Freud und Leid liegen nah beieinander – Meine Horror-Heimfahrt und gute News

Ich fuhr nach Berlin, erlebte wundervolle Gastfreundlichkeit, hatte einen wundervollen Premierenabend und landete danach mit Angie in ihrer Küche bei Berliner Weisse.

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Waldmeister und schwarze Johannisbeere habe ich probiert und fand die beide echt lecker. Ich hatte noch nie vorher Berliner Weisse getrunken und bin positiv überrascht, dass es mir schmeckt. :)

Um 4 Uhr morgens lag ich dann im Bettchen und schlief bis um kurz nach 8 Uhr. Ich war dann einfach wach und konnte nimmer weiterschlafen. Ich hatte Halsweh und meine Nase war dicht. “Na toll, eine Erkältung im Anmarsch”, dachte ich bei mir und stand auf. Angie erwartete mich bereits mit fertig gedecktem Frühstückstisch. Wow, noch so eine Frühaufsteherin wie ich, mit genauso guter Laune. Wir quatschten und quatschten, es machte richtig Spaß :)

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Um 12 Uhr machte ich dann auf den Weg zu Nina. Ich fuhr also einmal quer durch Berlin, bei schönstem Wetter. Habe ich schon erwähnt, dass ich Autofahren in Berlin hasse???? Und überraschte Nina. Ich hatte tags vorher mich mit einem “eventuell” schon mal angekündigt. :)

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Wir hockten zusammen, quatschten und ich freute mich einfach ein wenig bei ihr zu sein. War echt schön sie mal wiederzusehen. :)

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Um 15 Uhr machte ich mich aber schon wieder auf den Heimweg. Ich wollte nicht im Dunkeln heimkommen und da ich so wenig Schlaf hatte, es mit der Heimfahrt nicht zu sehr rauszögern. Müdigkeit ist kein guter Beifahrer und bei sowas riskiere ich nichts.

Ich hatte Glück gut aus Berlin rauszukommen, es war alles frei und ich kam gut voran. Einzig was mir einen Schreck versetzte, dass ich erneut abgedrängt wurde.

Schon auf dem Hinweg war es so, dass ich mit 190 auf linker Spur ein Auto überholte, was einfach ausscherte um seinen Vordermann zu überholen, während ich mich in seinem toten Winkel befand. Ich war jedoch so schnell dass alles gut ging auch wenn es haarscharf war. Und auf dem Heimweg passierte ähnliches. Ich war auf der Mittelspur mit 140 unterwegs und plötzlich zieht ein Auto mit Anhänger halb auf meine Spur während ich neben ihm bin. Glücklicherweise war die linke Spur frei so dass ich einen schnellen Schlenker fahren konnte um auszuweichen. Im Rückspiegel sah ich, dass der Autofahrer mit Anhänger in seinem Handschuhfach wühlte und deswegen einfach nicht aufs Fahren konzentriert war. Da fällt mir echt nichts mehr zu ein…..

Doch dann kam ich in einen Stau. Soweit ich mitbekommen habe, hatten ein Bus und ein LKW einen Unfall, sodass es zu einer Vollsperrung der A2 kam. Nun stand ich also auf linker Spur und wartete. Ich schaute raus und wunderte mich wieso der Vordermann soviel Qualm aus dem Auspuff verlor, doch in dem Moment realisierte ich, dass nicht der Vordermann qualmte sondern die Dampfwolken aus meiner Motorhaube kamen. Ich blickte sofort auf meine Temperaturanzeige und ich erblickte, dass mein Motor eindeutig kochte. Meine Hand fuhr zeitgleich zum Zündschlüssel um den Mototabzustellen als es “Peng” machte. Irgendwas war unter meiner Motorhaube hochgegangen. Mein gesamtes Kühlwasser hatte sich in dem Moment dann auch schon auf der Autobahn verteilt. Prost Mahlzeit auch, besten Dank. Ich war bedient….

2013-10-21 17.48.26Wenn man Hunger hat und mit einer Panne auf der Autobahn festsitzt, will nan dies garantiert NICHT sehen….

Erstmal Warnblinker an und vorsichtig die Motorhaube geöffnet und die ADAC Nummer mal schnell ergoogelt und angerufen. Linke Spur im Stau, das geht nicht. Ich schaute mich um und genau in dem Moment wollte ein langer Transporter mich überholen, da wir ja alle im Schritttempo – wenn überhaupt – nur vorankamen, konnte ich ganz entspannt ihn bitten sich kurz auf 2 Spuren quer zu stellen und ihn und noch einen weiteren Mann bitte mir zu helfen mein Auto auf die Seite zu schieben. Ein LKW Fahrer gab uns noch Zeichen, dass außen alles frei war, so dass wir ganz entspannt und ohne Probleme mein Auto auf den Beschleunigungsstreifen der Auffahrt Irxleben schieben konnten. Warndreieck aufgestellt, die Polizei informiert, dass ich hier rumstehe und gut war.

2013-10-21 19.36.07Nun ist es sogar beleuchtet. …

Dank Facebook konnte ich mir so gut 3,5 Stunden die Zeit vertreiben. Ich saß im Auto und wartete auf den ADAC Abschlepper. Nicht wissend ob ich überhaupt heimgeschleppt werden würde, denn wäre es ein wirtschaftlicher Totalschaden, hätte der ADAC mich nicht heimfahren brauchen mit dem Auto. Normalerweise soll man nicht im Auto sitzen bleiben, wenn man eine Panne auf der Autobahn hat. Das ist wichtig, doch ich stand im Voll-Stau. Da fuhr so gut wie nie irgendwer und wenn nur maximal 30 km/h. Daher blieb ich sitzen. Ich war auch direkt an der Auffahrt und hinter mir parkte später auch noch ein LKW, ergo ich fühlte mich im Auto recht safe.

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Familie und Freunde riefen mich an, erkundigten sich, boten Hilfe an. Doch ich hatte mit ADAC und Co. schon alles geregelt. Es ging ja eh nicht vor und zurück auf der Autobahn. Mein Bruder wollte mich sogar abholen, ich hab schon eine tolle Familie und liebe Freunde. :) Mein Mann und mein Bruder beratschlagten sogar schon, welches Auto ich kriegen könnte, falls meines den Hitzetod nun gestorben sei. Ob ich da auch noch ein Mitspracherecht hätte?

Während ich so im Auto saß, kam per Facebook die Nachricht rein, dass die Teilnehmer der DM-marken Academy nun feststehen würden und per Mail benachrichtigt worden seien. Ich konnte meine Mails am Handy nicht abrufen und schrieb als Kommentar, dass ich gerade auf der Autobahn mit einer Panne stehe und nicht nachsehen könne. Daraufhin erhielt ich per FB die Nachricht, dass ich dabei sei. Ich freute mich tierisch, das war eine echt schöne Aufmunterung während der Panne. :)

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Irgendwann kam dann auch der Abschlepper. Er lud mein Auto auf und fuhr mit mir zuerst mal an die 2km entfernte Raststätte, wo ich endlich einmal die Örtlichkeiten aufsuchen konnte und mir ein Brötchen kaufte. :)

2013-10-21 21.39.23McDonalds hat mich zu sehr mit der Werbung geärgert…. hehe nein, der Abschleppdienst-Fahrer hat nur Hunger kicher.
Ich ess Brötchen von der Tankstelle. :)

Ritschie (ich hoffe er schreibt sich so), so hieß der Abschleppfahrer, und ich quatschten ununterbrochen bis Hannover. Wir waren gleich alt, sind in ähnlichen Lebenssituationen und verstanden uns auf Anhieb. Das war eine echt tolle Heimfahrt, die mir total viel Laune machte. :) Bei meiner Autowerkstatt, erwartete mich schon mein Mann um mich heimzufahren. Ich war so happy endlich daheim zu sein.

2013-10-21 23.30.17Hätte ich Angies Wünsche mal vor der Heimfahrt gelesen…. vielleicht hätte der Schutzengel geholfen….

Doch daheim erwarteten mich nochmal Bad News…. doch da will ich gar nimmer drauf eingehe.

Ich schnappte mir noch eine Scheibe Brot und eine Zahnfüllung fiel mir raus….. das fehlte dann eigentlich auch nur noch…..

Ihr seht, es war ein Tag voller Up’s and Down’s. Freud und Leid liegen wahrlich nah beieinander….. doch wirklich schlechte Laune oder traurig war ich nicht. Es wird sich alles finden. Irgendwie. Das tut es immer. :)

Jetzt jedoch liege ich erstmal flach. Die Erkältung hat mich voll im Griff. Ich sehe aus wie Rudolph the red nose Schnupfenvieh und tröte wie Dumbo. Erstmal gesund werden und dann alles weitere in Angriff nehmen. :)

2 thoughts on “Freud und Leid liegen nah beieinander – Meine Horror-Heimfahrt und gute News

  1. Gute Besserung!

    Ich habe den Novembertermin bei meinem Lungenarzt, Doktor A. (du weißt schon – dort, wo du zur Massage gehst …), auf den Frühling nächsten Jahres verschoben. Mir geht es zur Zeit mit der Lunge einfach zu gut, um zum Arzt zu gehen. :)

    Ist dein Auto jetzt richtig hin?
    Ich bin auch schon mal abgeschleppt worden, von Bremen nach Hannover. Der Keil- und der Zahnriemen meines Autos waren gerissen und es war definitiv und unreparierbar tot.
    Aber ich hatte ebenfalls einen sehr netten Abschlepper, mit dem ich mich gut unterhalten konnte. Ich glaube, das sind überwiegend so „Ritter der Landstraße“, die es mögen, holden Maiden in Not zu helfen.

    Das Stück „Gefährten“ würde ich auch gerne sehen. Danke für deinen ausführlichen Bericht! Kommt das irgendwann mal nach Hannover? Ich bin nicht sehr mobil, weil ich einen schwerbehinderten Mann und zwei relativ kleine Söhne habe, deswegen wäre mir ein Theaterbesuch in Berlin viel zu aufwändig.

    LG,
    Wiege

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