Das Leben daheim

Wie wird man wohl rückblickend diese Zeit der Corona Pandemie nennen? Corona Jahr? Covid19-Pandemismus? Wie auch immer, es ist alles anderes als es war. Unser aller Leben wurde auf den Kopf gestellt. Die Wirtschaft ist schwer geschädigt – mal abgesehen von Klopapierherstellern – und wir alle wissen noch nicht wirklich, wann und vor allem wie wir zurück in eine Art „Normalität“ finden sollen. Ich persönlich richte mich innerlich auf eine lange Zeit der eingeschränkten Lebensweise ein und suche das Positive darin. Meine Großeltern erlebten den Krieg, sie erlebten Hunger und Ausbombung. Eine Pandemie ist schlimm. Eine Wirtschaftskrise ist schlimm. Ein Krieg ist schlimmer. Vertreibung, Flucht, Hunger… mit allen Einschränkungen geht es uns gut. Diese Einstellung macht es mir leichter mit dem Ganzen zurecht zu kommen. Was sind schon fehlende Ausflüge und Treffen gegen die Erlebnisse meiner Großeltern?

So sitzen wir also daheim und versuchen zurecht zukommen. Den Jungs geht es soweit gut. Klar, sie würden sehr gern ihre Freunde einladen oder sie besuchen. Aber im Großen und Ganzen kommen sie auch so gut zurecht. Ich bin unendlich happy kein Einzelkind zu haben sondern Zwillinge. Sie haben sich zum Spielen (und mich natürlich). Sie haben einfach jemand gleich alten mit dem sie eben spielen und toben können. Im Großen und Ganzen geht das auch recht friedlich zu. Ab und an geraten sie aneinander aber glücklicherweise vergeht der Zank immer schnell.

Für mich ist es sehr schwer ärztliche Termine wahrzunehmen. Da meine Ma als Babysitter ausscheidet, bleibt nur der Papa. Der darf aber immerhin noch in Kurzarbeit arbeiten und von daher steht auch er nicht immer zur Verfügung. Ich habe noch keinen Schimmer wie ich das Problem auf Dauer lösen soll. Die Kinder mitnehmen zu solchen Terminen würde ich nicht wollen. Meine Kids sind keine, die ich einfach neben dran auf einen Stuhl setzen kann und die dann eine Stunde ruhig da sitzen bleiben.

Und ich sage auch ganz ehrlich: Selbst wenn die Kindergärten Ende April wieder aufmachen sollten, weiß ich nicht, ob ich meine Kinder hinbringen möchte. Ich bin mit meinem Diabetes einer Risikogruppe angehörig und wenn man sich wo was einfängt, dann im Kindergarten…. Keine Ahnung, was ich tun werde. Mein Gefühl sagt mir, dass Kindergärten noch bis zu den Sommerferien dicht bleiben – zumindest wenn die Politiker schlau und umsichtig handeln.

Conny unterwegs

Die gesperrten Kinderplätze sind ein ungewohnter Anblick. Aber es ist richtig so. Wir spielen im Innenhof, wobei wir die letzten zwei Tage nur in der Bude blieben – sowohl bei meinem Mann als auch bei mir hat der Wetterwechsel und der Vollmond mit voller Wucht für Probleme gesorgt. Ich bin heute nach nur 4 Stunden Schlaf erwacht und finde keine Ruhe mehr. Das wird garantiert kein guter Tag heute für mich….

Ich war nach knapp einer Woche das erste Mal wieder draußen – ohne Kinder. Ich musste zum Zahnarzt, denn ausgerechnet jetzt musste mir eine Ecke abbrechen und meine Zunge schnitt sich daran immer. Nicht schön, aber leicht zu beheben. Und kaum hatte ich den Besuch hinter mir, bemerke ich daheim, dass mir vier Kronen wackeln und es zieht schmerzhaft am Zahnhals. Also darf ich da heute wieder anrufen und nach Ostern – sobald mein Mann wieder einen arbeitsfreien Tag hat – hingehen.

Verändertes Einkaufsverhalten

Die letzten Jahre ging fast nur mein Mann einkaufen. Ich schrieb die Einkaufsliste und er flitzte nach der Arbeit schnell in den Laden. Als die Kinder anfingen in den Kindergarten zu gehen, bin ich ab und an für kleine Einkäufe selbst einkaufen gegangen. Kinder abgegeben und auf dem Heimweg schnell ein paar Sachen besorgt. Das klappte ganz gut.

Heute klappt das nicht mehr, denn wenn mein Mann von der Arbeit kommt, ist oft das Gebrauchte nicht zu kriegen oder es ist so voll, dass er sich erst gar nicht anstellen will.

Von daher habe ich mir angewöhnt, bereits zwischen 7 und 8 Uhr morgens einkaufen zu gehen. Mein Mann macht sich daheim für die Arbeit fertig und hat die Kids im Blick – der Fernseher oder die Konsole darf da ruhig mal Babysitten – und ich geh mit meinem Bollerwagen shoppen. Letztens wollte wirklich ein Aufpasser bei Aldi, dass ich meinen Bollerwagen zum Schieben gegen einen kürzeren Einkaufswagen tausche. Ich weigerte mich und bat um Klärung mit der Geschäftsleitung. Frech von mir? Vielleicht aber der Bollerwagen hat genau die richtige Höhe für mich zum Schieben, dass mein Bandscheibenvorfall nicht muckt. Und einen 150 Euro teuren Bollerwagen lasse ich nicht einfach da rumstehen…. Natürlich wurde bestätigt, dass ich mit dem Bollerwagen so rein darf. Wäre dem nicht so gewesen, wäre ich heimgegangen und wäre mit meinem Rollator wiedergekommen. Den dürfen sie mir nicht verweigern… nur scheiße darauf den Einkauf zu transportieren…. So oder so alles doof. Ich bin nur froh, dass der Bollerwagen akzeptiert wird. Und für jeden der nicht versteht, wieso ich den Bollerwagen nicht da stehen lasse einfach und dann umpacke: Jedes Bücken und jede Drehbewegung ist für mich jedes Mal Schmerz und ein Risiko dass mir mein Bein wieder wegsackt. Wenn ich das Vermeiden kann, vermeide ich es so gut es geht. Abgesehen davon wäre der Bollerwagen dort nicht versichert, wenn ihn einer klaut und es dauert ewig bis die einen Neuen liefern und teuer ist es auch – wie gelesen ist mein Mann in Kurzarbeit – somit sitzt das Geld nicht locker….

Renovierung der Kinderzimmer

Trotz aller Widrigkeiten und fehlenden Einkünften nehmen wir die Renovierung der Kinderzimmer in Angriff. Oder zumindest erstmal nur eines Kinderzimmers. Den Schlafraum der Beiden soll neu gestaltet werden. Die kleinen Kinderbetten von 140 cm x 70 cm sind noch nutzbar, aber es war von jeher geplant, dass sie kurz vor ihrem 6. Geburtstag große Betten bekommen sollen. Wir haben bereits vor einiger Zeit gebrauchte Betten für sie gekauft. Und auch die neuen Matratzen liegen schon seit dem Black Friday rum. Somit war es nun nur noch notwendig ein bißle Farbe – dank Aldi gerade im Angebot gewesen – und günstiges Laminat für den kleinen 4 qm Raum zu kaufen. Bei Ikea werden wir wohl noch ein Regal besorgen, dank Online bestellen und dem Abholservice geht das ja. Somit werden wir versuchen Ostern für die Renovierung zu nutzen.

Für das Spielzimmer haben wir bereits Farbe und Laminat besorgt, jedoch werden wir uns damit noch Zeit lassen. Erst wenn die Kinderküche und der Einkaufsladen rausfliegen, wollen wir das in Angriff nehmen.

Was es sonst noch zu erzählen gibt

Mein Mann hat mir einen Haarschnitt verpasst und es sieht sogar gut aus. Ich bin zufrieden. Wir haben uns Stück für Stück an die richtige Länge angenähert, nur ich Depp hab seitlich ein bissle zu viel vorn abgeschnitten. Überbreiter Pony sozusagen. Aber das wächst ja wieder. 😉

Ergotherapie per Webcam funktioniert einwandfrei. Alex hat viel Spaß dabei.

Ich stelle den Paketzustellern immer wieder kleine Postkarten mit einem „Danke fürs Hochtragen“ hin und klebe zwei kleine Schokoeier mit drauf. Wer es mir dann nur wieder unten in den Hausflur knallt, ist selber Schuld, wenn er Schokolade verpasst. :-p

Meine Ma und ich machen mittlerweile Webcam Chats. Und meine Jungs machen mit einem Kindergartenfreund auch einmal die Woche einen Webcamchat. Sehr chaotisch aber sie haben Spaß. 😀

Nach einer riesigen Bügelperlenwelle, kehrt an der Front ein bissle Ruhe ein. Es folgte eine Malwelle. Was nun die nächste Welle wohl sein wird?

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