Braucht man Babywasser und für wen macht eine Wasseranalyse Sinn?

Ich lese in Mamagruppen immer häufiger darüber, dass Babywasser zur Mischung von PRE Milch und Babynahrung verwendet wird. Auf Nachfrage wieso man es verwendet, herrscht oft Schweigen oder es kommen sehr absurde Argumente für das Kauf-Wasser. Ich habe mich daher einmal hingesetzt und mich schlau gemacht für wen Babywasser sinnvoll ist und wie es sich mit der Qualität unseres Leitungswassers verhält.

baby-472925_1920© Foto Ben_Kerckx / pixabay

Unser Leitungswasser

Das kühle Nass aus der Leitung ist wahrer Luxus. Niemand muss in Deutschland mehr Eimerweise Wasser in die heimische Behausung schleppen. Und doch schleppen abertausende Mamas kartonweise Babywasser nach hause. Muss das sein? Ist unser Leitungswasser nicht ausreichend? Muss jeder einen Trinkwasserlabor-Test machen, damit er sicher sein kann?

Um herauszufinden wie die Qualität des Trinkwassers ist, reicht oft schon ein Blick auf die Webseite des liefernden Wasserwerks. Bei uns ist das Enercity, die eine ausführliche Auflistung der Bestandteile des Trinkwassers auflisten. Man sieht auf einen Blick die Zusammensetzung und erfährt, wie das Wasser gefiltert und aufbereitet wird. Aus Grundwasser wird durch modernste chemische, physikalische und biologische Verfahren Trinkwasser. Es wird seitens des Versorgers stetig kontrolliert.

Dennoch kann das Wasser aus der Leitung Unterschiede zum Wasser im Wasserwerk aufweisen. Verantwortlich sind hierfür die Rohrleitungen im Haus selbst. Vor allem Bleirohre können zu starken, giftigen Verunreinigungen führen. Der Einsatz von Bleirohren ist für Neubauten und Umbauten schon lange verboten. In unserem Haus liegen meines Wissens nach noch welche. Auch Kupfer kann über die Rohre dem Wasser zugesetzt werden. Ein Klempner sagte mir einst, dass die Kalkablagerungen über die Jahrzehnte eh kein Blei und Kupfer mehr ins Wasser lassen, doch kann ich mir da sicher sein?

Wer Bleirohre hat, sollte wirklich auf Babywasser zurückgreifen. Da lohnt sich das schleppen grundsätzlich. Die Werte für Blei im Wasser wurden letztes Jahr radikal auf 0,01 Milligramm je Liter beschränkt und es kann sich ein Trinkwassertest lohnen, wenn man seinen Vermieter dazu bewegen will, die kompletten Rohre auszutauschen. Für Kupfer liegt der Grenzwert übrigens bei unter zwei Milligramm je Liter. Auch Hausbesitzer sollten bei alten Rohren einfach mal einen Wassertest durchführen. Er gibt ihnen Aufschluss darüber, ob ein Austausch der Rohre notwendig ist.

toddler-hand-1893255_1920© Foto Myriams-Fotos / pixabay

Wasserfiltersysteme

Und was ist mit den Wasserfiltern? Sie reinigen das Wasser durchaus, aber Blei verbleibt dennoch drin. Sie holen eher Keime und Kalk heraus. Es ist wichtig sich an die Austauschzeiten zu halten. Benutzt man einen Filter zu lange, kann er sogar zur Keimfalle werden und gibt mehr Schadstoffe ins gefilterte Wasser ab als rauszuholen. Er hätte damit den gegenteiligen Effekt. Der NDR testete sich durch verschiedene Filter – mit erschreckendem Ergebnis! Also immer rechtzeitig tauschen und sich genau an die Angaben auf dem Filter halten!

Und wir?

Ich lasse das Wasser laufen…. Vor allem am frühen Morgen lasse ich das “abgestandene” Wasser in der Leitung abfließen und verwende nur das nachfließende, eiskalte Wasser. Ich habe das Wasser für die Kinder gefiltert, werde damit aber nun aufhören. Ich selbst trinke das pure Leitungswasser aus der Leitung und das schon mein ganzes Leben. Wir haben niemals Babywasser verwendet sondern für die PRE Flaschen das ungefilterte Leitungswasser abgekocht.

Und Ihr? Seid Ihr Babywasserkäufer (gewesen) oder vertraut Ihr dem Trinkwasser aus der Leitung?

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