Oma hatte definitiv einen Schub

Omas hatte während meines Urlaubs definitiv einen Schub. Mich quält die Frage ob es an meinem Urlaub lag dass sie den Schub hatte oder ob sie diesen so oder so bekommen hätte. Deutlich merk ich dass es zu vor meinem Urlaub schlimmer wurde. Ich glaube nicht dass es mir nur so vorkommt, weil ich 2 Wochen nicht da war.

Die erste Zeit nach meinem Urlaub hatte ich Schwierigkeiten im Umgang mit Oma. Nicht wie ich mit ihr umging sondern wie ich es selbst mit mir abmachte. Regelmäßig verhagelt es mir die Laune. Das war vor meinem Urlaub nicht so. Nachurlaubsdepression?

Manchmal habe ich das Gefühl alles wächst mir über den Kopf. Ich bemerke dass ich vermehrt Sachen in meiner Wohnung liegen lasse. Arbeiten, die eigentlich gemacht werden müssen. Ich bemerke wie ich Dinge vor mir her schiebe. Ich sehe, dass das in eine Richtung geht, die mir nicht gefällt. Ich schaffe irgendwie meinen eigene Haushalt nur noch anteilig. Viel bleibt liegen. Und dennoch bin ich ko als wenn die Wohnung strahlen würde. Auch bei Oma in der Wohnung muss ich dringend anpacken. Der Umgang und das Beschäftigen von Oma saugt mich jedoch einfach zu sehr aus. Dabei lässt sie mir seit 3 Tagen sogar hin und wieder wirklich mal 2 Stunden Ruhe.

Ich ertappe mich manchmal bei Gedanken, die mir gar nicht gefallen. Der Gedanke an Oma und ein Heim werden stärker. Sie ist noch weit von einem Heim entfernt und ich möchte sie erst dahin geben wenn es wirklich nicht mehr anders geht. Doch manchmal wünscht man es sich fast. Und genau in dem Moment schlägt das schlechte Gewissen gnadenlos zu. Wo es auch fies ist: Wenn ich sehe wie sehr es Oma manchmal mitnimmt, dass sie die Welt an sich nicht mehr richtig versteht und denkt alle wollen ihr nur Böses, da kam mir schon einmal der Wunschgedanke dass sie noch einen Schub habe so dass sie gar nichts mehr wirklich mitbekommt, damit sie sich nimmer so quält. Doch ich bin froh dass ich noch halbwegs normal mit ihr sprechen kann auch wenn vieles mehr Schein als Sein in den Gesprächen ist.

Vermutlich war der Urlaub gar keine so gute Idee. Es war schön mal rauszukommen und die Batterien aufzuladen. Mein Mann und ich brauchten es wirklich. Aber im nachhinein fühle ich mich jetzt leerer als davor. Ich hoffe, dass ich mich aus der Phase bald raus holen kann.

2 thoughts on “Oma hatte definitiv einen Schub

  1. Genau so geht es uns mit Bea, der Gedanke das eigene Kind in ein Heim geben zu müssen ist hart. Anfangs hatten wir bei dem Gedanken auch ein tierisch schlechtes Gewissen, mittlerweile haben wir uns damit abgefunden, dass der Tag kommen wird.
    Glücklich sind wir dabei auch nicht, aber die Pflege kostet – genau wie bei Deiner Oma viel Kraft – und wir merken auch, das diese langsam aber sicher schwindet.
    Dein Urlaub war wichtig und richtig, sonst brichst Du irgendwann zusammen.

  2. Oh das glaube ich. Ich glaube, das ist sogar noch viel härter, weil im Alter wie bei meiner Oma kann man es leichter akzeptieren als beim eigenem Kind.

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