich begrüßte die Damenrunde mit einem Hallo und ging zu Oma.

2014-04-20 16.04.15Oma schaute mich irritiert an und entschuldigte sich als erstes, dass sie leider nicht wüsste, wer ich sei. Sie brabbelte die ganze Zeit vor sich hin. Durchaus verständliche Worte und Sätze, teils mit Zusammenhang, jedoch ohne Hand und Fuß. Die einzelnen Abschnitte ihrer Geschichten ergaben keinen echten Sinn. Sie hüpfte von verschiedenen Dingen hin und her und teils kamen dann auch Sachen, die unlogisch und fern jeglicher Realität lagen. Sie habe ihre Bluse heute umgenäht und die Ärmel seien ja noch gut und kann man ja noch tragen. Fragen beantworten konnte sie nicht. Sie ging auf Aussagen verquert ein, mal gar nicht. Doch meist konnte ich zuordnen, wo sie sich in ihrer eigenen Geschichte befand. Es war für mich teils sogar nachvollziehbar, wie ihre Aussagen zustande kamen. Aber das half mir nicht, verzweifelt danach zu suchen, was ich mit Oma reden könnte. Jede Aussage von mir, kam nicht bei ihr an. Ich fragte sie dann meistens einfach nur irgendwelche Dinge, damit sie weiterredet, während ich ihre Hand hielt oder ihren Arm streichelte. Insgesamt wirkte sie wohlauf und fröhlich. Etwas abgemagert, aber gut beieinander. Das war die Hauptsache. Sie lächelte und quasselte wie ein Wasserfall. Wie sagte ein Freund später zu mir: “Das sind halt Eure Gene. Reden wie ein Wasserfall.” –  Recht hat er. :-D

Es ist irgendwie traurig, wie wenig Bewegung in den Bewohnerinnen dort ist. Alle sitzen an Tischen, die Meisten in Rollstühlen, und tun gar nichts. Sie reden nicht miteinander, starren ins Leere, reagieren nur minimal auf die Pflegerinnen dort, die ständig umher wuseln und die Damen zu eigenständigen Trinken versuchen zu animieren. Aber so ist leider der Verlauf der Demenz Erkrankung. Das ist nicht abwendbar. Oma meinte zu mir: “Hier gibts keine Männer. Alles nur Weiber.” Und wirklich, ich sah dort bisher keinen einzigen Mann in der Demenzabteilung. Doch wundert es mich nicht, da die Lebenserwartung von Frauen einfach höher ist.

Nach ca. 40 Minuten verabschiedete ich mich wieder von Oma. Beim Hinausgehen bekam ich von den anderen Damen noch ein “Was eine Granate.” und ein “Tschüss Madame” hinterher gerufen. *kicher*

Ab ins Mittelalter

In Ilten fand über Ostern ein kleiner Mittelaltermarkt statt. Schon letztes Jahr waren mein Mann und ich dort zu Besuch. Dieses Jahr jedoch machten wir nur einen Kurzbesuch. :)

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Wir quatschten ein wenig und weiter ging es zum gemeinsamen Mc Donalds Besuch. Ich hatte tierisch Lust auf einen Burger. Da ich dieses Mal keine Süß-Saure Soße zu mir nahm, habe ich den Burger auch vertragen. Doch irgendwie fehlte es mir an Geschmack. Wir hatten wohl nicht den besten McDonalds erwischt.

Zu Freunden

Im Anschluss begaben wir uns spontan zu Tobi & Helene. Kurz angerufen und schon saßen wir bei den Beiden auf der Couch. Es war ein sehr netter Abend. Und es freute uns besonders, dass die Beiden zugestimmt haben, jeweils Pate von einem unserer Söhne zu werden.

Gegen Mitternacht waren wir dann auch wieder daheim und ich fiel nur noch ins Bettchen. War ein wirklich schöner und abwechslungsreicher Tag.

Ostermontag

Den nächsten Tag befassten wir uns dann wieder mit dem Kinderzimmer und räumten einen alten Kleiderschrank aus. Er ist schon auseinander genommen und wartet auf die bestellte Sperrmüllabholung. Wir haben die Räume ausgemessen und werden Ende der Woche dann die Teppiche kaufen. Wir hoffen in Grundzügen dann nächstes Wochenende die Kinderzimmer schon mal einrichten zu können. :)

One thought on “Mein Osterwochenende

  1. Hört sich nach einem tollen Osterwochenende an. Ich war auf einer Feier, habe Osternester versteckt, Eier gefärbt und wandern im Harz waren wir auch. =) Toll wie gut ihr im Kinderzimmer voran kommt.

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