Fibromyalgie – Die unbekannte Krankheit

Diese Krankheit ist erst seit ca. 10-15 Jahren anerkannt.
Fibromyalgie ist eine Art Weichteil-Rheuma. Erwähnenswert ist, dass es sich dabei nicht um entzündliches Rheuma handelt!
Diese Erkrankung festzustellen, ist immer eine schwierige Sache. Meist ist es eine Ausschlussdiagnostik, bedeutet: Wenn es alles andere nicht ist, ist es das….“
Ebenso wird durch die sogenannten Tender-Points ermittelt ob diese Krankheit vorliegt. Tender-Points sind die Knotenpunkte von Sehnenübergänge an die Knochen. Bei einem Druck von 4 kg schmerzen mehr als 12 von 18 Punkten wird Fibro diagnostiziert.

So gut wie alle Patienten haben vorher jedoch einen Spießrutenlauf von Arztbesuchen hinter sich. Oft bleibt die Krankheit jahrelang unerkannt.
Ich selbst leide an dieser Erkrankung und sie hat mein Leben verändert.

Mit 13 fingen meine Rückenschmerzen an. Meine Mutter rannte mit mir von Arzt zu Arzt und am Ende hieß es: Es wachsen ihrer Tochter eben Brüste und da kommt es zu Rückenschmerzen.
Dies war ein ein Fehler. Die Schmerzen ließen nie mehr nach. Irgendwann gewöhnte ich mich dran und nahm es als normal hin.

2004 bekam ich eine Sehnenscheidenentzündung in der rechten Hand. Statt das es durch Ruhe und Zinkleimverbänden besser wurde, wurde es immer schlimmer. Es kamen 2 Tennisarme und noch eine Sehnenscheidenentzündung hinzu. Gleichzeitig wurde eine Vorwölbung der Bandscheibe im Halswirbelbereich festgestellt. Da dauerte die Krankschreibung schon 5 Monate an. Die Krankenkasse fing an Ärger zu machen, da für eine solche Erkrankung die Dauer viel zu lang war. 3 Monate konnte ich mich noch dagegen wehren und dann wurde ich zwangsgesund geschrieben, trotz immer noch anhaltender Schmerzen.

Man fand dann noch einen Bandscheibenvorfall im Lendenwirbelbereich und hinzu kam noch, dass ich Wasser in den Beinen hatte, welche daraufhin 3 Monate! lang eingewickelt wurden. Neben den Arztbesuchen, kamen noch Krankengymnastik und Entspannungstherapie dazu. So war ich 5 Mal die Woche mindestens in irgendeiner Arztpraxis und das über Monate.

Dann war ich bei einer Rheumatologin und diese stellte die Diagnose Fibromyalgie. Ich stellte auf Anraten einen Antrag auf REHA. Dieser wurde von der BFA abgelehnt und durch meinen Widerspruch und einem Besuch beim Gutachter, wurde ich für 6 Wochen in eine psychosomatische Kuranstalt geschickt. Es war der fatalste Fehler.

Diese Kuranstalt war das Letzte und für meine Diagnose habe ich dort gar nicht hingehört. Ich wurde 6 Wochen mit lauter depressiven Menschen zusammengesteckt.
Als ich hinauskam, hatte ich prompt eine Depression und fühlte mich nicht mehr wie ich. Ich fing dauernd an zu weinen beim kleinsten Anlass oder auch ohne Anlass. Ebenso fühlte ich mich nur niedergeschlagen.
Diese Phase war immer wieder verbunden mit sehr starker Aggressivität. Ich ging sofort in die Luft und konnte mich selbst nicht mehr leiden. Bis heute habe ich dieses noch nicht überwunden. Ich fühle mich k.o., erschöpft, fertig, verzweifelt, es ist einem alles zu viel.
Natürlich verlor ich durch diese ganze Sache meinen Job. Auch kommt hinzu, dass man von den Freunden als „eingebildete Kranke“ eingestuft wird. Das Leben wird total eingeschränkt.
Man traut sich nicht mehr auszugehen, weil kaum ist man irgendwo angekommen, war der Weg schon so beschwerlich, dass die Schmerzen explodieren und man nach Hause muss.
Durch die Stimmungsschwankungen ist man manchmal unberechenbar und traut sich auch nicht Freunde einzuladen.
Der Freundeskreis schrumpft sowieso drastisch, weil mit einem ja nix mehr los ist.

man-2734073_1920© Foto HolgersFotografie / pixabay

Normalerweise bricht die Krankheit erst um die 35 Jahren aus, aber auch schon Säuglinge können betroffen sein. Wie auch ich mit 24 Jahren die Erkrankung bekam.
Die Krankheit trifft hauptsächlich Frauen und wird mit ca. 60 Jahren besser… Dauert bei mir also noch lange…..
Es ist schwer mit der Krankheit umzugehen. Man wird als Versuchskaninchen benutzt, weil die Tabletten, die vielleicht helfen, sind nicht vorgeschrieben. Jeder reagiert bei Tabletten anders. Es gibt keine die eindeutig helfen bei dieser Erkrankung.

Es gibt außer den Schmerzen, die sich im gesamten Körper befinden, noch bis zu 144 unterschiedliche Nebensymptome.
Von Magenbeschwerden wie Sodbrennen und Durchfall über Kopfschmerzen, Blähungen, zittern, brennende Füße, Schwindelgefühle, Angstzustände bis hin zu Depressionen.
Mich selbst betreffen: brennende Füße, Sodbrennen, Blähungen, Durchfall, Kopfweh, Schwindelgefühle, Depressionen und noch einiges mehr.
Manches soll Nebenwirkung von den Antidepressiva sein, die man bekommt damit die Schmerzen nachlassen. Vor allem nachts sind diese eine sehr große Hilfe. Ohne diese tut mir nachts alles weh. Ich werde ständig wach sonst und kann maximal eine Stunde schlafen ohne dass mein Rücken wie ein einziger Schmerzwall ist.

Helfen bei der Erkrankung sollen je nach Patient entweder Wärme oder Kälte. Ebenso treten extreme Schmerzen in Schüben auf. So gibt es teilweise auch mal gute Zeiten aber leider auch sehr extreme schlechten Zeiten.
Ich habe mir eine Wärmelampe gekauft, von Tchibo gab es letztens spezielle Rücken und Nackenkissen, auch hab ich jede Menge Kirschkernkissen und Dinkelkissen. Auch Kälte tut mir ab und zu gut und daher hab ich mir eine Kältebrille gekauft. Ebenso hab ich progressive Muskelentspannung nach Jakkobsen erlernt. Ich kann die Übungen nicht ausführen sondern mir nur vorstellen, dass ich die Übungen mache. Damit kann man wunderbar entspannen und somit den erhöhten Muskeltonus (Muskelanspannung) sinken und somit die Schmerzen lindern.

Auch Entspannungsmusik hilft. Vor allem abends zum Einschlafen hilft mir Musik damit ich nicht immer nur grübele. (Folge der Depression)
Auch jetzt habe ich erneut Schwierigkeiten mit der Krankenkasse, die mich erneut gesund schreiben lassen will.

Meine Ärzte jedoch schreiben mich krank und ich fühle mich alles andere als arbeitsfähig. Dieses Problem besteht soweit ich mitbekam bei vielen Patienten mit dieser Erkrankung. Die Krankheit ist eben nicht heilbar und so versuchen die Kassen immer schnell die Patienten als chronisch krank und somit gesund zu schreiben. Ich kriege nicht mal meinen Haushalt hin und liege oft nur im Bett oder renne jede 10 Minuten ins Bett um mich zu entspannen aber ich wäre gesund.
Dieser ganze Ärger den man damit hat, zieht einen noch weiter runter und verstärkt die Depression nur noch weiter. Aber so was wird von den Kassen nicht bemerkt.

Viele setzen bei der Fibromyalgie auch auf Heilpraktiker. Dies habe ich bisher aufgrund Geldmangels noch nicht versucht. Ich hoffe es eines Tages machen zu können.
Jeder der diese Krankheit hat, dem kann ich nur empfehlen sich im Internet umzusehen. Es gibt Vereine wie die Rheuma Liga und auch Foren wo man sich mit Leuten die auch die Krankheit haben unterhalten kann. Man fühlt sich dann schon weniger alleingelassen.

Ebenso ist es wichtig sich genau über die Medikamente die einem gegeben werden zu informieren.
Ich bekam bisher; Mydocalm, Diclofenac, Voltaren, Novalgin, 2 verschiedene Antidepressiva, Zalidar, Paracetamol, Sulp und noch so einiges
Es ist nicht einfach damit zu leben, aber es soll Menschen geben, die es können. Ich traf zwar bisher keinen der es konnte aber es solls ja geben…….
Das einzige was man sich versuchen sollte zu bewahren: Immer positiv denken.

Ich selbst schaffe es nicht immer aber ich habe das Glück einen verständnisvollen Partner zu haben, der mir hilft.
Vielen geht es da anders und ich hoffe für all diese, dass sie jemanden finden, der ihnen hilft.

Von Ärzten wird man oft wie ein eingebildeter Kranker behandelt. Lasst Euch das nicht gefallen. Sucht Euch Ärzte, die Euch als Menschen behandeln und Euch Ernst nehmen. Es ist eine Krankheit und nicht nur ein Gehirngespinst!!!

Fazit: Eine beschi** Krankheit

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