Bettlägerig – was macht man da so und wie geht es den Kids?

Meine Schwangerschaft entwickelt sich nun zur Liegeschwangerschaft. Ich hatte bereits damit gerechnet, als ich erfuhr, dass ich Zwillinge erwarte. Gegen Ende einer Schwangerschaft kommt es immer wieder zu Bettlägerigkeit oder Dauerkrankenhausaufenthalten. Meist durch vorzeitige Wehen oder aufgrund Blasensprungs oder anderer Komplikationen, wodurch eine Frühgeburt droht.

Bei mir ist die Cervixlänge (Gebärmutterhals) der ausschlaggebende Grund für meine Bettlägerigkeit. Nachdem mir ein Pessar eingesetzt wurde, durfte ich am 20. Juni das Krankenhaus verlassen und liege seitdem daheim rum. Mein Mann kocht für mich, übrigens sehr lecker, und jede unnötige Bewegung wird vermieden. Telefon und Surface liegen griffbereit, sodass ich im Notfall jederzeit jemand erreichen kann. Aufstehen soll ich nur für den Gang ins Bad. Ich halte mich so gut es geht dran. Klar, stehe ich auch auf, wenn der Postbote klingelt oder wenn ich mir morgens ein Brot zum Frühstück schmiere. Aber ich verbinde es immer direkt mit einem “Badgang”, typisch schwanger, muss ich da eh dauernd hin…. *kicher*

Was macht man den ganzen Tag im Bett?

Im Vergleich zum Krankenhausaufenthalt habe ich weniger zu tun. Es kommt nicht jede Stunde jemand rein, ich werde nirgendswo zur Untersuchung hin gefahren, niemand quält mich direkt am Morgen mit einer Thrombosespritze (ok die gab ich mir im KH jeden Tag selbst), niemand bindet mir Bänder um den Körper um ein CTG zu machen und vor allem kommt nicht dauernd eine Putzfrau rein und verstellt mir den Mülleimer so, dass ich nimmer rankomme….

Ich habe stattdessen eine weit größere Auswahl an TV Programmen, ich liege bequemer, meine Hunde sind um mich, mein Internet ist schneller und ich kann essen was und wann ich will! Keine Hetze, keine Sorge, dass jemand ungefragt mein wartendes Essen wegräumt und vor allem ist mein Blutzucker leichter zu handhaben. Nein, die Zeit im Krankenhaus war durchaus angenehm, ich will mich nicht beschweren, aber nirgends ist es halt schöner als daheim. ;)

Abends ist mein Männe da, meine Ma schaut mehrfach täglich mal rein und Freunde und meine Großtante Tata besuchen mich auch mal und das viel gemütlicher als im Krankenhaus, wo die meisten Menschen doch instinktiv einen Fluchtreflex haben. Tata brachte mir statt Blumen Schnittlauch vorbei, sie weiß dass ich den gern auf Käsebrot esse.

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Und meine Freundin Helene war gestern nach der Arbeit hier und bekochte mich besonders lecker. Die Reste reichten sogar noch fürs Abendessen, worüber mein Mann sich freute, denn es ersparte ihm die Kocharbeit. Er dankt Dir dafür, Helene ;)

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Und wenn ich allein bin, dann schau ich zur Zeit viel Amazon Instant Video*. Ich habe in der ganzen Zeit schon 2 Staffeln “The Secret Diary of a Call Girl”, “ 3 Staffeln “Sherlock Holmes”, 7 Staffeln “Doctor Who” und 4 Staffeln “Torchwood” gesehen. Mal gucken, welche Serie ich als nächstes für mich entdecke. Ansonsten habe ich noch eine große Auswahl an Filmen. Da werde ich sicherlich auch fündig. Und wenn ich mich nicht in Serien verliere, zocke ich auch mal das ein oder andere Konsolengame und blogge natürlich. Auch Bücher und meine PS Vita verringern die Langeweile.

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Wie geht’s Alex und Basti?

Zuletzt wurden die Beiden am Entlassungstag im Krankenhaus vermessen und kontrolliert. Beim täglichen CTG war alles unauffällig und das Vermessen ergab: Beide sind ca. 35cm groß und wiegen 1170g und 1240g. Die Durchblutung ist normal, die Entwicklung auch. Alles gut. :) Leider zeigt sich beim Ultraschall immer nur der rechte Zwillinge. Sein Brüderchen präsentiert grundsätzlich nur seinen Rücken.

Treten hingegen tun alle Zwei kräftig. Die wissen, wie sie die Mama ärgern können. Mein Bauch wächst und wächst, sieht manchmal sogar etwas deformiert aus, wenn die Jungs ihre Hintern am Oberbauch rausdrücken. Sie liegen die gesamte Schwangerschaft schon mit den Köpfen nach unten, was eine natürliche Geburt möglich machen würde. Ob es eine solche wird oder doch ein Kaiserschnitt – das liegt in den Sternen. Bisher hat da niemand mit mir drüber gesprochen und ich nehme es vermutlich so wie es kommt. Meine Oma mütterlicherseits und meine Ma hatten immer recht “schnelle” Geburten, keine länger als 5 Stunden Wehen, was mir Hoffnung auf eben eine solche gibt. Aber wer weiß….

Anfangs hatte ich Sorge vor der Geburt. Ein wenig Angst vor den Schmerzen. Doch irgendwie schwindet die immer mehr je näher der Tag rückt. Ich kann nicht sagen, wieso das so ist. Ich weiß es nicht. Aber ich bin ruhiger beim Gedanken an die Geburt als noch am Anfang der Schwangerschaft. Vielleicht ist es einfach eine Art “ergeben” in die Situation, die mich da ruhig werden hat lassen.

Wie geht es nun weiter?

Gestern war ich bei meiner Frauenärztin. Sie hat die Cervixlänge kontrolliert. Mein Gebärmutterhals ist nun wieder bei 2,4cm. Das ist für mich ein tolles Ergebnis, denn es bedeutet, dass ich mindestens eine weitere Woche daheim rumliegen darf. Es war wohl eine gute Entscheidung das BarCamp Hannover und das BloggerH Treffen sausen zu lassen. Auch den Fashion Week Besuch im Rahmen der DM marken Academy Beauty habe ich bereits abgesagt.
Wöchentlich werde ich nun kontrolliert und da meine Frauenärztin auch nur wenige Häuser weit von mir entfernt ist, kann ich ganz gemütlich hinschlendern – ok eher watscheln…. denn die Kugel wächst und wächst….

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Leider wächst nicht nur die Kugel, auch meine Wasseransammlungen im Körper wachsen. Ich merke es vor allem an den Beinen und Händen. Meine Zunahme beträgt derzeit 15 Kilo. Und auch mein Insulinbedarf steigt stetig. Morgens muss ich 200 Einheiten Humaninsulin spritzen und 2 Stunden mit dem Essen warten, damit ich nach dem Essen im Zielbereich liege. Das ist heftig viel. Den Rest des Tages bedarf es nochmal 200 Einheiten verteilt, damit alles funktioniert. Mein Doc stellt mich nun auf Analog-Insulin um. Dies wirkt schneller und ich muss wohl weniger davon spritzen. Ich bin gespannt, wie ich damit klarkomme. Eventuell machen wir auch eine Mix-Therapie davon, dass ich einen Teil Humaninsulin und einen Teil Analog-Insulin als Unterstützung spritze. Für die letzten 7 bis 10 Wochen (wenn alles gut läuft) werde ich das auch noch auf die Reihe bekommen. Bisher klappte es mit dem Zucker im Großen und Ganzen ja ganz gut. Und der Langzeitwert war nur durch den Krankenhausaufenthalt von 4,8 auf auf 5,0 gestiegen.

Für die meisten Schwangeren ist nun der Zeitraum angebrochen, wo die Schwangerschaftsstreifen auftreten. Bisher habe ich noch immer nicht einen einzig neuen Schwangerschaftsstreifen. Ich sag immer: Kein Wunder, denn Neue haben da einfach bei all den Alten keinen Platz mehr. xD

Hin und wieder habe ich nun morgens wieder Übelkeit, aber nicht schlimm. Die Schmerzen beim Laufen sind nach dem Aufstehen recht stark. Die Kids treten als wenn sie die WM mitspielen wollen und Sodbrennen nervt mich manchmal auch. Mittlerweile sind meine beiden Hände von Missempfindungen heimgesucht. Ein ständiges Gefühl von Kribbeln und Brennen. Aber ich will mich nicht beklagen. Ehrlich gesagt, empfinde ich meine Schwangerschaft im Großen und Ganzen als recht traumhaft. Hier und da ein paar Wehwechen, die man gut wegstecken kann, ein bisschen nervig wegen dem nun Rumliegen aber hey, es könnte VIEL schlimmer sein. Ich hatte allein wegen meiner Vorerkrankungen mit viel mehr Problemen gerechnet. 30 Wochen sind schon um und ich hatte eine gute Zeit bisher. :)

Der nächste Frauenarzttermin wird übrigens spannend, denn meine 3. große Ultraschalluntersuchung steht da ebenfalls an. Ich hoffe dann wieder auf neue Ultraschallbilder. :)

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6 thoughts on “Bettlägerig – was macht man da so und wie geht es den Kids?

  1. auch wenn das dauernde liegen auch anstrengend werden kann ;) schön das es euch allen gut geht.

  2. Ich finde es bewunderswert, mit welcher Gelassenheit Du das alles nimmst. Manchmal streßt es mich, wenn ich das „Gejammere“ auf anderen Blogs lese, hier ist das Abklingbecken für meinen Blutdruck :))

  3. *lach* Freut mich, dass Du hier „runterkommen“ kannst xD
    Ich leb nach der Devise, was soll ich mich aufregen? Gelassenheit ist angenehm, ich nehm wie es kommt und mein inneres Bauchgefühl sagt mir, dass alles gut wird. Und ich hab schon so viel im Leben erlebt und überlebt, dass ich sagen kann: wenn es mal hart auf hart kommt, steh ich auch das durch. Irgendwie. Immer. So wie immer. Es kann weh tun, es kann nervig sein, es kann unangenehm sein, es kann echt übel sein, aber alles kann man überstehen und die sonne geht auch immer wieder auf. :)

  4. Eine sehr gute Frage. Aber ich denke, dass da wenig Sorge bestehen muss. Alle 30 Minuten lauf ich locker mal ins Bad…. ein Sohnemann meint, dass Mamas Blase super zum Kuscheln wären… *räusper* Und ich besitze auch hocherotische Strumpfwaren – diese schnuckeligen Kniestützstrümpfe #irks, die ich brav täglich trage.

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