Der Tag des verfluchten Kühlschranks – habt ihr davon schon mal gehört?
Ich ehrlich gesagt noch nicht. Dabei gibt es diesen kuriosen Aktionstag nachweislich schon seit mindestens 2003. Ins Leben gerufen haben ihn Ruth und Thomas Roy, ein amerikanisches Ehepaar, das unter dem Namen „Wellcat Holidays“ zahlreiche ungewöhnliche Feiertage erfunden hat. Die Idee dahinter ist, am Abend vor Halloween gemeinsam mit Familie oder Freunden den Kühlschrank zu durchforsten und sich den vergessenen Lebensmitteln in seinen hintersten Ecken zu stellen. Quasi eine kleine Gruselexpedition zwischen Butter, Käse und Gemüsefach.
Als ich davon las, dachte ich erst: Wie absurd! Doch dann spülte mein Hirn mir durch die Windungen: Eigentlich keine dumme Idee, so ein Erinnerungstag.
Seien wir doch ehrlich: Den Kühlschrank auszuräumen, zu säubern, durchzugucken und wieder in Ordnung zu bringen, ist eine Arbeit, die man gern vor sich herschiebt. Im Winter ist man lätschig, weil es draußen kalt und dunkel ist und alles irgendwie langsamer vonstattengeht. Und im Sommer? Da ist es viel zu heiß, um den Kühlschrank leerzuräumen und die ganzen Lebensmittel draußen stehen zu lassen. Das kippt doch alles um!
Der Tag vor Halloween ist ein bissle lustig für so eine Aktion, denn wer weiß, welche Geheimnisse der eine oder andere Kühlschrank für seine Besitzer parat hält. Nicht nur Schulranzen können heimlich Dosen aufbewahren, deren Inhalt einen beim Öffnen genauso überrascht anguckt, wie man selbst in diesem Moment schaut…
Also nein, bei mir passiert das natürlich nicht.
Ich bin eine vorbildliche Kühlschrankaufräumerin und -säuberin! Wirklich wahr!

Jede Woche checken wir das Obst und das Gemüsefach. Ganz brav. Und ich wische ihn auch regelmäßig aus. Sogar das Loch für das Schmelzwasser spüle ich regelmäßig durch. Nicht nur dann, wenn es verstopft und das Schmelzwasser an der Rückwand herunterläuft und sich literweise unter der untersten Schublade sammelt, um beim Herausziehen der Schublade nach vorne über den Kühlschrank zu laufen und sich auf dem Boden zu verteilen, sodass man fluchend und schimpfend, mit mehreren Handtüchern bewaffnet, versucht, der Flutwellen Herr zu werden.
Nein, sowas kenne ich nicht… gar nicht… räusper
Es wird übrigens behauptet, dass eine Kurzgeschichte von Stephen King als Inspiration für den besagten skurrilen Tag gedient haben könnte. Belegt ist das allerdings nicht. In seiner Geschichte „Der Wäschemangler“ ergreift ein Dämon Besitz von einer riesigen Wäschereimaschine, die sich daraufhin gegen Menschen wendet. Auch ein mörderischer Kühlschrank wird in der Geschichte erwähnt. Menschen kommen dabei ums Leben. Nun denn, Geschichten übertreiben ja immer etwas.
Aber so grundsätzlich kann ich mir das mit dem Dämon, der sich mithilfe von Küchengeräten gegen Menschen wendet, durchaus vorstellen.
Ich sage mal so… es muss einen Grund geben, wieso Männer immer vor dem Kühlschrank stehen und ausrufen: „Wo ist die Butter?“ Egal, ob sie seit Jahrzehnten am selben Platz steht… Vielleicht ist es besagter Dämon, der sie in dem Moment in ein anderes Fach stellt und sie schnell wieder zurückräumt, sobald die Ehefrau kommt. Kann ja sein…

Ich glaube übrigens auch, dass besagter Dämon dafür verantwortlich ist, dass mir mittlerweile schon die dritte Gemüseschublade am Griff kaputtgegangen ist. Und bevor ich nun die nächste bestelle, suche ich erst mal die Nummer eines Kühlschrank-Exorzisten.
Am besten frage ich direkt, ob er den Kühlschrank dabei auch putzen kann… ich glaube, das wäre mal wieder eine gute Idee.
Bildhinweis: Bilder wurden KI generiert.