Mein Jahreswechsel

Futter Wir feierten zusammen mit meiner Mutter, meinem Bruder samt Frau und Kind, welches jedoch ab 20 Uhr schlief, und meiner Oma. Nachmittags gabs warme Krapfen. Lecker. Waren wirklich gut.

Abends gabs Fondue, Raclette und heiße Platte. Wir machten aber kein Öl-Fondue sondern eines mit Brühe. Da braucht das Fleisch zwar ewig drin (außer Hühnchen das geht flott) aber dafür ist es mega lecker und sehr fettarm. Ich habe meist das Fleisch erst ins Fondue getaucht und dann auf der Platte des Raclette zu ende brutzeln lassen.

Unser Futter Danach spielten wir noch bei alkoholfreier Bowle eine Runde Phase 10 – das Kartenspiel und da war das neue Jahr auch schon. Ich guckte Feuerwerk und ging danach ins Bettchen.

Ja das war so der Ablauf des Abends. Klingt normal? War es nicht wirklich….

Meine Oma war sehr sehr anstrengend. Wegen Ihrer vielen Tabletten gab es nur alkoholfreies. Sie merkte es nicht. Im Gegenteil war sie begeistert endlich Alkohol trinken zu dürfen… Die Bohle war ihr zu sauer. Dabei war die sehr gut und gar nicht sauer. Ich brachte ein Glas mit minimal Wasser und schüttete es rein und sagte dass ich das mit Süßstoff noch verdünnt habe. Oma probierte und die Bowle schmeckte ihr. Alles nur eine Kopfsache….

Sie hatte den ganzen Abend nix besseres zu tun als schlechte Laune zu verbreiten. Einzig beim Kartenspiel war sie etwas gelöst auch wenn das Spiel sie heillos überforderte. Sie hatte Spaß dabei. Ansonsten war ich mal wieder der Buhmann des Abends. Oma sagte bestimmt 5 Mal zu mir: “Wenn XYZ hier wäre, dann würde der Dir was erzählen. Bei dem dürftest Du das nicht.” Ersetzt XYZ einfach  mit den Namen meines toten Vaters, meines toten Opas oder willkürlich mit einem Namen eines anderen toten Verwandten von mir. Die Gründe für diese Sätze? Ich habe keine Ahnung. Einmal wars weil ich meinen Mann lieb aufs Korn nahm. Sie verstand es halt nicht.

OmaSie maulte mich häufiger an und war echt aggressiv mir gegenüber. Selbst meine Ma schüttelte nur noch mit dem Kopf und musste zugeben dass sie wirklich echt heftig zu mir ist und das ohne nachvollziehbaren Grund. Ich muss mit leben. Gibt auch andere Momente wo sie lieb zu mir ist.

Oma brachte einen Spruch wo ich dachte ich höre nicht richtig. Es war ein wenig lauter da meine Ma aus der Küche rief und ich zurück rief. Da fuhr meine Oma mich an, dass ich mal leiser sein sollte. “Das ist ja hier lauter als in einer Judenschule.”

  WTF? 

Ich hatte diesen Ausspruch noch nie gehört. Und meine Oma ist wirklich nicht rassistisch. Im Gegenteil war sie immer offen zu jedem und es kümmerte sie nie woher jemand kommt oder an was jemand glaubt. Ich fragte sie woher dieser Satz kommt und was er bedeutet. Böser Fehler. Ich hätte es ignorieren sollen… Sie sagte man sagt das eben so. Es wurde vor ihrer BDJM Zeit so gesagt. Das sei eben so. Durch ihr reden erkannte ich dass sie wirklich nicht wusste was sie da sagte. Ich ließ es auf sich beruhen da sie schon bei der einen Nachfrage mich giftig anblitzte.

Ich googelte und tatsächlich wurde früher sowas in der Art gesagt.
Hier geht es ja zu wie in einer Judenschule. Wurde gesagt wenn es laut und ungeordnet irgendwo zuging. Ein typischer Ausspruch zu der Zeit Hitlers. Somit muss er in der Kindheit meiner Oma wohl desöfteren an ihre Ohren gedrungen sein.

Schon vor einiger Zeit fiel mir auf, dass sie judenfeindliche Sprüche oder gar Sprüche über “Neger” aussprach. Jedoch merkte ich deutlich, dass sie diese gar nicht wirklich verstand. So sagt man eben – war immer ihre Erklärung.

Bei Demenz ist es leider so dass man auf Dinge aus der Kindheit zurück greift. So kommen nun diese Sprüche bei Ihr hoch obwohl sie diese seit ihrer Kindheit weder dachte noch nutzte und sie auch nicht ihrer Überzeugung oder Einstellung widerspiegeln.

BowleEmpörung ist in so einem Moment unangebracht. Man kann es nur ignorieren und sich selbst sagen, sie meint es nicht so, sie kann da nix für.

Irgendwie scheint bei uns vor der Tür jemand mit selbstgebastelten Böllern geknallt haben. Die waren so laut dass unsere Hunde durchdrehten vor Angst und ich ehrlich gesagt Angst um die Fensterscheiben bekam. Grausam sowas.

Um 1:30 Uhr legte ich mich schlafen und seit 5:30 Uhr bin ich nun wieder wach. Ich achte darauf wann Oma aufsteht und werde Ihr (und mir) dann Frühstück machen. Danach werde ich nochmal weiter schlafen und nachmittags gehts dann zur Schwester meiner Oma (Tata) zum Geburtstag.

Was erfreuliches: Meine Schmuserolle und meine Leselotte sind eingetroffen. Juhuu. Endlich bequem lesen. Ich freu mich riesig drüber.

Was nicht erfreuliches: 1und1 hat mir mein Telefon und mein Internet abgeschaltet. Ich wette darauf, dass durch die Stornierung des Altvertrages mein Port dicht gemacht wurde und ich deswegen nun noch einige Zeit ohne alles leben muss. Aktuell bin ich nur dank dem WLAN meiner Ma online… Das Jahr mit 1und1 geht ja schon wieder gut los…..

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