So schützt Ihr Eure Kinder vor Internetgefahren

Das Thema Cybersicherheit wird immer wichtiger – gerade, wenn es um die eigenen Kinder geht. Im Netz sind diese einer Vielzahl von Gefahren (z.B. Fishing und Cybermobbing) ausgesetzt. Ich habe mir mal ein paar Gedanken dazu gemacht, wie man die eigenen Kinder schützen könnte.

Apps und Betriebssysteme regelmäßig aktualisieren

Veraltete Betriebssystemversionen gehören nach wie vor zu den größten Gefahrenquellen im Internet. Doch auch Apps, die nicht aktualisiert werden, können sich zu regelrechten Einfallstoren für Schadsoftware aller Art entwickeln. Ihr seid daher gut beraten, Eure Kinder regelmäßig darauf anzusprechen. Wenn diese die Updates nicht selbst durchführen können oder wollen, müsst Ihr das übernehmen und die neuesten Versionen auf dem Gerät installieren. Dies lässt sich innerhalb weniger Minuten erledigen und erfordert in der Regel keine Vorkenntnisse. Doch meist denkt man nicht daran. Erstellt Euch am besten einen Eintrag im Google Kalender, der Euch regelmäßig ans Updates checken erinnert.

Zusätzlich solltet Ihr überprüfen, ob Euer Kind die automatische App-Aktualisierung aktiviert hat. Dazu öffnet Ihr den Google Playstore, tippt auf das Menü-Symbol und geht in die Einstellungen. Dort tippt Ihr auf „automatische App-Updates“ (Rubrik „Allgemein“). Für mehr Sicherheit bei gleichzeitiger Schonung des Datenvolumens könnt Ihr die Einstellungen so anpassen, dass Updates nur bei einer bestehenden WLAN-Verbindung zugelassen werden. Beim iPhone werden die Einstellungen über Einstellungen > [Name] > iTunes & App Store vorgenommen.

Handyüberwachung per Spy-App

Spy-Apps sind für Eltern, die ihre Kinder vor Internetgefahren und unerwünschten Kontakten schützen wollen, eine Art Allzweckwaffe. Solche Anwendungen können beinahe alle Daten auslesen, die sich auf dem Zieltelefon befinden: E-Mails, SMS, Chatprotokolle, Kontaktlisten, Kalenderdaten und vieles mehr. Bei einigen Apps ist außerdem ein Keylogger vorhanden, der alle Tastatureingaben aufzeichnet. Die abgegriffenen Daten können mit jedem beliebigen Endgerät aufgerufen werden.

Wer das Handy vom Kind orten will, kann dies ebenfalls tun: Apps der Premium-Klasse verfügen über eine Lokalisierungsfunktion. Nach dem Anpeilen des GPS-Empfängers wird der aktuelle Standort des Zielgerätes auf einer Karte dargestellt. Ist das Zieltelefon gerade ausgeschaltet, wird der letzte bekannte Standort angezeigt. Mit Hilfe der gesammelten Daten lassen sich lückenlose Bewegungsprofile erstellen, sodass ihr mit Leichtigkeit herausfinden könnt, wo eure Kinder ihre Zeit verbringen.

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Ist eine flächendeckende Überwachung wirklich sinnvoll?

Ob eine Rundum-Überwachung von Kinder-Smartphones sinnvoll ist, muss individuell entschieden werden. Fest steht, dass auch Kinder und Jugendliche ein Recht auf Privatsphäre haben. Eine flächendeckende Überwachung des Mobiltelefons engt die Rückzugsräume stark ein und verschafft den Eltern einen Wissensvorsprung. Möchte das Kind von sich aus eine Information preisgeben, kann es an der Reaktion der Eltern ablesen, dass diese bereits Kenntnis von der Sache haben. Wenn die Handyüberwachung entdeckt wird, entsteht fast immer ein Vertrauensverlust, der nur schwer wieder zu kitten ist.

Auf der anderen Seite gibt es Situationen, in denen es sinnvoll und vielleicht sogar notwendig ist, das Smartphone des Kindes zu überwachen. Wenn die Tochter oder der Sohn sich immer mehr zurückzieht und auffällige Verhaltensänderungen zeigt, kann eine Handyüberwachung die entscheidenden Hinweise liefern. In vielen Fällen ist Mobbing per Internet der Grund für das unerklärliche Verhalten. Anhand der Chat- und Nachrichtenprotokolle lässt sich normalerweise leicht nachvollziehen, ob das Kind Opfer von Cybermobbing geworden ist.

Ob Ihr zu so einer App greift, müsst Ihr daher gut überdenken und Euch sämtlicher Konsequenzen bewusst sein. Es ist ein extremer Vertrauensbruch.

Reden, Reden, Reden

Der größte Ratschlag, den ich Euch mitgeben möchte, lautet: Reden. Sprecht von klein an mit Euren Kindern über das Internet und die Gefahren darin. Bleibt stets mit Euren Kindern in der Kommunikation und surft ruhig auch gemeinsam mit ihnen. Führt sie ans Web heran, sperrt es nicht vor ihnen ab. Lasst Sie Zugriff haben und legt gemeinsame Regeln und Verhaltensweisen bei Vorfällen fest. Verankert tief in den Köpfen Eurer Kinder, dass sie immer und zwar wirklich IMMER zu Euch kommen können und sollen. Sagt Euren Kinder, dass nichts so schlimm ist, wie das Verschweigen von Sorgen vor Euch. Dass egal was sie selbst getan haben, Ihr immer für sie da seid und auch wenn Ihr mal sauer werdet, Ihr sie immer liebt und für sie da sein werdet. Und es nichts gibt, was Euren Kindern peinlich sein müsste. Sie mit allen Dingen und Themen zu Euch kommen sollen.

Das ist die beste Waffe gegen all das Böse, was es da draußen gibt und was Kindern widerfahren kann. Ein starker Heimathafen, der sie immer aufnimmt und ihnen Sicherheit gibt.

© Foto geralt / pixabay

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