Ein Schrecken in der Nacht

Unsere Jungs kommen gut alle 4 Stunden und wollen gefüttert werden. Alex kommt manchmal auch schon nach 3 Stunden, je nachdem wie viel er vorher getrunken hatte. Daran sind wir gewöhnt. Doch vorgestern Nacht war es plötzlich anders….

IMG_6651Um 19 Uhr hatte ich beide Jungs gefüttert und ins Bettchen gebracht. Sie schliefen friedlich. Um 22 Uhr hatte mein Mann Alex nochmal gefüttert. Basti schlief noch tief und fest, so beschlossen wir gegen Mitternacht uns hinzulegen. Basti hatte gut getrunken und er würde sich sicherlich in den nächsten 30 Minuten melden. Tat er aber nicht. Wir erwachten um 2 Uhr morgens durch das Gebrüll von Alex. Mein Mann stand auf und ging Alex wickeln. Es war dann kurz ruhig aus dem Kinderzimmer und plötzlich brüllte Alex sehr laut los. Ich war irritiert und stand auch auf und ging zum Kinderzimmer. Da kam mir mein Mann mit Basti auf dem Arm entgegen, drückte ihn mir in den Arm und sagte aufgeregt: “Er ist ganz kalt und rührt sich nicht.”

Ich betrachtete meinen Sohn. Als erstes strich ich ihm über den Kopf. Er war kühl aber nicht kalt. Die Händchen hingegen waren eiskalt. Doch ich wusste, dass dies bei Regelungslosigkeit im Schlaf bei Babys normal ist. Ich schaute in Bastis Gesicht und sah, dass er atmete. In dem Moment macht man einfach einen Komplett-Check-Up. Ich hatte gar keine Zeit mir Sorgen zu machen. Ich ging einfach alle Punkte durch und prüfte wie es meinem Sohn ging. Er schlief einfach nur tief und fest. “Schatz, keine Sorge. Er schläft nur. Er ist mitten im Tiefschlaf.”, beruhigte ich meinen Mann.

IMG_6643Mein Mann berichtete mir dann, was passiert war. Wir haben im Fensterbrett eine kleine Lampe stehen, diese steht hinter einem Vorhang, so dass wir beim Wickeln nur gedämpftes Licht im Kinderzimmer haben. Mein Mann wickelte Alex und schaute dann mitten drin rüber in Bastis Bettchen. Er war der Meinung, dass Basti lila angelaufen sei. Er legte Alex halbnackt ins Bettchen und schnappte sich umgehend Basti. Als dieser sich dabei null bewegte und sich kalt an den Händen anfühlte, bekam er einen Schrecken. Er hatte ihm auf den Rücken geklopft und ihn dann sofort zu mir gebracht. Der Schrecken saß bei meinem Mann tief, er machte Basti umgehend ein Fläschchen, da Basti schon 7 Stunden ohne Nahrung war. Ich ging derweil mit Basti ins Kinderzimmer, wo Alex brüllte und legte ihn kurz in sein Bettchen und wickelte Alex zu ende. Mein Mann kam herein und schnappte sich Alex und schickte mich mit Basti ins Wohnzimmer, wo schon das Fläschchen stand. Ich setzte mich in aller Ruhe mit Basti hin. Ich hatte schon vorher gesehen, dass er langsam aus dem Schlaf erwachte und munterer wurde. So hielt ich ihn im Arm und sprach leise mit ihm, bis er wirklich wach war. Mein Mann verstand meine Ruhe nicht und wieso ich nicht sofort die Flasche gab.

Wir fütterten dann Alex und Basti gemeinsam auf dem Sofa und sprachen darüber, ob Basti wirklich lila gewesen sei. Das Licht ist sehr dämmerig und die Kinder wirken im Halblicht immer leicht dunkel im Gesicht. Je länger mein Mann darüber nachdachte, umso unsicherer wurde er, ob Basti wirklich lila gewesen sei. Vor allem weil Basti auch kein plötzliches Einatmen beim Klopfen auf dem Rücken hatte.



Der plötzliche Kindstod

Der plötzliche Kindstod ist ein Damoklesschwert, welches über allen Eltern hängt. Frühgeborene mit geringem Geburtsgewicht vor der 33. Schwangerschaftswoche, Jungen und Mehrlinge sind besonders gefährdet. Doch darf man sich nicht verrückt machen. Es gibt Empfehlungen mit denen man das Risiko senken kann. Beispielsweise dass man keine Nestchen ins Bett baut und die Kinder auf dem Rücken in einem Schlafsack schlafen lässt und die Zimmertemperatur bei ca. 18 Grad hält. Auch vom sogenannen Co-Sleeping wird abgeraten. Man soll die Kinder lieber im eigenen Bettchen, jedoch im Schlafzimmer der Eltern schlafen lassen, aber nicht im Elternbett direkt mit. Auch sollte nicht in der Wohnung geraucht werden und die Kinder mindestens 6 Monate voll gestillt werden.

Viele Eltern benutzen Sensormatten, wir jedoch nicht. Meist schlagen diese erst an, wenn es eh schon zu spät ist und ehrlich gesagt macht man sich dank Fehlalarmen auch eher verrückt. Die Wahrscheinlichkeit des plötzlichen Kindstods liegt in Deutschland laut Wikipedia bei 0,04 %. Das ist bei weitem nicht das, was man eigentlich immer so annimmt, wenn man sich unterhält. Ich will mich nicht davon verrückt machen lassen. Ich halte mich an die Empfehlungen, welche sich bewährt haben, den plötzlichen Kindstod zu vermeiden. Aber es wirklich in der Hand hat man nun mal nicht. Vor kurzem las ich bei jemanden die Aussage: “Der plötzliche Kindstod ist wie eine Fehlgeburt, nur später eintretend.” Ich kann diese Einstellung nachvollziehen, man hat es eben nicht in der Hand, aber man kann vorsorgen – soweit es eben möglich ist.

Übrigens schlief Basti auch die nächste Nacht von 19 Uhr bis 2 Uhr durch. Er scheint sich einfach umgestellt zu haben.

2 thoughts on “Ein Schrecken in der Nacht

  1. Holla, ich kann deinen Mann gut verstehen. Es geht schneller als man denkt, der erste Sohn meiner Tante ist mit nem halben Jahr in Ihren Armen gestorben. Wenn man so nah dran ist geht man damit nochmal anders um. *seufz*

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