Helmgate – Wenn Fotos für Abmahnungen sorgen

Manchmal passieren Dinge, wo man sich fragt, wie das eigentlich alles passieren konnte….

Wie Ihr wisst, brauchte mein Sohn eine Helmtherapie. Für die Kopforthese von Cranioform musste ich aus eigener Tasche 1819,- Euro bezahlen, da die Krankenkasse diese Behandlung nicht übernommen hat. Ich kämpfte mit der Kasse darum, bat um Unterstützung, legte Widerspruch ein, doch alles erfolglos. Somit zahlte ich selbst die Behandlung und damit den Helm, da mein Sohn später keine Schmerzen und Dauerverspannungen haben soll oder gar wegen einem “komischen Kopf” gehänselt werden soll.

Ich schrieb einen Blogartikel darüber, beschrieb auch wie positiv der Behandlungsverlauf ist, damit auch andere Menschen sehen, dass dieser Helm etwas bringt. Vielleicht, so dachte ich bei mir, wird eines Tages der Helm doch noch eine übernahmefähige Behandlung. Aufgrund einer holländischen Studie ist er als Behandlungsform nicht anerkannt. Das ist wohl der Grund für die Kassenablehnungen. Daher wollte ich zeigen, wie gut dieser Helm wirkt. Klar, habe ich damit auch kostenlose Werbung für Cranioform gemacht.

Die fanden meinen Artikel zumindest so gelungen, dass sie ihn auf ihrer Facebook Firmenpage teilten, was mich freute.

Für meinen Artikel hatte ich Fotos vom Kopf meines Sohnes verwendet, welche im Annastift aufgenommen worden waren. Ich hatte die Ärztin im Dezember (und nochmals im Januar) vor Ort gefragt, ob ich diese für meinen Blogartikel verwenden dürfte. Ich sei Bloggerin und möchte gern darüber berichten. Auch für die Huffington Post würde ich gern einen Artikel zu der Problematik der fehlenden Kassenübernahme noch schreiben. Ich erhielt daraufhin die mündliche Zusage und sie gab mir sogar noch einen Artikel von ihr mit, welchen ich inhaltlich verwenden dürfte. Sie fand es gut, dass man darüber schreibt, damit es vielleicht eines Tages doch übernommen wird.

IMG_0798_thumb

Dann kam der Tag, an dem ich auf der Firmenfacebookpage von Cranioform einen Eintrag entdeckte, in welchem sie für die Neueröffnung eines neuen Standortes in Graz warben und dabei war eines meiner selbstgeschossenen Helmfotos. Ungefragt wurde dieses dort zu gewerblichen Zwecken benutzt. Das ärgerte mich sehr. Eine Firma hat genug Geld sich einen Fotografen zu leisten, um selbst Fotos zu machen. Blogger sind nicht frei zur Verfügung stehende Plattformen, wo man sich einfach bedienen kann. Ich selbst hatte extra nachgefragt, ob ich die Fotos und Scans benutzen darf und dann bedient man sich bei mir ungefragt?

Ich ließ Cranioform von meinem Anwalt abmahnen und stellte das Foto in Rechnung. Die Abmahnung belief sich insgesamt auf 874,34 Euro.

Ich fühlte mich im Recht. Ich hatte diesen Helm für 1819 Euro teuer bezahlt. Ich habe ihn beklebt, habe ihn fotografiert und einen Artikel dazu verfasst. Es ist mein Foto und ich hätte gefragt werden wollen. Ich hätte vermutlich nicht nein gesagt, vielleicht hätte ich auch einen kleinen Obolus verlangt, aber das wäre alles ok und rechtens gewesen. Es wäre sogar nett gewesen, weil die 1819 Euro uns echt weh taten und tun.

Nun würde man erwarten, dass eine Firma ihren Fehler einsieht und versteht, dass das Internet keine freie Bilderböse ist, doch stattdessen reagierte Cranioform mit einer Gegenabmahnung über 1300,34 Euro. Ich wurde für die in meinem Helmartikel verwendeten 3 Fotos, die im Krankenhaus gemacht wurden, abgemahnt. Auf 2 Fotos waren Kopf-Scans meines Sohnes zu sehen, auf denen die Ärztin mit Kugelschreiber darüber gemalt hat, wie die Kopfform später sein würde. Auf einem weiteren Bild sieht man den Kopfumriss meines Sohnes von oben, einmal vor-dem-Helm und einmal nach dem-Helm als Unterschied übereinander gelegt. In der Abmahnung hieß es, dass Cranioform der Urheber dieser Bilder sei. So wie ich es verstanden habe, weil die Software und die Maschine mit der die Bilder gemacht wurden, ihnen gehört.

Für mich ist das völlig unverständlich. Wäre dies so, müsste Canon so ziemlich alle meine Bilder abmahnen, da sie die Kamera entwickelt haben, mit der ich meine Fotos schieße. Und abgesehen davon, hatte ich die Ärztin um Erlaubnis gefragt. Diese hat 2 der Bilder mit Kugelschreiber noch verändert, indem sie darauf malte. Ich fühlte mich ehrlich gesagt veräppelt. Vor allem auch deswegen, weil die Gegenabmahnung um knapp 500 Euro höher war als meine Abmahnung. Man bot mir immerhin an die Abmahnungen gegeneinander aufzurechnen und ich solle nur den Fehlbetrag überweisen. Sehr freundlich, oder?

Nur kurz danach war ich erneut zur Helmkontrolle im Krankenhaus. Ich hatte meinen Artikel ausgedruckt und der Ärztin mitgebracht. Gleichzeitig bat ich sie die Genehmigung aus Dezember und Januar noch einmal mir schriftlich zu erteilen. Für meinen Artikel in der Huffington Post wollte ich das rechtlich lieber sicher haben. So sagte ich es ihr. Über die Abmahnungen sprachen wir nicht.

Als Cranioform mitbekommen hat, dass ich diese besitze, hat die Ärztin die Erlaubnis widerrufen und zurück gefordert. Ich habe das Original an sie zurück geschickt und die Bilder sind natürlich entfernt. In einem weiteren Schreiben teilte Cranioform meinem Anwalt mit, dass sie die umfassenden Nutzungsrechte der Ärztin übertragen bekommen hätten. Somit also gar nicht der Urheber wohl sind, sondern nur Nutzungsrechteinhaber. Urheber wäre somit wirklich die Ärztin.

Und da stehen wir nun. Cranioform hält ihre Abmahnung aufrecht. Sie behaupten weiterhin im Recht zu sein. Es gab keine Entschuldigung für die unerlaubte Verwendung. Das scheint auch nicht üblich in der heutigen Zeit. Zusätzlich unterstellen sie mir die Vermarktung meines eigenen Kindes. Das empfinde ich als absolute Frechheit. Ich schrieb den Artikel, um die Helmtherapie bekannter zu machen und voranzubringen, wollte in der HuffPo aus genau dem Grund zusätzlich veröffentlichen, was Cranioform eventuell als Helmanbieter sogar positive Effekte gebracht hätte, und muss mir unterstellen lassen, ich würde meinen Sohn vermarkten????

Im letzten Schreiben führen die Anwälte an, dass sie der Auffassung sind, wenn jemand die Nutzungsrechte erbeten hat und bekam, dann gelte damit automatisch dass die andere Seite auch an allem Nutzungsrechte habe. Ergo ich frage um Erlaubnis und bekomme diese und dann darf Cranioform automatisch meine Bilder nutzen, weil sie mir ja eine Erlaubnis einräumten – so das moralische Denken, wenn ich es richtig verstanden habe. Auch hätte ich direkt mich an Cranioform wenden sollen anstatt, wie es mein Recht ist, einen Anwalt damit zu beauftragen. Warum Cranioform der Meinung ist, dass man mich nicht fragen muss, verstehe ich  null. Hätten sie gefragt, es wäre kein Problem gewesen. Kleiner Obolus, weil es für gewerbliche Zwecke ist, und gut. Aber mal abgesehen davon, bin ich davon ausgegangen, dass die Ärztin Urheberin ist (was sie ja auch ist) und alleinige Nutzungsrechteinhaberin. Ich bin von der Ärztin im Dezember NICHT darüber aufgeklärt worden, dass sie die Rechte an Cranioform abgegeben hat.

Fassen wir nochmal zusammen:

  • Ich holte mir die mündliche Erlaubnis der Ärztin ein.
  • Ich schrieb den Artikel.
  • Cranioform fand ihn gut und teilte ihn auf Facebook.
  • Sie nahmen ein Bild aus eben jenem Artikel und benutzten es unerlaubt für gewerbliche Werbung auf Facebook.
  • Ich mahnte sie ab.
  • Cranioform löschte den geteilten Artikel auf Facebook.
  • Sie mahnten mich noch höher ab – für die Bilder, für die ich eine Erlaubnis der Ärztin hatte.
  • Ich bekam sogar noch die schriftliche Erlaubnis der Ärztin im nachhinein.
  • Cranioform behauptet, die Ärztin habe alle Nutzungsrechte an sie übertragen, weswegen die Erlaubnis der Ärztin an mich nicht gültig wäre.
  • Die Ärztin zog die Erlaubnis daraufhin zurück.
  • Cranioform sagt klipp und klar, dass sie nun nicht zahlen werden.
  • Cranioform besteht darauf, dass ich zahle.
  • Die Anwälte von Cranioform empfehlen Cranioform den Klageweg zu beschreiten.

 

Und nun stehe ich da und überlege was tun. Als kleine Bloggerin gegen ein Unternehmen antreten? Was wenn die Ärztin sagt, sie habe die Erlaubnis im Dezember/Januar nie gegeben? Obwohl ich es doch schriftlich noch später bekommen habe?

Als Zwillingsmama ist das Leben kostspielig. Kein Kind trägt die Sachen vom anderen Kind auf. Man muss vieles doppelt anschaffen. Ich habe das Elterngeld bereits umfangreich in Kleidung für die nächsten 2 Jahre für die Kinder gesteckt, weil ich nicht weiß, wie meine finanzielle Situation bis dahin sein wird. Ich bin in Rente, kann nur geringfügig nebenbei arbeiten und auch das wird immer schwerer je älter die Kids werden. Die gesamten Rücklagen waren bereits für den Helm drauf gegangen. Ich unterstütze dazu noch meine Oma finanziell im Heim. Meine eigene Gesundheit erfordert Medikamente und Behandlungen. Sagen wir so: Ich kann mir das Geld für ein Gerichtsverfahren nicht mal eben aus den Rippen schneiden. Nicht mal die Forderung von Cranioform kann ich mir derzeit irgendwo abzwacken.

Also was soll ich nun tun? Ich fühle mich im Recht. Fühle mich als Blogger ungerecht benutzt. Fühle mich als Mama doppelt getreten. Erst musste ich den Helm selbst bezahlen und dann noch das alles. Damals als ich den Helm bezahlen musste, dachte ich noch so bei mir: “Conny, sei froh. Du bist Zwillingsmama und es hätte Dich mit dem Helm doppelt treffen können.” Tja, anscheinend hat es mich mit dem Helm wohl doch doppelt getroffen….

Würdet Ihr das Risiko eingehen und weitermachen? Wenn ich einfach sagen würde, lasst es uns alles vergessen, jeder bleibt auf seinen Anwaltskosten sitzen, dann hätte Cranioform in meinen Augen gewonnen. Dann sind sie damit durchgekommen, dass sie ungefragt mein Foto benutzt haben und das auch noch für gewerbliche Zwecke. Ich hatte vorab um Erlaubnis gefragt, erhielt von der Urheberin die Erlaubnis und soll nun dafür zahlen, dass ich mich vollkommen korrekt verhalten habe? Ich kann das irgendwie nicht verstehen, noch einsehen.

Was soll ich machen?

71 thoughts on “Helmgate – Wenn Fotos für Abmahnungen sorgen

  1. Wow, das ist harter tobak.
    Ich sehe es wie du, du hast dich völlig richtig verhalten. Wäre ja noch schöner wenn nun die Hersteller von Aufnahmegeräten nun klagen könnten. Also ist deren Abmahnung eigentlich nichtig. Sie können doch nichts abmahnen was nicht ihrs ist. Das sollte das Gericht aber auch genauso sehen. Die Ärztin ist Urheberin und auch nur SIE könnte Abmahnen. Also ist ihre Abmahnung nicht rechtens.
    Das würde ich auf jeden Fall mal prüfen lassen. Sonst könnte wie du sagst ja auch Kodak und Co hingehen und sagen, das Bild ist mit meiner Kamera gemacht, also abmahnen. SCHWACHSINN.

  2. Hallo Conny,
    schwierig , ich würde eventuell mal bei der Ärztekammer oder wenn es sowas gibt eine für Medizinische Mittel.
    Eventuell eine Schlichtungsstelle einschalten.
    Es wäre für mein Rechtsempfinden nur Fair,wenn die Firma Dir den Helm kostenlos gibt /Die kosten erstattet. Immerhin setzt Du Dich dafür ein,die Terrapie bekannt zu machen damit die Kassen sie eventuell doch mal übernehmen .
    viel Glück

  3. x-( Das ist ja widerlich! So gruselig es klingt: Ich würde es drauf ankommen lassen und mir Unterstützung durch die Medien holen. Das ist einfach ein Unding.

    LG
    Peikko von den Koboldkindern

  4. Hm, du hast die Schlacht eröffnet. Wieso hast Du cranioform nicht per Mail kontaktet, denen Deine Situation geschildert und um einen Obolus gebeten? Meistens sind die Firmen sehr entgegenkommend….
    Du verhältst Dich genauso, wie die Menschen, die sofort Blogger abmahnen, wenn ein Foto von Ihnen veröffentlicht wird. Die Situation, in der Du dich befindest, haste Dir selber zu zuschreiben.
    Schaltest Du sicherlich nicht frei!

  5. I-x Das ist eine bodenlose Frechheit! Ich drücke dir die Daumen, dass du Recht bekommst! Meiner Meinung nach hast du vollkommen richtig gehandelt!

  6. Die haben halt einen netten Firmenanwalt, der sein Geld verdienen muss. Ich würde weiter machen – so geht das ja wirklich nicht!
    LG
    Sabiene

  7. @Sophie
    Wenn eine Privatperson meine Fotos ungefragt verwendet, schreibe ich denjenigen persönlich an. Von Unternehmen erwarte ich die Rechtskompetenz.

  8. Lass es Dir nicht gefallen! Was sie machen ist eine Sauerei. Und nein, nur weil Du nutzungsrecht für etwas bekomst, heißt es nicht, das der andere Deine Sachen nutzen darfst.

    Mach es publik!!

  9. Ganz ehrlich? Ja, dass die Firma zurück abgemahnt hat, ist schon krass. Nur frage ich mich, wie Sie das anprangern können? Die Firma macht dasselbe wie Sie. Denn warum haben Sie die Firma aufgrund der Fotobenutzung abgemahnt? Warum haben Sie nicht einfach erstmal das Gespräch gesucht? (Oder haben Sie das getan und die Firma war verständnislos?) Wie dem auch sei… Natürlich ist es nicht korrekt, dass die Firma Ihr Foto einfach so benutzt hat und die Rückabmahnung ist auch dreist. Aber trotzdem – im Endeffekt prangern Sie das Verhalten der Firma an obwohl Sie selbst mit der Abmahnung angefangen haben. Warum haben Sie die Firma denn abgemahnt? Sie dachten, so können Sie Geld reinholen. Ist ja okay. Aber dann doch nicht rumheulen, wenn es nicht klappt und mit dem selben Mittel zurückgekämpft wird… Und jetzt? Hoffen Sie auf einen Shitstorm und dass die Firma einknickt? Na dann… Ja, ein Unternehmen gegen eine Mutter – das ist nicht fair, das ist mies; ohne Frage. Aber kann man das so verwerflich finden? Die Grund-Handlung, unabhängig vom Ausführenden, ist die Gleiche…
    Alles Gute.

  10. Carsten, war das erste Mal, dass ich abmahnen ließ. Ist auch eine fiese emotionale Konstellation. Genau die Firma nutzt für Werbezwecke mein Foto, wo ich gerade 1819 Euro hinbezahlt habe für einen Helm, den meine Krankenkasse nicht übernahm. Gerade weil es eine Firma ist und Blogger keine kostenlosen Bildbörsen habe ich da abmahnen lassen mit humanen Summen. Ich empfand es als Frechheit ungefragt das Bild zu benutzen.

  11. 874 Euro human? Sorry, dass ist schlimmer als Marions Kochbuch. Ernsthaft. Ich möchte Blogger nie als Einheit sehen, aber hätte bei dir da nicht so mit gerechnet. Hab ich null Verständnis für. Gerade, weil „wir“ Blogger da einfach anders ticken. Einfach mal anrufen oder ne Mail schicken. Wäre vielleicht in 5. Mins aus der Welt – oder du hättest nen Helm billig oder gratis. Wären sie dir quer gekommen, hättest immer noch was unternehmen können. Ist aber nur meine Meinung.

  12. Klingt für mich nach „Krankenkasse hat nicht bezahlt, hol ich mir das Geld woanders wieder her“.

  13. Dein Problem dürfte aber sein/werden, dass du selbst ja auch eine Firma bist. Das Ganze liest sich ja so, als wäre da eine Firma gegen eine Privatperson. Du selbst bist aber mit diesem Blog ein wirtschaftliches Unternehmen und da wird man wohl einige Dinge anders sehen. Zumal du mit besagten Bildern ja auch Geld verdienst (egal wie hoch ein möglicher Gewinn tatsächlich ist).

    Somit wird aus Blogger vs. Firma dann leider Firma vs Firma.

    Bin gespannt wie das ausgeht und wünsche deinem Kind alles Gute.

  14. Mal ganz ehrlich.
    Die beschreibt hier mehr oder weniger das du kaum Geld hast und knapp bei Kasse bist etc.
    Aber Geld für einen Anwalt so mal eben locker machen…
    Passt für mich nicht zusammen.

  15. So wie ich das verstehe, hast du eine Firma für Bilder abgemahnt, deren Urheber du gar nicht warst.
    Die Abmahnung von Seiten Cranioform ist sicherlich dreist, aber die Fotos gehören dir genau so wenig wie denen, wenn dir von der Urheberin (die Ärztin) lediglich die Nutzung erlaubt wurde.

  16. Carsten, das meiste sind ja immer Anwaltskosten. Ist bei der Mahnung der Gegenseite auch nicht anders.
    Wäre ich erst mit Angebot gekommen, Rechnung oder irgendwas, wäre die Abmahnung auch als „ach klappte beim ersten Versuch nicht, kommste mir so oder wie“ ausgelegt worden.

    Martin, nein das ist ja Quatsch. Da spielt sicherlich mit rein, dass ich Kundin der Firma bin, aber vor allem, dass es für gewerbliche Zwecke benutzt wurde. Wäre ich gefragt worden, ich hätte vermutlich ja gesagt. Alles wäre gut gewesen.

  17. Was eine humane Summe ist, ist wohl sehr subjektiv. Ich sehe das ein bisschen wie einige andere hier… wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es hinaus. Das die Gegenabmahnung nur bei dir einflatterte, eben weil du hast direkt kostenpflichtig abmahnen lassen, ohne erstmal auf normalen Weg den Kontakt zu suchen, wird dir ja hoffentlich selbst klar sein. Natürlich war es von der Firma nicht fair, die Fotos ungefragt zu nutzen, deine Reaktion war aber meiner Meinung nach genauso daneben. Und da es hier Werbung gibt, du die Fotos in einem kommerziellen Artikel verwenden wolltest, aber letztlich ihr Produkt dafür genutzt hast, was für die offenbar ja sogar so lang völlig in Ordnung war, bis deine Abmahnung bei Ihnen landete, kann ich die Reaktion der Firma absolut verstehen, sorry.

  18. Okay, das hat sich für mich nicht direkt aus dem Text ergeben. Dann bist du selbstverständlich im Recht, auch wenn ich als Blogger niemals jemanden Abmahnen würde. Sowas kann man wie andere bereits erwähnt haben auch einfacher lösen.
    In diesem Fall würde ich aber definitiv weiter machen und mich nicht einschüchtern lassen.

  19. Man stelle sich vor, es wäre andersrum gewesen. Du wärst vom Unternehmen abgemahnt worden, ob gerechtfertigt oder nicht, aber der Aufschrei wäre da gewesen. Warum schreiben die nicht einfach eine Mail? Oder bieten dir auf dem kleinen Dienstweg an: 100,- her, sonst kommen wir mit Anwalt und Abmahnung und das wird noch teurer.

    Daraufhin hättest du eine Möglichkeit gesehen, selber das Unternehmen abzumahnen, weil genau das Unternehmen auch ein Bild von dir benutzt. Natürlich hättest du direkt zurück abgemahnt. Freudestrahlend und erleichtert, denen auch einen reinzuwürgen und sogar noch mit Zinsen. Ob gerechtfertigt oder nicht. Das Internet würde jubeln und dich feiern, endlich zeigt einer diesen fiesen Abmahnern mal wo es langgeht.

    So ist es aber genau andersherum. Sch… gelaufen. Deine persönlichen Lebensumstände sind hart und ich kann verstehen, dass du da die Chance gesehen hast, per Abmahnung etwas Geld herauszuholen. Aber so sehe ich da keine Chance. Vielleicht hilft die Aufmerksamkeit jetzt etwas, dass das Unternehmen dir noch etwas entgegenkommt, aber deine einzige Chance, meiner Meinung nach, ist zu zahlen und es als Lehrgeld abzuheften.

  20. Moralisches Verständnis hin oder her. Man mag es doof finden, dass ich, weil es eine Firma ist die mit meinem Foto für sich Werbung machte, sofort anwaltlich abgemahnt habe, aber mein Recht war es.

    Die Gegenabmahnung jedoch sehe ich nicht als rechtens an, denn ich hatte eine Erlaubnis des Urhebers. Dass diese die Nutzungsrechte abgegeben hat, das konnte ich nicht wissen. Woher auch?

  21. Ich bin hauptberufl. Fotograf und schicke nie direkt eine Abmahnung (ok, wenn die NPD meine Bilder verwenden würde wäre es was anderes :- )

    Eine Email hätte gereicht, dann eine Rechnung in vernünftiger Höhe, von mir aus sogar nach MfM, und dann hätte das alles im Rahmen bleiben sollen.

    Um die Nachricht noch undankbarer zu machen: Unsere Krankenkasse (eine BKK) hatte die Behandlung meiner Tochter bei cranioform komplett übernommen.

  22. Martin, das Helmfoto oben machte ich.
    Die von Cranioform abgemahnten Bilder hatte die Ärztin im Krankenhaus gemacht.

  23. Such dir bitte einen neuen Anwalt.

    Wenn die Ärztin die Fotos gemacht hat, ist sie die Urheberin. Urheberrechte lassen sich nicht 0815-mäßig übertragen, Nutzungsrechte schon. Und irgendwie war das nicht fest vereinbart mit der Ärztin und dir, wer diese besitzt.

    Das hätte dir dein Anwalt vor der Abmahnung eigentlich schildern sollen.

  24. Nun, wenn du glaubst, du wärst im Recht und die im Unrecht, klärt das doch vor Gericht. Da du die verwendete Fotos aber eben nicht selbst gemacht hast, wäre ich mir nicht so sicher wie du, was die Verwertungsrechte angeht. Aber, ich betone es gern nochmal, auch wenn du es nicht hören magst: hättest du gleich wie ein normal denkender Mensch reagiert und nicht die Rechtskeule ausgepackt, hätten die das wohl auch nicht. Nun sehen die sich nämlich im Recht.

  25. Halleluja, das ist ja echt harter Tobak, und eine Frechheit sondersgleichen. Wenn du jetzt aufgibst, werden solche Firmen es immer wieder so machen, und fühlen sich auch noch frecher Weise im Recht. Aber ich kann auch verstehen, dass du das wegen dem Geld nicht kannst. Vielleicht sollten wir wie damals bei Ikea wieder auf FB schreiben, vielleicht würden sie dann ja den Fehler einsehen, ich weiss es nicht. :( Es tut mir so leid für euch Conny, und ich seh wie du, ihr seid im Recht. LG Cindy

  26. Ich würde einmal in Frage stellen, ob die medizinischen Scans überhaupt einen urheberrechtlichen Schutz geniessen. Ich wage das zu bezweifeln, denn laut UrhG §2 Abs. 2 bedarf es dazu einer „persönlichen geistigen Schöpfung“. Ein medizinischer Scan ist aber dazu ausgelegt, die Realität in Details darzustellen und keine kreative, künstlerische Auslegung. Die Ärztin kann hier also meines Erachtens keinen urheberrechtlichen Schutz geltend machen und somit auch nicht die Nutzungsrechte an andere übertragen.

    Selbst wenn das nicht der Fall sein sollte, dann würde es sich um ein Bildnis handeln, für das du der Auftraggeber bist – in dem Fall hättest du automatisch nach UrhG §60 das Recht zur Vervielfältigung für nicht-gewerbliche Zwecke.

    Die Argumentation des Unternehmens ist also von vorne bis hinten nicht schlüssig. Sie dient wohl einzig dazu, dich zu verunsichern und dir Kosten aufzuzwingen.

    Das Problem ist hier, dass ein Unternehmen hier finanziell im Vorteil ist und diesen nun ausspielen will. Ob es dir das finanzielle Risiko und die zunächst nötigen Anwaltskosten wert ist, kannst am Ende nur du entscheiden. Ich wünsche dir viel Erfolg und Kraft dabei.

  27. Ebenfalls kein Verständnis. Finde das abartig, wenn Leute ohne persönliche Kontaktaufnahme zum Anwalt rennen. Egal ob privat oder geschäftlich.

    Auch deinen Erklärungsversuch kann ich nicht verstehen. Die Firma kann nichts dafür, dass die KK die Kosten nicht übernimmt. Das sollte man bei aller Emotionalität schon erkennen.

    „Man mag es doof finden, […], aber mein Recht war es.“ WIe gesagt: abartig.

  28. Malte, natürlich kann Cranioform nichts dazu, dass meine Kasse den Helm nicht übernommen hat. Das habe ich auch nie anders behauptet. :)

  29. Ich denke, der Knackpunkt könnte der Zeitpunkt der Abmahnung sein: Der Hersteller hat Deinen Artikel geteilt. Spätestens am diesem Zeitpunkt hat er Kenntniss von Deinem Artikel und der Verwendung der Fotos durch Dich. Wenn die Fotos unrechtmäßig sind, hätte er Dich sofort abmahnen müssen. Wenn er zu lange wartet (und hier hat er ja anscheinend Deine Abmahnung abgewartet, bis er aktiv geworden ist – das müsste sich evtl. auch aus dem Datum des Ausdruck Deines Blogs ergeben, der sicherlich der Abmahnung beilag, zumindest aber aus dem Datum der Abmahnung), dann ist die Abmahnung unwirksam.

    Ob für Dich § 97a Abs. 3 UrhG, der den Streitwert auf € 1000 deckelt, greift, halte ich für fraglich, da Du Dein Blog evtl. als Gewerbe angesehen werden kann. Evtl. wäre das aber noch einen Versuch wert, die Abmahnsumme zu drücken, wenn sich die Gegenseite darauf einlässt.

    Du könntest jetzt klagen. Deine Abmahnung ist offensichtlich eindeutig. Wenn der Hersteller auch klagt, sind seine Chancen weitaus geringer. Klagt er allerdings in Hamburg, hat er gewonnen, denn das dortige LG scheint nach dem Grundsatz „der Internetnutzer verliert immer“ zu urteilen.

    Natürlich bin ich kein Rechtsanwalt, deswegen: Alles nur persönliche Meinung.

    Ich denke, Du solltest mit dem Hersteller Kontakt aufnehmen. Je nach Größe mit der Geschäftsleitung oder der Pressestelle. Du versuchst mit Deiner Berichterstattung – die ja weit über den einen Blog-Post hinaus geht – seine Geschäftsgrundlage zu verbessern. Durch diese leidvolle Geschichte wird jetzt ein negatives Bild von ihm in der Öffentlichkeit erzeugt und der Kampf um Kostenübernahme gerät in den Hintergrund. Erpressen darfst Du natürlich nicht, aber effektiv liegt es jetzt in deren Hand, ob Deine nächsten Blogposts über den Fortgang des Verfahrens oder über die Behandlungsfortschritte berichten.

    webcore: Die Anwaltskosten trägt der Abgemahnte, deine Argumentation klappt nicht.

  30. Das Teilen deines Beitrags stellt definitiv eine stillschweigende Nutzungserlaubnis dar und dieses Teilen kann auch dann noch nachgewiesen werden, wenn sie es wieder gelöscht haben.

    Hast du dir eine Kopie der schriftlichen Erlaubnis der Ärztin gemacht?

    Das Übertragen von Nutzungsrechten erlaubt keinesfalls, andere rückwirkend einfach abzumahnen. Ich gehe davon aus, dass man dich mindestens zuerst hätte informieren müssen und dir die weitere Nutzung untersagen hätte müssen. Haben sie aber nicht, hier würde ich ansetzen.

    Natürlich kann ich deine persönliche finanzielle Situation gut nachvollziehen, aber genau darauf setzt doch diese unmögliche Firma. Ich würde an deiner Stelle rechtlich nicht sofort klein beigeben, sondern noch einmal einen Anwalt aufsuchen und dich beraten lassen. Jemanden, der darauf spezialisiert ist, wohlbemerkt. Und vielleicht versuchst du die Macht der (Eltern)Blogger zu nutzen für 1.) Shitstorm 2.) Teilen des Artikels 3.) Crowdfunding der Anwaltskosten

    … aber bevor ich den Artikel teile; informiere dich bitte auch, inwieweit es für dich gut ist, dass du über ein laufendes Verfahren zu bloggen… ich will mit dem Teilen helfen und nichts schlimmer machen…

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft!
    LG Jessi

  31. Einen guten Anwalt suchen, der sich mit Urheberrecht auskennt. Urheber kann nur sein, wer ein Werk persönlich in schöpferischem Vorgang geschaffen hat, demzufolge nicht der Hersteller, wenn die Maschine das Foto hergestellt hat (so habe ich das verstanden).

    Und: niemand wird dir sagen können, was du tun sollst. Selbst der beste Anwalt kann nur eine Prognose stellen, denn entscheiden tut am Ende der Richter!

  32. Hallo Conny,
    ich wurde über über die sozialen Medien gerade auf diesen Eintrag aufmerksam.

    Ich habe mir gerade einige der Kommentare durchgelesen und finde die Aussagen einiger Leute kurz und knapp aber verständlich.
    Und damit stelle ich mich auch auf die Seite der „Kontaktsucher“.
    Ich kann deinen Schritt aber auch gut verstehen und habe kein Verständnis für die Gegenabmahnung.

    Was ich aber jetzt seltsam finde:
    Du hattest medizinische Bilder vom Kopf deines Kindes online gestellt. Diese wurden mit einer Maschine von cranioform in einer Klinik durch eine Ärztin aufgenommen. Das sehe ich doch richtig so, oder?

    Unter der Annahme müsste doch eigentlich zwei Punkte geklärt werden:
    1. Kann man überhaupt Abmahnen, weil du ein Foto deines Eigentums aufgenommen hast (das noch dazu vermutlich ein Unikat ist)?
    2. (Kritischer) In wiefern kann die Ärztin eine Nutzungserlaubnis von Patientendaten (!) an die Herstellerfirma übertragen?

    Gerade bei Punkt 1 unter Betrachtung, dass du es sogar gelobt hast, gäbe es absolut keinen Grund, dort Ärger zu machen.
    Punkt 2 kann sich eventuell schnell klären lassen. Möglicherweise endet es aber unschön für die Ärztin wegen der Weitergabe von Patientendaten.
    Darüber solltest du mit einem Anwalt reden, wenn du weiterhin den juristischen Pfad besteigen willst. Ich bin der Meinung, dass du im Recht bist. Trotzdem empfehle ich dir, das Gespräch mit der Firma zu suchen und noch einmal einvernehmlich zu klären, dass du ihr Produkt positiv dargestellt hast. [Ferner wärst du aber nicht damit einverstanden gewesen, dass man deine Fotos ohne Nachfrage benutzt] (Klärung von Punkt 1 dürfte unterstützen)

  33. Ja, das hast richtig verstanden.

    Unschön für die Ärztin soll es in meinen Augen auf keinen Fall enden. Sie ist eine der nettesten Menschen, die mir je begegnet ist. Sehr zuvorkommend, freundlich, sehr am Wohl der Kinder interessiert, immer gutgelaunt und für ihre Sache engagiert. Ihr will ich in keiner Form Schaden zufügen und hoffe, dass zumindest da Cranioform und ich uns einig sind, dass egal wie das alles kam, die Ärztin keinen Schaden nimmt.

  34. Puh, ich finde mehr als unglücklich, wie da gelaufen ist. Wenn die Schilderung so stimmt, sieht dabei niemand gut aus.

    Ganz pragmatisch: Was erwartest Du, wenn Du ein Unternehmen abmahnst? Dass die zahlen? Das passiert vielleicht in 10% der Fälle. In 90% wird es eine unangenehme Gegenreaktion geben. Unternehmen entscheiden sowas selten selbst. Und wenn erstmal ein Gegenanwalt damit beauftragt ist, will der auch die Kosten von seinem Mandaten fernhalten.

    Das ist hier sicher noch im Rahmen. Es gibt Unternehmen, die feuern gleich eine ganze Salve ab. Da haste dann im Abstand von einigen Wochen eine ganze Reihe von Abmahnungen auf dem Tisch. In einem durchschnittlichen Blog ist ja so einiges abmahnfähig.

    Das summiert sich dann auf einen netten Streitwert, dessen Marsch durch die Instanzen locker 20.000 – 100.000 Euro kosten kann. Für große Unternehmen Portokasse, für die meisten Blogger das AUS.

    Deshalb würde ich als Bloggerli – ungeachtet des eigenen Rechtsempfindens – immer eine friedliche Lösung suchen.

  35. @Hendrik
    Das würde ich nicht sagen. Ich sehe ja am Kopf meines Sohnes, dass es funktioniert. Der Helm begrenzt die Stellen am Kopf, die nicht wachsen sollen und der Knochen wächst in die Aussparrungen. Dadurch kommt es zu einer normaleren Kopfform als vorher.

  36. Hi Conny,

    Du bist sicherlich in einer unschönen Situation. Ich teile Cashys Meinung insoweit, als dass Du die erste Salve abgeschossen hast – das hätte ich nicht getan. Ist aber auch egal, das ist Geschichte. Was kommt nun?

    Wenn es noch nicht zu spät ist, würde ich das persönliche Gespräch suchen. Ich würde mich vermutlich dafür entschuldigen, die Abmahnung versendet zu haben und das auf Deine Emotionalität bei diesem Thema schieben. Ich würde versuchen, die Situation im Guten zu klären. Wenn das nicht geht, beauftrage einen Anwalt damit, die Kosten Deiner Abmahnung zu senken. Vermutlich gibt sich das Unternehmen auch damit zufrieden, wenn Du eine etwas geringere Summe zahlst und eine Unterlassungserklärung abgibst, die nicht strafbewährt ist.

    Ob die Abmahnug berechtigt ist oder nicht, kann ich nicht einschätzen. Und genau deswegen würde ich es da im Zweifelsfall auch nicht drauf ankommen lassen. Das ist keine einfache, tausendfach geklärte Rechtslage. Hier können sich Anwälte so richtig austoben – und wenn Dein Prozessgegner es darauf anlegt, zieht er den Streit bis in die letzte Instanz. Oder bis Du kein Geld mehr hast, Deine Anwälte zu bezahlen.

    Versuche, Dich zu einigen – und schlag ein Ei darüber. Auch, wenn es schwerfällt und vielleicht noch einmal Geld kostet. Aber das Prozessrisiko wäre mir eindeutig zu hoch.

    Viel Erfolg,
    Daniel

  37. Der 1. Schuss kam von dir. Hättest du sie angeschrieben, wie vorher auch schon und gefragt, warum sie dein Bild nehmen. Deine Situation geschildert und sie gebeten ob sie dich unterstützen und du im Gegenzug weiter über die super Therapie im Blog berichtest und sie Das Bild benutzen dürfen wäre es sicher anders ausgegangen. Wenn sie nein gesagt hätten, hättest du immernoch was unternehmen können. Ganz ehrlich- JETZT solltest du deinen Anwalt konsultieren!!!

  38. Ich versuche das mal für mich zu entwirren. Aber egal was ich schreibe. Nur ein Anwalt kann Dir gerade helfen!

    1) Die abgemahnten Bilder sind nicht von Dir sondern von der Ärztin? Du hast von ihr die Nutzungsrechte schriftlich bekommen?

    Dann können die auch nicht einfach entzogen werden. Hier musst Du das dem Abmahner nachweisen. Sollte die Ärztin die Nutzungsrechte gar nicht übertragen können, kannst Du sie danach zivil haftbar machen.

    2) Wenn ich das richtig verstehe, war der Abmahngrund die Abbildung der Software bzw. des Logos oder eines geschützen Gebrauchsmusters auf dem Foto.

    Meines Wissens kann hier nur bei gewerblicher Nutzung abgemahnt werden. Somit wäre Dein Blog vermutlich raus. Ein Artikel auf der HuffPo wäre allerdings gewerblich. Da wird es dann kritisch. Allerdings lag hier beim Foto ja auch nicht der Fokos auf der Marke, sondern auf der Abbildung und der Aussage.

    Allerdings wird das geschützte Werk eben nicht nur unwesentliches Beiwerk (§ 57 UrhG) gewesen sein. Somit kann eine Abmahnung gerechtfertigt sein.

    Hier hilft nur ein Anwalt. Der kann abschätzen, wie hoch die Aussichten sind, bei einer Klage als Sieger hervorzugehen.

  39. @Thomas Wagner

    Werbung im Blog. Damit ist das Ganze automatisch kommerziell. Ganz egal, ob wirklich Gewinn erwirtschaftet wurde, unabhängig von der Höhe und auch unabhängig davon, ob sich der betreffende Blogger selbst als kommerziell oder privat sieht. Wenn Werbung geschaltet ist, bist du vor dem Gesetz kommerziell unterwegs und kannst nicht mehr sagen, dass es ein privater Blog ist (im Sinne eines Hobby o.Ä.).

  40. Hallo Conny,

    Daniel hat das sehr schön und wahrscheinlich sehr richtig ausgeführt.

    Mir ist beim Nachdenken auch noch ein weiterer Gedanke gekommen.

    „Deine“ Bilder zu Werbezecken im Facebook zu nutzen hat doch tatsächlich keine „Firma“ gemacht, sondern ein bei dieser Firma beschäftigter Mensch hat den Beitrag eingestellt. Der wird nicht lange diskutiert und rechtlich abgewogen sondern „gemacht“ haben. Wenn jetzt deine Abmahnung Erfolg hätte, wer bezahlt die geforderte Summe? Doch in letzter Konsequenz auch nicht die Firma. Die hält sich dann an den Mitarbeiter. Der wird in Regress genommen und zahlt nun vielleicht selber oder, wenn er Glück hat, hat er wenigstens ein (internes) Verfahren am Hals mit unbekannter Konsequenz. Auch nicht schön für den Betreffenden. Vielleicht hat der ja auch Kinder?? usw.
    Insofern ist die Reaktion der Firma vielleicht auch als Schutze des Mitarbeiters zu verstehen?
    Zugegeben, ettliche Vielleichts aber zu überlegen.

    Sehr vieles beruht im Internet doch auf Gegenseitigkeit und Kongruenz und nur weil es hier eine kommerzielle Firma ist, ist sie ja nicht per se schlecht wenn Sie (mal?) ein Foto ungefragt verwendet. Davon bist du aber sofort ausgegangen; die haben Geld und die sollen ruhig zahlen.
    Neid-Debatte; FAZ; 29.03.2014

    Dass du nicht umgehend den persönlichen Kontakt gesucht hast sondern dir stattdessen hier viel Rat einholst bringt die ganze Angelegenheit auch nicht wirklich voran.

    Daniel hat’s schon vernünftig auf den Punkt gebracht.

    Alles Gute für dein Kind!
    Micha

  41. Micha, es geht nicht um den Punkt, dass „die“ Geld haben und deswegen. Ich gehe davon aus, dass sie als Firma bessere Rechtskenntnisse haben als Privatpersonen. Dazu die emotionale Verstrickung und Gespräche mit weiteren Personen und eine anwaltliche Beratung später, kam es zur Abmahnung. Also ich hoffe doch mal nicht, dass ein Mitarbeiter dort deswegen Probleme bekommt, natürlich liegt sowas nicht in meinem Sinne. Aber als Social Media FB Page Betreuer müsste er es doch auch besser wissen, oder nicht?

  42. Sorry, eine Firma, ein Betrieb, eine Verwaltung oder ein Friseurbetrieb (Synonym!) bestehen doch aus Menschen die mehr oder weniger Kenntnisse haben und Ihren Job mehr oder weniger gut ausfüllen. Das merkste, wenn du mal bei deinem Friseurladen von jmd. Anderem bedient wirst.
    DIE Firma hat keine Rechtskenntnisse und kann nicht persönlich zur Rechenschaft gezogen werden, es ist immer ein Mitarbeiter (Team), vielleicht ja der leitende Geschäftsführer o.ä., aber es wird letztlich ein Mensch sein, der seinen Kopf, in diesem Fall für eine anfänglich! doch recht bagatelle Angelegenheit, wird hinhalten müssen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.