Wenn am Ende der Kraft noch ganz viel Kleinkind übrig ist

Wie der Blogtitel schon verrät, waren die letzten Tage nicht einfach für uns. Die Zähne machen meinen Jungs zu schaffen und somit auch uns.

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Begonnen hatte es Mitte letzter Woche. Die Kinder wurden nöhliger, der Schlaf weniger, die Anhänglichkeit größer. Nachts wurde 2 Stunden wach geblieben, es wurde geschrien und geschimpft. Unser Schlaf wurde knapper. Von Freitag auf Samstag gab es nur 3 Stunden Schlaf in 2 Etappen und der Samstag war tagsüber die Hölle. Insgesamt 6 Stunden trug ich Alex auf meinem Rücken. Natürlich nicht am Stück. Er schlief nur auf mir, wollte sich kaum auf den Boden absetzen lassen, war anhänglich und forderte die Mama-Nähe ein. Auch Basti war unleidlich und es wurde viel Geweint. Zwar waren auch Lach-Phasen dabei, doch ich kroch auf dem Zahnfleisch durch den Tag. Doch sollte es noch schlimmer kommen….

Der Höhepunkt kam dann in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Nach 2 Stunden Schlaf weckten uns die Kids um 2.20 Uhr. Von da an, gab es keinen Schlaf mehr. Ich war noch k.o. vom Tag davor und dem wenigen Schlaf der vorherigen Nacht, sodass diese Nacht ein wahrer Kraftakt für mich wurde.

Wir fütterten, wir wickelten, wir schaukelten, wir spielten…. Wir versuchten x-mal die Kinder ins Bett zu bekommen – keine Chance. Alex trug ich eine Stunde in der Manduca*. Er schlief im Gegensatz zu seinem Bruder bestimmt 3 Mal ein und wanderte ins Bett, erwachte jedoch jedes Mal, wenn ein Bettbringversuch von Basti scheiterte. Am Ende ließen wir sie von kurz vor 5 Uhr nur noch spielen. Mein Mann legte sich ins Bett und ich übernahm allein, da er am Sonntag zur Arbeit musste. (Verkaufsoffener Sonntag leider)

Ich legte das Bettchen von Alex auf die Seite und legte seine Matratze hinein. Die Matratze von Basti platzierte ich davor und nochmal davor legte ich eine Reisebett-Matratze aus. Nun hatten wir eine große Kuschelfläche. Ich legte mich mit Kissen und Decke darauf und legte auch zwei Decken für die Kids parat. An Schlafen dachten die Jungs allerdings nicht. Sie tobten…. im Bett, im Zimmer, auf mir. Ich ließ sie. Mit der Zeit schnappte sich Basti seine Kuscheltiere und turnte nur noch auf der Kuschelfläche. Alex hingegen wurde anhänglich. Beim Versuch mich mit ihm hinzulegen, schrie er die Bude zusammen. Keine Chance. Nur wenn ich saß und ihn im Arm wiegte, war er ruhig und begann wegzusacken. Nachdem er eingeschlummert war, legte ich ihn auf eine freie Fläche und deckte ihn zu. Seinen noch immer neben mir turnenden Bruder stellte ich mit Rückenkraulen ruhig und wir lagen Kopf an Kopf im Kinderbett. Ich war 5 Minuten weggedöst als ich wieder erwachte und merkte, dass nun auch Basti schlief. Decke drüber und vorsichtig rausschleichen…. als ich in meinem Bett saß, war ich happy. 8 Uhr morgens und endlich schlafen….. Ich legte mich hin, deckte mich zu, schloss die Augen…..Schepper….. Senkrecht im Bett saß ich und blickte zu Tür, wo schon ein schreiender Alex am Türgitter stand und die Arme nach mir ausstreckte.

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Ich gab auf…..

Ich hob ihn hoch, wo er sofort den Kopf an meine Schulter legte. Der Versuch ihn ins Ehebett mitzunehmen, endete erneut im Schreikrampf. Also aufstehen und ab zum Kinderwagen…. obwohl wir ihn lange nicht mehr in der Wohnung benutzten, stand er noch für Notfälle bereit und das war ein Notfall. Alex hineingelegt und hin und her geschoben. Zack war er eingeschlummert. Ich deckte ihn zu und konnte vor Müdigkeit kaum noch aus den Augen gucken. Aber ihn allein im Kinderwagen lassen, das ging nicht. Viel zu gefährlich, wenn er rausfallen sollte. Ich gab auf und rief meine Mutter an, die ich über mir schon rumlaufen hörte. Sie kam nach 10 Minuten runter und bewachte Alex im Wagen, während ich für 2 Stunden in mein Bettchen verwand.

Der nächste Tag

Auch Sonntag wurde es nicht besser, doch erhielt ich helfende Hände. Meine Schwiegereltern kamen bei uns an, bereits von mir vorgewarnt, sie sollen starke Nerven mitbringen. Die Kids hatten sie ein Jahr zuvor an Ostern zuletzt gesehen, weswegen sie erstmal fremdelten und sich ein Dauerquartier auf meinem Schoss einrichteten. Aber das war ok, denn sie kuschelten nur ohne zu Schreien und irgendwann trauten sie sich auch an Oma und Opa ran.

Das Bett bringen mit Alex blieb auch weiterhin eine Qual. Er schlief Mittags und Abends nur in der Manduca* auf meinem Rücken ein. Einmal schlief er in meinem Arm beim Sandmännchen gucken ein, doch war dies ein einmaliger Glücksfall. Mein Rücken hat die ganze Woche arg gelitten sag ich Euch…..Gestern war der erste Abend, an dem die Kids wieder zu einer normalen Uhrzeit ohne Probleme ins Bett zu bringen waren. Abendessen, Abendflasche, Zähne putzen, ins Bett legen und Ruhe. Ich wanderte direkt um 21.30 Uhr ins Bett um fehlenden Schlaf auszugleichen, aber schwubs, seit halb 3 bin ich nun wach und kann vor Hüftschmerzen nicht schlafen, weswegen ich auch mal Zeit für diesen Artikel hier fand. Lassen mich die Kids nicht schlafen, ist es meine Erkrankung die mir den Schlaf raubt…. Es ist manchmal zum Mäuse melken.

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Die Gründe für die Terrortage

Warum Basti partout von Samstag auf Sonntag keinen Schlaf fand, stellte sich am Sonntag Mittag raus. Die Spitzen von 3 Eckzähnen, hatte ich schon Anfang März entdeckt, doch nun hatten sie einen “Wir drücken uns volle Kanne durch”-Schub. Die Eckzähne sind fast zur Hälfte raus und das muss ihm wohl tierisch zugesetzt haben. Seitdem war er auch wieder deutlich entspannter.

Bei Alex können wir nur annehmen, dass auch bei ihm das Zahnen der Grund für den Terror und die Anhänglichkeit ist. Wie Basti verschlingt er immer wieder mal seine Faust. Bei ihm allerdings ist weit und breit nichts im Mund zu sehen. Einzig hinten an einer Seite spüre ich unter dem Zahnfleisch einen Backenzahn. Ob dieser ihn so ärgert? Ich vermute es, weiß es allerdings nicht. Er hatte 3 Tage erhöhte Temperatur und direkt danach begann die harte Zeit, inwiefern das zusammenhing, mir unbekannt. Da er ansonsten normal gegessen hat, auch an sich gut drauf war, nur eben immer etwas müde aufgrund nur Kurzschlafphasen, sah ich keinen Grund einen Arzt aufzusuchen.

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Es war nicht alles schlecht

Wenn die Kids schliefen, vor allem Mittags, atmete ich auf. Doch Schlaf fand ich nicht. Essen wollte gekocht werden, es musste aufgeräumt werden und wenn ich mal lag, klingelte der Zusteller. Doch wenn die Kids erwachten, dann wurde durchaus lieb gespielt und gelacht. Sie waren nicht dauermeckerig, was Vieles erleichterte. Ich musste mehr PRE Milch als sonst geben, trug Alex halt sehr viel rum, aber sie spielten auch zwischendurch immer mal lieb mit mir. Meine Schwiegermutter hat mir in der Küche gut unter die Arme gegriffen und Oma und Opa spielen wirklich lieb mit den Jungs. Das machte die schweren Tage doch durchaus leichter. Und ausnahmsweise durfte auch mehr YouTube geguckt werden. Ich ließ sie zum Runterkommen immer mal eine halbe Stunde den Kanal “Baby TV deutsch” sehen. Die Playlisten mit den Kinderreimen sind bei Alex und Basti mega beliebt. Nur so war es mir überhaupt mal möglich zur Toilette zu gehen oder die Kinderzimmer auszusaugen.

Und auch wenn es wirklich mega anstrengend die letzten Tage war, mir teils sogar schwindelig vor Müdigkeit war und ich nah am Genervt sein vom Dauertragen bei starken Rückenschmerzen war, so empfand ich es doch auch schön, dass die beiden so anhänglich kuschelnd sich nach Mama sehnten. Ich genoss trotz allem das Kuscheln mit den beiden. Die ruhigen Momente, wenn sie einfach sich anbuckten und meine Nähe suchten, egal wie müde ich war, egal wie fix und alle….

Ich hoffe dennoch, dass das Schlimmste erst mal wieder vorbei ist und die Jungs besser schlafen und somit auch ich mehr Schlaf bekomme. Ich werfe nun eine Schmerztablette ein und lege mich zum x-ten Schlafversuch nochmal hin. Hoffentlich darf ich noch eine Stunde dösen…. Drückt mir die Daumen!

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