Stephans Geburtstag

Heute waren wir alle bei Stephans 44. Geburtstag. Stephan ist mein Großcousin und wir feiern seinen Geburtstag jedes Jahr. So fuhren meine Ma und ich sowie alle 3 Hunde hin. Meine Oma war mit meinem Bruder und dessen Frau und Sohn schon vorgefahren. Wir tranken Kaffee und aßen Kuchen. Tata hatte Sägespänen-Kuchen und einen Apfelkuchen gemacht. War sehr lecker. Abends gab es dann Hackröllchen Toskana mit Brot und Krautsalat. Dazu natürlich Tatas selbstgemachte Kräuterbutter. Lecker.

Oma trank mehrere kleine Gläser Sekt. Nach dem 6 haben wir den Sekt dann versteckt, weil sie es echt nur runter schüttete. Danach nahm sie wieder Kaffee. Der Alkohol hatte seine Wirkung. Sie weinte immer wieder und erzählte wie schlecht es ihr ginge und sie wieder eine Familie haben möchte in der alle sich alles sagen können (dabei ist es so) und dass sie keiner versteht. Dann weinte sie weil Opa und mein Vater tot sind und dann sagte sie, dass sie schon so viele beerdigt habe, 5 Geschwister, die Eltern, ihren Sohn, den Mann und wie viel sie noch im Leben zu ertragen habe. Das nächste Mal weinte sie weil sie erzählte, dass sie Angst habe wir wollen ihr Vermögen klauen. Sie hat gar keines….. Ich musste mich da sehr zusammen reißen und bin einfach ein wenig vom Tisch weggegangen um mal eben runterzuschlucken. Wir wollen ihr Vermögen klauen, also echt. Vor allem welches? Uralte Handtücher und kaputte Kaffeetassen? Ich weiß da sprach nicht meine Oma…. Mein Onkel hatte die Aufgabe übernommen sie zu trösten. Wir kennen es noch von früher, dass Oma nach dem Genuss von Alkohol zu weinen beginnt weil sie sentimental wird, aber früher war das nur in dem Sinne, dass sie darüber weinte, dass sie nur Söhne gebar und kein Mädchen. Sie hing dann manches Mal an mir und meinte: “Ich wollte so gern ein Mädchen. Aber dann kamst ja Du und Du bist mein Mädchen.” Aber so wie es heute war, das war neu.

Ich hatte immer wieder das Gefühl als wenn bei Oma ein Schalter umgelegt wurde von normaler Oma zu dementer Oma. Manchmal kam man kaum hinterher. Ich sagte ihr, dass ich ihre Medikamente mitgenommen habe, weil sie sie daheim liegen gelassen hatte. Da maulte sie mich an was mir einfiele. Später beim Essen gab ich ihr die Medikamente zum einnehmen und sie nahm sie, schluckte sie und gab mir die Dose ohne böses Wort wieder.

Es war alles in allem dennoch nett bei Stephan. Auch wenn es nicht einfach war Oma so zu sehen.


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