Das BarCamp Hannover 2019

Ich freu mich jedes Jahr aufs neue auf das BarCamp Hannover. Doch dieses Jahr war nicht nur Vorfreude dabei. Die letzten Jahre kam stehts mein bester Freund einige Tage vor dem BarCamp zu mir, damit wir es gemeinsam besuchen konnten. Die ganze Woche vor dem BarCamp dachte ich immer wieder daran, dass wir doch jetzt schon beisammen sitzen müssten, dass wir gemeinsam abends kochen müssten, wir ein Eis hätten essen müssen und wir im Hof mit den Kids spielen müssten. Dieses Jahr tat ich all diese Dinge in der Woche vor dem BarCamp allein und das ließ mein Herz schwer werden. Sechs Monaten nach seinem Tod ist es nicht einfacher geworden….. Als ich Freitag Abend zum Warm-Up aufbrach, fuhr er in Gedanken bei mir mit. Ich hatte einen wirklich schönen Abend mit vielen spannenden Gesprächen. Ich traf alte Bekannte und lernte neue Menschen kennen. Das war toll, ohne Frage. Doch als ich beim Heimweg allein an der Bushaltestelle stand und dann allein im Bus saß, kamen die Erinnerungen an das letzte Warm-Up und wie wir gemeinsam Döner aßen und gemeinsam heimfuhren und wieder wurde das Herz mir schwer. Besonders gute Dinge im Leben tun eben besonders doll weh, wenn sie enden. Ich komme an sich gut mit der Trauer zurecht, welche Wahl habe ich auch? Aber bei solchen besonderen gemeinsamen Erinnerungen, da muss ich eben doch hier und da schlucken.

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Doch dass Leben muss weitergehen und so sagte ich mir, dass ich das BarCamp genießen werde und das tat ich auch. Einzig als ihm zu Gedenken sein Foto bei der Welcome Session eingeblendet wurde, musste ich nochmal schlucken, aber das taten alle Anwesenden in dem Raum, die ihn kannten. Ich fand es eine großartige Geste.

Wie immer bei den BarCamps besuchte ich viel zu wenige Sessions. Um genau zu sein nur eine einzige, nämlich Reboot your brain alias Impro-Theater , die ich schon vom Convention Camp 2010 kannte und sie hat am Spaßfaktor nichts verloren. Ich selbst hielt auch eine Session, wobei es eher eine Gruppendiskussion war. War ein sehr spannender Austausch darüber, was nach dem Tod mit dem Onlinekram passiert und welche Möglichkeiten man zur Vorsorge hat.

Die wahren Sessions finden für mich immer im Innenhof statt. Dort saß ich die meiste Zeit und unterhielt mich. Es waren viele interessante Menschen da und ich habe sehr viel Input erhalten, auch ohne in die Räume zu gehen. Ich muss gestehen, durch meinen Bandscheibenvorfall fällt mir Treppensteigen etwas schwer derzeit. Ich hatte meinen Gehstock im Rucksack mit, falls die Nerven zu stark gereizt wären, aber ich brauchte ihn Gott sei Dank nur Sonntag auf dem Heimweg. Wenn wirklich unbedingt eine Session in der 3. Etage mich interessiert hätte, ich hätte natürlich den Fahrstuhl benutzen dürfen. Aber ich war so in Gespräche vertieft, dass ich schlicht gar nicht hoch wollte. 🙂

2019-05-26 13.45.46Beide Tage waren voller spannender Sessions von denen ich im Nachgang im Hof erfuhr, ich bekam sozusagen Minizusammenschnitte dann dort geliefert. Das Essen war übrigens 1A! Die Mettbrötchen und die Käsebrötchen mit Ei waren hyperlecker. Die Suppen am Sonntag waren richtig gut. Die Samstagssuppen lagen mir weniger, schmeckten aber auch gut. Es waren am Ende des Tages wie immer Brötchen über, die ich dann einfach auf der Meile an ein paar Obdachlose verteilte, die sich freuten und bedankten. Auch eine Busfahrerin freute sich als ich ihr welche anbot. Was mir fehlte, waren die Früchte mit Quark, die hatte ich 2018 so geliebt. Aber da Müll so gut es geht vermieden werden sollte, waren die eher unpraktisch. Es störte übrigens gar nicht, dass man eigene Löffel und Kaffeebecher mitbringen sollte. Das fand ich sogar richtig gut.

Es gab auch wieder eine Fotobox, die ich dieses Jahr aus sicherlich nachvollziehbaren Gründen gemieden habe. Daran war nicht nur meine Bandscheibe schuld. Ich konnte mich einfach nicht überwinden dort ein Foto zu machen. Aus dem gleichen Grund war ich dieses Mal auch nicht beim Check In Dienst zu finden.

Das BarCamp war insgesamt einfach spitze und die Organisation und alles drum rum wie immer perfekt. Danke an Theresa und René, die das so klasse jedes Jahr aufs Neue machen! Nächstes Jahr bin ich gern wieder dabei!

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