Ärzte, Ärzte und noch mehr Ärzte…..

Es kommt mir derzeit vor als würde die Zeit rennen. Doch zeitgleich ist mir sämtliches Zeitgefühl verloren gegangen. Ich weiß manchmal nicht, welch Wochentag wir gerade haben, noch welch Datum. Es ist nicht wichtig. Datum und Uhrzeiten nehmen derzeit wenig Raum in meinem Denken ein. Mein Leben dreht sich aktuell fast nur um die Kinder. Nun denn, berichte ich Euch mal wieder, was sich alles so in den letzten 2 Wochen ereignet hat.

Basti beim Kardiologen

IMG_6351Es war Zeit für Bastis Kontrolluntersuchung beim Kinder-Kardiologen. Am Entlassungstag aus der Klink war festgestellt worden, dass eine Vene zwischen Herz und Lunge sich nicht ordnungsgemäß verschlossen hat. Dies wurde nun kontrolliert. Leider ist diese Vene noch immer offen. Doch laut Arzt kommt nur wenig Blut da durch, so dass Basti bisher keine Beeinträchtigung davon hat. in 4 Wochen sollen wir erneut zur Kontrolle. Der Arzt sagte bei der Untersuchung, dass wir aufgrund des Nabelbruches (beide Jungs haben einen) auch auf Leistenbrüche achten sollen. Das fand ich sehr nett, dass er uns darauf hingewiesen hat.

Die U3

IMG_6362Die U3 haben wir mittlerweile auch hinter uns. Es war ein sehr entspannter Termin und die Kinderarztpraxis gefällt mir sehr gut. Alle waren nett und zuvorkommend. Einzig doof ist, dass mein Kinderwagen nicht in den Fahrstuhl passt….. Soweit waren meine Jungs auch gesund, einzig bei Alex wurde prompt ein Leistenbruch festgestellt. Wir hatten die Beule 2 Tage vorher bemerkt und dachten, es sei ein hochgerutschter Hoden… tja so kann man sich täuschen. Wir bekamen sofort eine Überweisung zum Krankenhaus und mussten noch am selben Tag vorstellig werden. Ein Leistenbruch kann mit 25% Wahrscheinlichkeit bei Frühchen auftreten und bedeutet dann eine Operation. Bei meinem 8 Wochen alten Sohn schon eine OP? Begeistert war ich wahrlich nicht…. doch was sein muss, muss sein. Ich machte mir gar nicht so sehr Sorgen über die OP sondern viel mehr darüber, dass ich meinen Kleinen im Krankenhaus lassen musste. Doch soweit war es noch nicht. Nach einer Untersuchung in der Notaufnahme der Kinderklinik der MHH wurden wir wieder heimgeschickt. 3 Tage später sollte der Kleine stationär aufgenommen werden und den Tag darauf schon operiert sein.

Daheim setzte ich mich mit meinem kleinen Wurm erstmal hin und las in aller Ruhe nach, was ein Leistenbruch ist, wie er behandelt wird und wie das bei Säuglingen abläuft und wie sie es vertragen. Mich macht das ergoogeln solcher Dinge nicht ängstlich, sondern im Gegenteil beruhigt mich. Ich weiß abzuwägen, was ich da lese. Ich merkte schnell, dass es wirklich eine absolute Routineoperation ist. Mir tat es gut, dass ich Alex nicht sofort im Krankenhaus lassen musste. Es zeigte mir auch, dass nicht “höchste” Eisenbahn besteht, sondern alles gut ist.

Die Operation

Donnerstags fand ich mich am Vormittag mit Alex in der Kinderklinik ein. Ich meldete meinen Kleinen an und ab ging es auf die Kinderchirurgie Station. Diese kannte ich noch aus der Zeit der Geburt, denn auf selbiger sind Belegbetten der Frühchenstation. Von dort musste ich in die Poliklinik zur Untersuchung. Netterweise wurde mir ein Kinderwagen zur Verfügung gestellt, denn sorry lange Tragen kann ich Alex in der Babyschale nicht. Das zieht doch noch arg vom Kaiserschnitt in meinem Innern. Während der Untersuchung fragte ich gezielt nach dem Operateur und wer genau operieren wird. Nach ausführlichem Gespräch beschloss ich den Chefarzt dranzulassen. Gut, dass ich meine Jungs zusatzversichert habe, sonst wäre so etwas nicht möglich. Den Chefarzt lernte ich kurze Zeit später kennen und fand ihn sofort sympathisch. Er hatte eine sehr nette Art und dazu noch Humor. Ich vertraute ihm sofort.

IMG_6392Kurz danach ging es auch schon ins Zimmer. Alex bekam das selbe Zimmer, wie nach der Geburt. Noch 3 weitere Säuglinge waren mit ihren Eltern dort. Ich organisierte Milch, zog Alex um und fütterte ihn in aller Ruhe, als der Narkosearzt zum Gespräch kam. Er erklärte mir genau wie er die Narkose setzten werde. Er wolle keine Vollnarkose machen, sondern nur am Rückenmark im untersten Bereich betäuben sowie Schmerzmittel dort hineinspritzen. Er zeigte mir an einem Schaubild die Stelle und erläuterte die Risiken. Alex würde die OP im Wachzustand erleben, jedoch wohl eher von sich aus schlafend. Er würde auf eine Wärmematte gelegt, die von unten mit warmer Luft umspült werde. Nur wenn ein Baby wirklich total unruhig sei und man keine andere Wahl habe, würde man zur Vollnarkose greifen.

Es war spannend zu erleben, dass man als Mama wie ein rohes Ei behandelt wird. Jeder ist übervorsichtig im Umgang mit einem und man wird fast schon in Watte gepackt. Für die meisten Mamas ist das sicherlich nicht verkehrt. Immer wieder höre und lese ich davon, dass Mamas halb mitsterben, wenn Kind sich nur stößt. So auch beim Blutabnehmen, das scheinen Mamas nicht gut zu vertragen.

2014-09-20 12.46.37Bei Alex musste nochmal Blut abgenommen werden. Ich legte ihn auf die Matte und der Arzt versuchte an seinem Handrücken Blut abzuzapfen. Er stach die Nadel hinein, Alex brüllte los, doch Blut kam keines. Der Doc prockelte ein wenig in der Hand rum, doch Pustekuchen. Es kam nix. Er zog die Nadel wieder raus und sagte, er müsste es an anderer Stelle nochmal probieren. Ich stand dabei und hatte meinem Sohn die ganze Zeit den Kopf gestreichelt. Als der Arzt nun eine neue Nadel holte, beugte ich mich zu meinem Sohnemann runter und sprach zu ihm: “Also mein Schatz, wenn der Onkel Doktor nun wieder nicht trifft, dann zieh ich Dir die Pampers aus und Du darfst mal zeigen, wie toll Du zielen kannst.” Die Schwester kicherte los, der Arzt schmunzelte als er am Kopf meines Jungen dann die Ader fand. “Da hat der Onkel Doktor ja nochmal Glück gehabt. Sorry Alex, nächstes Mal darfst vielleicht.”

Als ich darüber bei Facebook schrieb, wurden Stimmen laut, die den Arzt beschimpften. Er solle doch seinen Job richtig machen, wo er studiert habe und so weiter. Ich kann solch Reaktion nicht verstehen. Er ist ein Mensch. Menschen sind nicht unfehlbar. Und Blut abnehmen ist auch bei mir nicht immer leicht. Dass man eine Vene mal nicht trifft, kann vorkommen. Auch bei Babys.

IMG_6399Nun denn, soweit war alles gut. Meinem Kleinen ging es soweit gut. Doch ich musste mich von ihm loseisen. Daheim wartete meine Ma, die bei Basti geblieben war, und wollte mit den Hunden Gassi gehen. Dazu musste ich heimkommen, um Basti zu übernehmen. Schweren Herzens ließ ich meinen Kleinen in der Klinik. Ich wusste er ist gut versorgt und die Schwestern kannten ihn bereits von früher. Es war dann sehr seltsam mit nur einem Kind daheim…. Und das auch noch an unserem 5. Hochzeitstag. Mein Mann hatte mir abends Blumen mitgebracht, über diese freute ich mich sehr, doch gedanklich waren wir Beide nur bei Alex.

Am nächsten Morgen hatte ich die Handwerker im Haus. Das Badezimmer hatte dank Pfusch beim letzten Mal, erneut einen Wasserschaden. Ich klärte noch Dinge mit dem Fliesenleger und machte mich auf in die Klinik. Ich kam genau pünktlich in den Aufwachraum, wo mein Kleiner gerade herein gebracht worden war. Er hatte die OP gut überstanden und er war auch nur lokal betäubt worden. Nachdem er wieder halbwegs wach war, wurde er hinauf in sein Zimmer gebracht, wo er lauthals Milch forderte. Ich fütterte ihn und saß bei ihm, während er schlief. Doch am Nachmittag musste ich mich erneut loseisen. Doch ging es dieses Mal leichter, da ich wusste, dass ich ihn am nächsten Tag mit heim nehmen konnte.

Wieder vereint

Nachdem ich am nächsten Tag Alex abholte, fuhr ich kurz bei seinem Urgroßvater vorbei. Mein Opa hatte die Kleinen noch nicht gesehen und so konnte ich ihm wenigstens Alex mal zeigen. Danach ging es sofort heim, wo ich mich freute Alex wieder zu Basti ins Bettchen zu legen. Es ist wahrlich nicht schön von seinem Kind getrennt zu sein, vor allem wenn es so klein ist.

Aber das ist ja nun erstmal vorbei. Die Chance, dass er nochmal an der selben Stelle einen Leistenbruch bekommt, liegt bei 3%. Dass er einen auf der anderen Seite bekommt, bei 7%. Also nicht so hoch. Eher kann auch Basti noch einen entwickeln. Doch wir hoffen, dass es ihm erspart bleibt.

Die Rüsselseuche

Tja und nun hab ich die Rüsselseuche…. Schnupfen, Halsweh – das ganze Programm. Mich hat es voll erwischt. Mit fetter Erkältung Zwillinge zu versorgen, ist kein Zuckerschlecken. Ich bin meiner Ma echt dankbar, dass sie mich unterstützt. Vor allem jetzt,  wo Alex derzeit sehr anhänglich ist und dauernd auf dem Arm sein will. Ohne meine elektrische Babyschaukel, hätte ich wohl nie die Hände frei.

3 thoughts on “Ärzte, Ärzte und noch mehr Ärzte…..

  1. Gute Besserung liebe Conny.

    Ich habe auch zwei Kinder – zwar keine Zwillinge – aber dafür nur 18 Monate Altersunterschied. Als Mutter krank sein ist nicht einfach.

    Du kannst dankbar sein für die Hilfe Deiner Mutter.

    Ich kann gar nicht zählen wie oft ich mit einer Erkältung oder Magen-Darm-Grippe raus musste, und mich um alles kümmern musste. :-(

  2. Ohne die Familie geht so was oft nicht :-( ! Wir hatten mit unserer Kleinen (haben 3 Kinder) auch diese Probleme gehabt und waren auf die Unterstützung der Familie angewiesen. Dafür sind wir aber auch sehr dankbar. Mittlerweile geht es wieder einigermaßen :)

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