Zwischen Himmel und Hölle

Manchmal sind die Tage hier so wechselhaft wie das Wetter. Als Mama schwebt man dann zwischen Himmel und Hölle und weiß gar nicht, wie einem geschieht.

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Vorgestern war die Hölle

Vorgestern war ein Tag, den möchte ich am Liebsten aus meinem Gedächtnis streichen. Ich war fertig, fix und foxy, alle, kaputt, leer…. total hinüber und irgendwie doch nicht. Klingt strange? So war der Tag auch!

Schon morgens begann das Gemecker. Egal was Mama machte, es reichte nicht aus. Statt ruhig das Knäckebrot zu knabbern, wurde es durch die Gegend geworfen und danach gemeckert, weil man Hunger hatte. Ein Vormittagsschläfchen hielt Basti auf meinem Rücken in der Manduca, während ich Alex dank viel Geschaukel für 45 Minuten zum Schlafen im Kinderwagen bekam. Mein Rücken war an dem Tag wenig begeistert Basti zu tragen, doch was sein muss, muss sein.

Wir spielten im Kinderzimmer, ständig wollten beide auf den Arm. Essen wurde abgelehnt, Milch manchmal genommen, dann wieder Essen. Der Versuch einen Mittagsschlaf im Bett zu machen scheiterte…. 3 Stunden später als üblich, um 14:20 Uhr, dann doch endlich im Bett eingeschlafen. Ich war unendlich froh. War ich doch seit 5 Uhr morgens schon wach und war müde. Zwar hatte ich schon den Geschirrspüler ausgeräumt und 2 Maschinen Wäsche gewaschen und aufgehängt, aber ansonsten war noch viel liegen geblieben. Ich entschied mich dennoch mich auch hinzulegen. Um 14:30 Uhr lag ich im Bett und schlummerte irgendwann weg bis es um 15 Uhr an der Tür klopfte. Zeitgleich begann das Geschrei aus dem Kinderzimmer. Meine Ma hatte uns alle aufgeweckt….

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Eine Stunde lang hatte ich danach meine beiden Jungs auf dem Schoss. Basti kuschelte sich an, während Alex zwischen Jammern und Kuscheln kaum Ruhe fand. So konnte es nicht weitergehen. Eigentlich war baden geplant gewesen und das musste definitiv sein. Also schnallte ich mir Basti auf den Rücken und steckte Alex in die Wanne. Dort fand er dann endlich ein wenig Spaß. Das Rausholen fand er doof, aber man kann nicht ewig drin sitzen. Ich zog ihn an und parkte ihn im Laufstall, wo ich auf dem PC bei YouTube den Kanal “Baby TV deutsch” anmachte. Ja steinigt mich, ich hab meinen Sohn YouTube gucken lassen. Anders war er nicht ruhig zu bekommen, damit ich dann in aller Ruhe Basti baden konnte, welcher übrigens noch mehr Spaß beim Baden hatte. Als auch er angezogen war, durfte er dann auch ein bisschen mitgucken.

Ich nutzte die Zeit der Ruhe, die endlich eingekehrt war, um das Abendessen vorzubereiten. Gegessen wurde semi-gut bis die Brote durch die Gegend geworfen wurden. Wieder wurde genöhlt und gemeckert und ständig an Mama geklebt. Alex durfte nochmal YouTube gucken, während ich Basti eine Abendflasche verpasste und ihn ins Bett steckte, wo er sofort einschlief. Ich schnappte mir Alex und beendete YouTube, was mit Gebrüll quittiert wurde. Doch dank Milchflasche endete das Geschrei schnell und wurde von Trinkgeräuschen abgelöst. Nur 5 Minuten musste ich ihn dann noch im Kinderwagen hin und herschieben bis auch er tief und fest eingeschlafen war und ich ihn nach hinten tragen konnte.

19 Uhr – beide Jungs schliefen. Meine Nerven hätten sich nun eigentlich beruhigen können, doch ich kam nicht runter. Also machte ich zum zweiten Mal den Kleinkindabwasch und stellte mich an den Herd fürs Abendessen kochen. Ich räumte das Esszimmer auf und sortiere die getrocknete Wäsche weg. Danach setzte ich mich an den PC und schrieb noch zwei Blogartikel, wodurch ich dann langsam anfing mich zu entspannen.

Was ein Tag. Vom Haushalt her gesehen, war es ein guter Tag. Von meinen Nerven her, war es die Hölle. Die Kinder strengten unheimlich an, weil bis auf das Baden ihnen eigentlich nichts Spaß machte und sie nur an mir hingen aber auch da nie zufrieden waren.

Am nächsten Tag wusste ich auch, was diesen ach so furchtbaren Tag hervorgerufen hat. Dass sie aufgrund des derzeitigen Wachstumsschubs ständig Hunger haben, wusste ich ja schon. Doch dass Basti 3 neue Backenzähne nun hat, das hatte ich erst tags drauf entdeckt. Kein Wunder, dass er nur jammerte und nie zufrieden war und an mir hing. Alex machte vermutlich nur auch Brüderlichkeit mit.

Gestern war es himmlisch

Am Morgen nach dem Höllentag erwachten wir alle um 6 Uhr. Flasche für Alex, Müsli für Basti und danach für beide je ein Knäckebrot und die Welt schien in Ordnung. Meine Jungs spielten im Laufstall. Ich traute dem Frieden nicht, dennoch machte ich ein Spieldate mit einem kleinen gleichaltrigen Mädchen und ihrer Mama aus. “Wir versuchen es einfach”  und da ich weiß, dass die andere Mama mega verständnisvoll und flexibel ist, war ich auch entspannt, falls es total schief gehen sollte.

2015-11-10 10.39.57Der Vormittag entwickelte sich prächtig. Wir spielten hinten im Kinderzimmer. Das halbe Brötchen und nochmal ein bißle Milch aus der Flasche wurden anstandslos gemampft und danach wurde das Mittagsschläfchen um die sonst übliche Uhrzeit gemacht. Ich räumte dann ein wenig auf und machte halt den Haushalt. Ich merkte, wie entspannt ich mich nervlich fühlte und wie ausgeglichen meine Jungs waren. Das war richtig schön.

Als sie nach fast 2 Stunden aus dem Mittagsschlaf erwachten, gabs erstmal Kartoffelbrei mit Fischstäbchen. Sie aßen ordentlich – zumindest in der Menge – und spielten danach weiter fröhlich und gutgelaunt mit mir im Kinderzimmer. Als unser Spielbesuch kam zeigte sich wieder deutlich, wie unterschiedlich meine Jungs sind.

Alex rannte dem kleinen Mädchen fast eine Stunde ständig nach und hatte mega große Augen. Nahm sie ihm Spielzeug weg, meckerte er nicht sondern lief ihr nur nach und beobachtete sie. Er fand ihre Haarspange toll und lachte ständig. So anhänglich wie er bei ihr war, hätte ich es ihr nicht verübelt, wenn sie ihm eine verpasst hätte. *kicher*
Basti hingegen verzog sich erstmal einige Minuten auf Mamas Schoss und beobachtet den Besuch aus der Ferne. An das kleine Mädchen traute er sich dann recht flott ran, aber eigentlich schien sie ihm egal zu sein. Außer sie nahm ihm Spielzeug weg, dann schrie und weinte er kurz und laut. Fand sich dann aber doch damit ab oder holte es sich wieder, jenachdem wie wichtig ihm das Spielzeug war. Sein größtes Hobby ist derzeit jedoch das Rumlaufen mit irgendwelchen Dingen. Ständig etwas in der Hand wird quer von einer Ecke in die andere entfernteste Ecke des nächsten Raumes gelaufen und wieder zurück.

Der Spielbesuch verlief super und die 3 Stunden gabs keine Probleme miteinander und wir Mamas hatten auch sehr viel Zeit uns dabei zu unterhalten, während die Kids im Raum rumturnten. Es war richtig entspannt. Irgendwann begann eine kleine Hungerrunde und wir mussten mit Snacks und etwas Milchreis die Kleinen versorgen. Um 17 Uhr verabschiedete sich der Besuch und ich musste nochmal 8 Minuten auf YouTube zurückgreifen. Im Laufstall durften sie gucken, während ich auch mal dahin ging, wo der Papst auch zu fuss hingeht und machte mich im Anschluss ans Vorbereiten des Abendessens. Ich verzichtet dieses Mal auf Brot, da ich sah, dass die Müdigkeit arg schon zuschlug. Basti bekam einen Grießbrei mit Früchten, während sich Alex ein halbes Knäckebrot und eine halbe Gurke reinzog. Danach war das Abendritual das Gleiche wie den Tag davor. Alex durfte noch YouTube gucken, während Basti die Flasche im Kinderzimmer bekam und direkt im Bett ruhig einschlief. Danach folgte Alex im Kinderwagen, den ich kurze Zeit später schon in sein Bett legte.

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18:15 Uhr und beide Kids schliefen tief und fest. Das war mal früh. Doch an dem Tag war ich mega relaxt und happy. Null Stress, nur entspanntes Beisammensein mit den ständig lachenden und fröhlichen Kinder. HACH, ich war im Himmel. Ich kochte Essen und als mein Mann kam, war erneut schon sämtlicher Abwasch erledigt. Sonst musste er den immer abends machen, da die Jungs meist irgendwann zwischen 20 und 23 Uhr erst schliefen. Doch seitdem die Uhren umgestellt wurden und es früher dunkel ist, sind sie wahre Frühschläfer geworden. Das ist herrlich endlich mal wieder entspannte kinderfreie Abende zu haben. Klar die Jungs werden noch 1 bis 3 mal die Nacht wach und wollen eine Flasche, aber das ist ok und schlaucht weit weniger als früher, da die Zeiten auch dabei humaner nun sind.

Nun hatte ich also schon den Haushalt erledigt, da konnten wir uns dann als Paar mal Zeit für ein Spiel nehmen. Zwar mussten wir dank Flaschendurst der Kids das Spiel 3 Mal unterbrechen, aber das machte uns nichts aus und minderte unseren Spielspaß nicht. Wenn so himmlisch entspannt mal jeder Tag wäre :) Doch noch haben die Jungs erst 11 Zähne…. da werden also noch einige Höllentage auf uns zukommen. :)

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