Die letzten Tage der Schwangerschaft

pregnant-193850_1920Der nächste Frauenarztbesuch endete damit, dass die Frauenärztin dachte, mein Pessar wäre verrutscht. Doch nein, es saß ordentlich an Ort und Stelle. Um das festzustellen, stocherte sie ganz gut in mir rum…. das ärgerte mich ein wenig im nachhinein. Aber Vorsicht ist ja besser als Nachsicht. Dafür entdeckte sie eine kleine Wasserzyste auf dem Kopf eines meiner Jungs. Und beim CTG gab sie nach über einer Stunde auf…. sie fand den zweiten Zwilling einfach nicht. Damit überwies sie mich zum CTG und zur Kontrolle sowie zur Geburtsplanung an die Klinik.

Eine Zyste auf dem Kopf? Sollte harmlos sein, sagte sie. Der Gebärmutterhals war weiterhin bei 1,6cm stabil, daher war ich dann doch beruhigt. Ich vereinbarte einen Termin in der MHH zur Geburtsplanung und legte mich bis dahin wieder entspannt ins Bettchen. Am Montag stand der erste Besuch der Haushaltshilfe an und mit selbiger klappte es ganz gut. Sie putzte ein wenig und kochte für mich. Sie war freundlich und konnte gut mit meinen Hunden.

Dienstags gings dann in die MHH. Doch von Geburtsplanung keine Spur. Ich wurde untersucht und Doktor G. wollte mich für Donnerstag bis Freitag stationär da haben, um weitere Tests zu machen. Da ich insgesamt 19 Kilo zugenommen hatte, war er besorgt, dass eine Präklamsie, die sogenannte Schwangerschaftsvergiftung, vorliegt. Auch er bestätigte die Zyste auf dem Kopf meines Sohnes, sagte aber, dass diese harmlos wohl sei. Ich atmete erleichtert aus. Anfangs mochte ich Dr. G. nicht sonderlich. Er meinte, ich hätte 5 Kilo abnehmen müssen, statt 19 kg zu und das widerspricht einfach meiner Logik…. da sind Zwillinge im Bauch und man setzt jede Menge Wasser an…. andere Schwangere nehmen schon bei einem Kind 35 Kilo zu…. aber egal… lieber zu viel als zu wenig untersucht….

Am Mittwoch war es Zeit für den nächsten Termin der Haushaltshilfe. Es kam jedoch eine andere Dame. 77 Jahre jung und robust wie meine Oma früher. Selbst Mama von 6 Kindern und 14fache Oma. Wir verstanden uns prächtig. Sie versprach mir für Montag Kartoffelpuffer mit Apfelmus zu machen. So richtig nach Omas Art. Ich freute mich tierisch drauf. Ich fühlte mich, als wenn ich eine neue Oma hätte. *kicher*

2014-07-22 09.03.04Am Donnerstag hieß es dann “Hallo Krankenhaus”. Ich schleppte mich schwerfällig mit meinem Mann dahin. Ganz ehrlich? Die Schwangerschaft wurde wahrlich beschwerlich. Strümpfe und Hosen allein anziehen war schon unmöglich geworden und ich trug schwer an meinen beiden Bauchzwergen…. Im Krankenhaus wurde mir dann Blut abgenommen, Blutdruck 4 mal täglich kontrolliert und mein Blutzucker im Auge behalten. Zu Anfang jedoch, gabs erstmal ein CTG. Und dieses zeigte erstmalig Wehen an. Ich schaute auf das Gerät und dachte: Hä? Ich spürte nichts…. doch dann horchte ich nach und tiefer in mich rein und doch da waren Wehen. “Na toll, krieg ich meine ersten Übungswehen direkt hier am CTG”, dachte ich bei mir. Diese hielten 2 Stunden an bis ich auf mein Zimmer kam und ein Bett erhielt. Lag wohl an der Anstrengung, dachte ich. Nun den am Ende war dann nix, außer dass ich zukünftig einen Blutverdünner mit einmal täglich zu spritzen habe. Ab Sonntag sollte ich daheim damit anfangen. Da ich mir den Blutverdünner vorher auch schon immer allein im Krankenhaus gespritzt hatte, war das für mich auch in Ordnung. Dr. G. sagte dann, ich dürfte wieder heim, die restlichen Ergebnisse würden wir Montag einfach telefonisch nochmal besprechen. Er. stellte sich als Arzt mit sehr trockenem aber sympathischem Humor heraus. Ich mochte ihn.

Zuletzt kam der Chefarzt nochmal zur Visite vorbei. Bevor er wieder rausschlüpfen konnte, rief ich: “STOP. Ich war wegen Geburtsplanung am Dienstag gekommen und hab nun alles bekommen und gehört AUßER, wie meine Kids zur Welt kommen sollen.” Er grinste und kam nochmal an mein Bettchen. Er überlegte laut vor sich hin…. “mhhh Kaiserschnitt ist für die Kinder besser, natürliche Geburt ist für sie besser. Die Köpfe liegen unten. Es sieht ja alles gut aus. Wir probieren es normal und im Notfall kann man noch immer einen Kaiserschnitt machen.”

Ich war damit einverstanden und wollte noch wissen, wann das stattfinden sollte. Er sagte, er würde in ca. 3 Wochen ab 37+0 einleiten wollen. Auch damit war ich zufrieden, denn wie gesagt, ich trug langsam schwer an den Kids und merkte wie sehr es mich körperlich belastete.

Meine Ma fuhr mich heim und ich legte mich wieder ins Bettchen. Nur noch 3 Wochen dachte ich…. doch es kam ganz anders…..

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