Leaving Neverland – Meine Gedanken dazu

Wer hat denn gestern die umstrittene Doku Leaving Neverland auf Pro 7 angeguckt?

Als eingefleischter MJ Fan tat ich es. Ich gab mir die vollen 5 Stunden (ich schaute auch das Special davor). Mich wundert es absolut nicht, dass diese Doku zu solch unterschiedlichen Meinungen führt.

Mal ein paar Dinge, die mir beim Schauen durch den Kopf schossen.

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Warum erzählt er, er wäre im Bahnhof im Obergeschoss missbraucht worden? Der Bahnhof ist nachweislich erst 2 Jahre später gebaut worden.

Wieso kann er sich so detailreich erinnern? Das empfinde ich als sehr ungewöhnlich, denn bei Missbrauch bleiben mehr einzelne „Fotos“ im Kopf. Kurze Gefühle. Wiederholungen. Aber sie waren in der Doku sehr detailreich. Und normalerweise bleiben „Kindervorlieben“ auf eine gewisse Altersspanne beschränkt. Wenn einer Siebenjährige mag, wird er mit vierzehnjährigen eher nichts anfangen können, vor allem wenn sie genauso groß wie er sind. Missbrauch startet dann normalerweise auch eher innerhalb der Familie oder zeigt sich auch innerhalb der Familie. Sämtliche Kinder der Familie verneinen sowas. Neffen, Nichten und die eigenen Kinder von Michael.

Die Herren war mal sehr erfolgreich. Doch die Hochphase ist laut einem langen Artikel, den ich vor einiger Zeit las, vorbei. Ging das Geld aus? Löste das in Wahrheit eine Umerinnerung aus und nicht die Geburt der Kinder? Warum sonst haben die beiden Opfer versucht gerichtlich knapp 1,5 Milliarden Schmerzensgeld einzuklagen? Sie scheiterten übrigens.

Auf den Vorwurf, dass die Familie von MJ nicht in der Doku vorkommt, nicht befragt wurde und so weiter, wurde im Special eingegangen. Es hieß, dass man ja nicht über die Familie eine Doku machte. Das finde ich sehr einseitig und absolut ungewöhnlich. Schließlich kannte die Familie auch die Opfer. Sogar die Kinder von Michael kennen die Opfer. Sie hätten zum Beispiel ihre Sicht von dem angeblich letzten Treffen berichten können (falls sie sich noch dran erinnern). Und einer konnte sich an zum Beispiel das Abendessen erinnern, was die Motivation zum Lügen im Gericht des Opfers gefestigt hätte. Taj – der Neffe von Michael – war dabei und sagte bei Twitter, dass dies besagte Abendessen NACH der Verhandlung stattfand.

Sympathisch fand ich die Mütter. Frauen, die man sofort mag, Ich glaube, die eine der beiden ist sich selbst nicht sicher, ob es stimmt. Das angebliche Tanzen, weil MJ gestorben ist, finde ich irgendwie befremdlich. Passt nicht zum Gerede davor. Der Rothaarigen kaufe ich so ziemlich alles ab. Ihre Liebe zu Michael und ihre Enttäuschung, dass die Freundschaft abkühlte.  

Was ich stark raushörte: Die Mütter und Kinder waren unendlich geflasht von Michael. Sie waren verzaubert von der Glitzerwelt. Und sie waren tief enttäuscht als sie „fallen gelassen“ wurden.

Wenn man den einen Missbrauchsfall heranzieht, der in der Doku erwähnt wurde, dann muss man eigentlich auch dazu erwähnen, dass das Opfer das Geschlechtsteil von Michael falsch beschrieb.

Angeblich solle Michael versucht haben, dass Wade Frauen nicht mag. Doch zeitgleich hat er ihn mit seiner Nichte Brandi verkuppelt, die übrigens aussagte, dass Wade vollkommen normal sich mit ihr verhielt.

Seltsam ist die Enge zu den Kindern durchaus gewesen. Doch betrachtet man die Gesamtfigur Michael Jackson, der nie eine echte Kindheit hatte, der immer wieder von falschen Leuten umgeben war, dann erklärt sich fast von selbst, wieso er Kinder angenehm als Freunde empfand. Sie erwarteten nichts von ihm, sie konnten ihm nichts Böses tun, sie waren einfach entspannt und fragten ihn nicht nach Dingen, von denen er noch keine Ahnung hatte und es war so leicht ihnen Freude zu machen. Sie hatten schlicht keine Ansprüche an ihn.

Viele interessante Zusammenfassungen und Artikelrecherchen findet man hier: https://all4michael.com/

Alles in allem: Keiner von uns wird es je wissen. Doch in meinen Augen ist da zu viel widersprüchlich. Und somit bleibe ich bei: Im Zweifel für den Angeklagten.

Wie seht Ihr das?

© Foto AnnaliseArt / pixabay

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