Zu viele Kreditkarten beeinflussen den SCHUFA Score negativ

Der eigene SCHUFA-Score spielt eine entscheidende Rolle bei Verträgen mit Banken, Vermietern und weiteren Vertragspartnern. Wer ein neues Auto finanzieren will, ein Notebook kauft oder eine Ratenzahlung mit einem Versandhändler abschließen möchte, staunt deshalb oft nicht schlecht, wenn der eigene SCHUFA-Score plötzlich im Weg steht und die Finanzierung deswegen scheitert. Der negative Score hängt mit unterschiedlichen Einflussfaktoren zusammen, vor allem jedoch mit dem Besitz vieler Kreditkarten. Doch in welchem Zusammenhang steht der SCHUFA-Scrore und die Anzahl der Kreditkarten? Ich habe mir das mal genauer angeschaut, wie die praktischen Kreditkarten, welche Kunden oft benutzen, um sich ihre Wünsche zu finanzieren oder Engpässe zu überbrücken, negativ beeinflussen.

Der persönliche Score-Wert bei der SCHUFA

Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung – kurz SCHUFA – sammelt unterschiedliche Daten von Kunden, um Banken und Kreditgebern eine Auskunft über die Kreditwürdigkeit einzelner Kunden zur Verfügung zu stellen. Außerdem sollen bereits verschuldete Menschen davor bewahrt werden, dass ein weiterer Kredit die finanzielle Situation verschlimmert. Das ist auch der Grund, weshalb fast alle Vermieter eine SCHUFA-Auskunft verlangen, um einschätzen zu können, ob der potenzielle Mieter zahlungsfähig ist. Bankkunden, die etwa ein Konto eröffnen möchten, durchlaufen einen kurzen SCHUFA-Check. In meiner Lehrzeit als Versicherungskauffrau musste ich auch Bankbetriebslehre belegen und lernte dort, wie die Berechnung der Kreditwürdigkeit ausgerechnet wird. In der Regel bekommen Banken und Kreditgeber innerhalb weniger Minuten eine Auskunft über den Kunden Score und können darauf basierend eine Entscheidung treffen.

Die Berechnung vom SCHUFA-Score

Die Prognose über unsere Kreditwürdigkeit setzt sich aus den gesammelten Daten zusammen, welche der SCHUFA vorliegen. Darunter fallen beispielsweise Mobilfunkverträge, Kreditkarten, nicht beglichene Rechnungen oder Ratenzahlungsvereinbarungen. Anhand dieser Daten wird ein Wahrscheinlichkeitswert ermittelt. Im Umkehrschluss bedeutet das: Je mehr Verträge wir eingehen, umso höher das Risiko für Kreditgeber, dass die Rechnungen irgendwann nicht mehr beglichen werden können. Andersherum wirkt es sich jedoch positiv aus, wenn offenen Rechnungen stets pünktlich beglichen wurden.

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© Foto TheDigitalWay / pixabay

So beeinflussen Kreditkarten den persönlichen SCHUFA-Score

Es gibt verschiedene Arten von Kreditkarten. Dazu zählen etwa Prepaid-Kreditkarten, die auf Basis von Guthaben geführt werden. Prepaid-Kreditkarten spielen deshalb bei dem persönlichen SCHUFA-Score keine Rolle, denn sie geben keine Auskunft über die Kreditwürdigkeit eines potenziellen Kunden.

Anders ist das bei einer Debit Card oder einer Charge Card. Diese Kreditkarten werden bei der SCHUFA als „CC“ bezeichnet (Credit Card) und die Datensätze gespeichert.
In der Regel können Kreditkarten dieser Art erst nach einer SCHUFA-Auskunft vergeben werden. Voraussetzung dafür sind zusätzliche Unterlagen, zum Beispiel ein Gehaltsnachweis oder Kontoauszüge, welche die Kreditwürdigkeit unterstützen.

Wer mehrere Karten der Kategorie „CC“ besitzt, beeinflusst damit den persönlichen SCHUFA-Wert. Banken und Kreditgeber gehen davon aus, dass Kunden, die mehrere dieser Verträge eingegangen sind, ein insgesamt höheres Risiko darstellen. Im Vergleich sind Kunden gerne gesehen, die nur eine Kreditkarte besitzen oder keine negativen SCHUFA-Einträge vorweisen. Erwähnenswert ist, dass Kreditgeber nicht unterscheiden, welche Art von Kreditkarte ein Kunde besitzt – damit spielt es keine Rolle, dass das Verhandlungsrisiko variiert.

Wie offene Kreditkartenrechnungen den SCHUFA-Score beeinflussen

Offene oder zu spät beglichene Kreditkartenrechnungen wirken sich negativ auf den eigenen SCHUFA-Wert aus. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, dass Kunden immer für genügend Deckung auf ihrem Konto sorgen. Insgesamt können besonders die folgenden Faktoren den SCHUFA-Score beeinflussen:

  • der Besitzt vieler Kreditkarten
  • mehrere Ratenzahlungsverträge
  • Leasingverträge
  • offene Rechnungen (zum Beispiel bei einem Mobilfunkvertrag)
  • Kundenkonten bei Versandhäusern

Diese individuellen Umstände beeinflussen das SCHUFA-Ranking

Natürlich kann ein Wahrscheinlichkeitswert nie pauschalisiert werden. Beispielsweise muss zwischen einer Privatperson und einem Unternehmer unterschieden werden. Die SCHUFA ermitteln unterschiedliche Werte, wenn beide Personen mehrere Bankkonten besitzen. Bei einer Privatperson kann es bedeuten, dass mehrere Girokonten mit Überziehungserlaubnis (Dispo-Kredit) zu einer Verschuldung führen könnten. Unternehmer hingegen können aus der Notwendigkeit heraus mehrere Konten besitzen, aber das Ergebnis des SCHUFA-Werts fällt positiver aus, da es als Geschäftskonten anders gewichtet wird.

Fazit

Das persönliche SCHUFA-Ranking beeinflusst die Kreditwürdigkeit und gibt potenziellen Vertragspartnern einen Wahrscheinlichkeitswert darüber, wie belastbar ein Kunde in finanzieller Hinsicht ist. Tatsächlich wirkt der Besitz vieler Kreditkarten sich bei Privatpersonen negativ auf den Score aus. Aus diesem Grund sollte immer mit Bedacht darüber entschieden werden, wie viele Kreditkarten tatsächlich notwendig sind. Wer sich für eine Prepaid-Kreditkarte entscheidet und diese ergänzend zu einer gewöhnlichen Kreditkarte benutzt, bewahrt damit seine Kreditwürdigkeit und beide Parteien – Kreditnehmer und Kreditgeber – bewegen sich auf einer stabileren Vertrags- und Vertrauensebene. Mir war diese Beurteilung bisher nicht klar. Wusstet Ihr das?

Quellen:
https://www.vexcash.com/blog/kreditkarten-schufa-merkmale-und-ihre-auswirkungen/
https://www.check24.de/konto-kredit/service/schufa-kreditkarte/

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