Helmgate – Wenn Fotos für Abmahnungen sorgen

Manchmal passieren Dinge, wo man sich fragt, wie das eigentlich alles passieren konnte….

Wie Ihr wisst, brauchte mein Sohn eine Helmtherapie. Für die Kopforthese von Cranioform musste ich aus eigener Tasche 1819,- Euro bezahlen, da die Krankenkasse diese Behandlung nicht übernommen hat. Ich kämpfte mit der Kasse darum, bat um Unterstützung, legte Widerspruch ein, doch alles erfolglos. Somit zahlte ich selbst die Behandlung und damit den Helm, da mein Sohn später keine Schmerzen und Dauerverspannungen haben soll oder gar wegen einem “komischen Kopf” gehänselt werden soll.

Ich schrieb einen Blogartikel darüber, beschrieb auch wie positiv der Behandlungsverlauf ist, damit auch andere Menschen sehen, dass dieser Helm etwas bringt. Vielleicht, so dachte ich bei mir, wird eines Tages der Helm doch noch eine übernahmefähige Behandlung. Aufgrund einer holländischen Studie ist er als Behandlungsform nicht anerkannt. Das ist wohl der Grund für die Kassenablehnungen. Daher wollte ich zeigen, wie gut dieser Helm wirkt. Klar, habe ich damit auch kostenlose Werbung für Cranioform gemacht.

Die fanden meinen Artikel zumindest so gelungen, dass sie ihn auf ihrer Facebook Firmenpage teilten, was mich freute.

Für meinen Artikel hatte ich Fotos vom Kopf meines Sohnes verwendet, welche im Annastift aufgenommen worden waren. Ich hatte die Ärztin im Dezember (und nochmals im Januar) vor Ort gefragt, ob ich diese für meinen Blogartikel verwenden dürfte. Ich sei Bloggerin und möchte gern darüber berichten. Auch für die Huffington Post würde ich gern einen Artikel zu der Problematik der fehlenden Kassenübernahme noch schreiben. Ich erhielt daraufhin die mündliche Zusage und sie gab mir sogar noch einen Artikel von ihr mit, welchen ich inhaltlich verwenden dürfte. Sie fand es gut, dass man darüber schreibt, damit es vielleicht eines Tages doch übernommen wird.

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Dann kam der Tag, an dem ich auf der Firmenfacebookpage von Cranioform einen Eintrag entdeckte, in welchem sie für die Neueröffnung eines neuen Standortes in Graz warben und dabei war eines meiner selbstgeschossenen Helmfotos. Ungefragt wurde dieses dort zu gewerblichen Zwecken benutzt. Das ärgerte mich sehr. Eine Firma hat genug Geld sich einen Fotografen zu leisten, um selbst Fotos zu machen. Blogger sind nicht frei zur Verfügung stehende Plattformen, wo man sich einfach bedienen kann. Ich selbst hatte extra nachgefragt, ob ich die Fotos und Scans benutzen darf und dann bedient man sich bei mir ungefragt?

Ich ließ Cranioform von meinem Anwalt abmahnen und stellte das Foto in Rechnung. Die Abmahnung belief sich insgesamt auf 874,34 Euro.

Ich fühlte mich im Recht. Ich hatte diesen Helm für 1819 Euro teuer bezahlt. Ich habe ihn beklebt, habe ihn fotografiert und einen Artikel dazu verfasst. Es ist mein Foto und ich hätte gefragt werden wollen. Ich hätte vermutlich nicht nein gesagt, vielleicht hätte ich auch einen kleinen Obolus verlangt, aber das wäre alles ok und rechtens gewesen. Es wäre sogar nett gewesen, weil die 1819 Euro uns echt weh taten und tun.

Nun würde man erwarten, dass eine Firma ihren Fehler einsieht und versteht, dass das Internet keine freie Bilderböse ist, doch stattdessen reagierte Cranioform mit einer Gegenabmahnung über 1300,34 Euro. Ich wurde für die in meinem Helmartikel verwendeten 3 Fotos, die im Krankenhaus gemacht wurden, abgemahnt. Auf 2 Fotos waren Kopf-Scans meines Sohnes zu sehen, auf denen die Ärztin mit Kugelschreiber darüber gemalt hat, wie die Kopfform später sein würde. Auf einem weiteren Bild sieht man den Kopfumriss meines Sohnes von oben, einmal vor-dem-Helm und einmal nach dem-Helm als Unterschied übereinander gelegt. In der Abmahnung hieß es, dass Cranioform der Urheber dieser Bilder sei. So wie ich es verstanden habe, weil die Software und die Maschine mit der die Bilder gemacht wurden, ihnen gehört.

Für mich ist das völlig unverständlich. Wäre dies so, müsste Canon so ziemlich alle meine Bilder abmahnen, da sie die Kamera entwickelt haben, mit der ich meine Fotos schieße. Und abgesehen davon, hatte ich die Ärztin um Erlaubnis gefragt. Diese hat 2 der Bilder mit Kugelschreiber noch verändert, indem sie darauf malte. Ich fühlte mich ehrlich gesagt veräppelt. Vor allem auch deswegen, weil die Gegenabmahnung um knapp 500 Euro höher war als meine Abmahnung. Man bot mir immerhin an die Abmahnungen gegeneinander aufzurechnen und ich solle nur den Fehlbetrag überweisen. Sehr freundlich, oder?

Nur kurz danach war ich erneut zur Helmkontrolle im Krankenhaus. Ich hatte meinen Artikel ausgedruckt und der Ärztin mitgebracht. Gleichzeitig bat ich sie die Genehmigung aus Dezember und Januar noch einmal mir schriftlich zu erteilen. Für meinen Artikel in der Huffington Post wollte ich das rechtlich lieber sicher haben. So sagte ich es ihr. Über die Abmahnungen sprachen wir nicht.

Als Cranioform mitbekommen hat, dass ich diese besitze, hat die Ärztin die Erlaubnis widerrufen und zurück gefordert. Ich habe das Original an sie zurück geschickt und die Bilder sind natürlich entfernt. In einem weiteren Schreiben teilte Cranioform meinem Anwalt mit, dass sie die umfassenden Nutzungsrechte der Ärztin übertragen bekommen hätten. Somit also gar nicht der Urheber wohl sind, sondern nur Nutzungsrechteinhaber. Urheber wäre somit wirklich die Ärztin.

Und da stehen wir nun. Cranioform hält ihre Abmahnung aufrecht. Sie behaupten weiterhin im Recht zu sein. Es gab keine Entschuldigung für die unerlaubte Verwendung. Das scheint auch nicht üblich in der heutigen Zeit. Zusätzlich unterstellen sie mir die Vermarktung meines eigenen Kindes. Das empfinde ich als absolute Frechheit. Ich schrieb den Artikel, um die Helmtherapie bekannter zu machen und voranzubringen, wollte in der HuffPo aus genau dem Grund zusätzlich veröffentlichen, was Cranioform eventuell als Helmanbieter sogar positive Effekte gebracht hätte, und muss mir unterstellen lassen, ich würde meinen Sohn vermarkten????

Im letzten Schreiben führen die Anwälte an, dass sie der Auffassung sind, wenn jemand die Nutzungsrechte erbeten hat und bekam, dann gelte damit automatisch dass die andere Seite auch an allem Nutzungsrechte habe. Ergo ich frage um Erlaubnis und bekomme diese und dann darf Cranioform automatisch meine Bilder nutzen, weil sie mir ja eine Erlaubnis einräumten – so das moralische Denken, wenn ich es richtig verstanden habe. Auch hätte ich direkt mich an Cranioform wenden sollen anstatt, wie es mein Recht ist, einen Anwalt damit zu beauftragen. Warum Cranioform der Meinung ist, dass man mich nicht fragen muss, verstehe ich  null. Hätten sie gefragt, es wäre kein Problem gewesen. Kleiner Obolus, weil es für gewerbliche Zwecke ist, und gut. Aber mal abgesehen davon, bin ich davon ausgegangen, dass die Ärztin Urheberin ist (was sie ja auch ist) und alleinige Nutzungsrechteinhaberin. Ich bin von der Ärztin im Dezember NICHT darüber aufgeklärt worden, dass sie die Rechte an Cranioform abgegeben hat.

Fassen wir nochmal zusammen:

  • Ich holte mir die mündliche Erlaubnis der Ärztin ein.
  • Ich schrieb den Artikel.
  • Cranioform fand ihn gut und teilte ihn auf Facebook.
  • Sie nahmen ein Bild aus eben jenem Artikel und benutzten es unerlaubt für gewerbliche Werbung auf Facebook.
  • Ich mahnte sie ab.
  • Cranioform löschte den geteilten Artikel auf Facebook.
  • Sie mahnten mich noch höher ab – für die Bilder, für die ich eine Erlaubnis der Ärztin hatte.
  • Ich bekam sogar noch die schriftliche Erlaubnis der Ärztin im nachhinein.
  • Cranioform behauptet, die Ärztin habe alle Nutzungsrechte an sie übertragen, weswegen die Erlaubnis der Ärztin an mich nicht gültig wäre.
  • Die Ärztin zog die Erlaubnis daraufhin zurück.
  • Cranioform sagt klipp und klar, dass sie nun nicht zahlen werden.
  • Cranioform besteht darauf, dass ich zahle.
  • Die Anwälte von Cranioform empfehlen Cranioform den Klageweg zu beschreiten.

 

Und nun stehe ich da und überlege was tun. Als kleine Bloggerin gegen ein Unternehmen antreten? Was wenn die Ärztin sagt, sie habe die Erlaubnis im Dezember/Januar nie gegeben? Obwohl ich es doch schriftlich noch später bekommen habe?

Als Zwillingsmama ist das Leben kostspielig. Kein Kind trägt die Sachen vom anderen Kind auf. Man muss vieles doppelt anschaffen. Ich habe das Elterngeld bereits umfangreich in Kleidung für die nächsten 2 Jahre für die Kinder gesteckt, weil ich nicht weiß, wie meine finanzielle Situation bis dahin sein wird. Ich bin in Rente, kann nur geringfügig nebenbei arbeiten und auch das wird immer schwerer je älter die Kids werden. Die gesamten Rücklagen waren bereits für den Helm drauf gegangen. Ich unterstütze dazu noch meine Oma finanziell im Heim. Meine eigene Gesundheit erfordert Medikamente und Behandlungen. Sagen wir so: Ich kann mir das Geld für ein Gerichtsverfahren nicht mal eben aus den Rippen schneiden. Nicht mal die Forderung von Cranioform kann ich mir derzeit irgendwo abzwacken.

Also was soll ich nun tun? Ich fühle mich im Recht. Fühle mich als Blogger ungerecht benutzt. Fühle mich als Mama doppelt getreten. Erst musste ich den Helm selbst bezahlen und dann noch das alles. Damals als ich den Helm bezahlen musste, dachte ich noch so bei mir: “Conny, sei froh. Du bist Zwillingsmama und es hätte Dich mit dem Helm doppelt treffen können.” Tja, anscheinend hat es mich mit dem Helm wohl doch doppelt getroffen….

Würdet Ihr das Risiko eingehen und weitermachen? Wenn ich einfach sagen würde, lasst es uns alles vergessen, jeder bleibt auf seinen Anwaltskosten sitzen, dann hätte Cranioform in meinen Augen gewonnen. Dann sind sie damit durchgekommen, dass sie ungefragt mein Foto benutzt haben und das auch noch für gewerbliche Zwecke. Ich hatte vorab um Erlaubnis gefragt, erhielt von der Urheberin die Erlaubnis und soll nun dafür zahlen, dass ich mich vollkommen korrekt verhalten habe? Ich kann das irgendwie nicht verstehen, noch einsehen.

Was soll ich machen?

71 thoughts on “Helmgate – Wenn Fotos für Abmahnungen sorgen

  1. Das ist wirklich eine sehr vertrackte Situation und ich kann auch deine Emotionen verstehen. Trotzdem sollte ein persönliches Gespräch oder eine Email immer der erste Schritt sein. Auch bei der Firma arbeiten Menschen, die in der einen oder anderen Situation Fehler machen können – so wie in diesem Fall das Bild ohne Rücksprache verwendet wurde. Wahrscheinlich ohne groß darüber nachzudenken. Sofort abzumahnen gibt dem anderen gar nicht mehr die Möglichkeit auf einen Fehler zu reagieren – und dann entstehen solch komplizierte Situationen. Es ist inzwischen ein lukratives Geschäft geworden, Blogger abzumahnen, die – meist aus Unwissenheit – einen ähnlichen Fehler gemacht haben. Auch wir Blogger hätten es doch lieber, wenn wir erst darauf angesprochen werden und wir die Möglichkeit haben, die Situation zu klären und ggfls. den Fehler rückgängig machen können. Dass sich jetzt auch die Blogger dieser Mittel bedienen, finde ich sehr schade. Wir sollten auf Kommunikation, nicht auf Bestrafung setzen.
    Nichtdestotrotz wünsche ich dir, dass ihr eine gütliche Einigung findet. Vielleicht hilft es ja doch, das persönliche Gespräch zu suchen.

  2. Soweit ich von betroffenen Bekannten weiss, zahlen die KK die Helmtherapie erst ab einer Abweichung von soundsoviel Prozent von der Norm. Darunter geht man davon aus, dass sich das von alleine legt. Was ich bisher so von anderen Zwillingseltern mitbekommen habe, ist das wohl auch tatsächlich weitestgehend so. Und die, denen der Prozentsatz noch zu hoch ist, bezahlen dann murrend selbst – und haben natürlich denselben Effekt einer „schönen“ Kopfform fürs Kind. Ich weiss nicht, ob ich mal eben 2000 Euro für so etwas ausgegeben hätte. Aber zurück zu deinem letzten Satz (Kommentar 11.6. um 1:36). Meist sind diese angeblichen Social Media FB Page Betreuer nur Azubis oder irgendwelche Angestellten, die das so nebenbei machen. Selten steckt da wirklich Wissen dahinter. Da würde ich ehrlichgesagt auch bei großen Unternehmen nicht zuviel erwarten. Ansonsten schließe ich mich der Mehrheit der Kommentatoren an: selbst schuld :-/ Bitte geh zum Anwalt und alsse dich GUT beraten, ehe du weitere Schritten gehst.

  3. Hallo, unsere Krankenkasse (größte Ostdeutsche) hat nach 2 Widersprüchen 50% der Kosten übernommen.also dran bleiben.
    Zur Therapie: es war hart für uns diese Entscheidung zu treffen aber in nachherein war es die richtige Entscheidung. Unsere Tochter hat jetzt eine wunderschöne Kopfform. Haben die Therapie vor ihrem ersten Geburtstag gemacht. Ging fast ein halbes Jahr. Aber wie gesagt. Hat sich gelohnt.

  4. Hey Conny,
    Ich an deiner Stelle würd noch heute auf die Website von SAT1 und von da gucken das du auf die Seite des Magazins „Akte“ mit Ulrich Meyer kommst, ich glaube du kommst via Akte.net direkt dahin bin mir aber nicht sicher. Clicke dann auf den Hilfe Button und schildere da nochmal deinen Fall, ich bin mir sicher, dass sie dir helfen werden.

  5. Ich versuche bereits mehrfach die Kommentare für diesen Blog abzubestellen. Das System funktioniert definitiv nicht. Bitte meine Mailadresse aus den abonnierten Kommentaren löschen!

    Außerdem finde ich das Kommentarabo in Kombination mit fehlender Abbestellmöglichkeit ohne Opt-Out rechtlich sehr fragwürdig.

  6. Ich kann schon auf die Seite mit meinen abonnierten Kommentaren gehen, aber die dortigen Schaltflächen bewirken (egal welche, egal ob markiert oder nicht) nichts. Die Kommentare bleiben weiter abonniert. Egal welcher Browser.

  7. Das ist ja seltsam. ich habs eben mit Gastaccount im Chrome versucht und konnte deabonnieren. Ich lösch Dich manuell raus. Falls noch jemand das Problem hat, bitte Bescheid geben.

  8. Warum hast du denn mit einer Abmahnung durch deinen Anwalt reagiert und nicht erstmal Kontakt mit dem Hersteller aufgenommen, den du offenbar vorher schon hattest? Ich denken dann wären die Reaktionen auch freundlicher gewesen und der Fall wäre nicht derart eskaliert. Gerade Blogger sind beim Thema Abmahnungen doch sehr sensibel.

  9. Es war eine emotionale Reaktion, weil ich echt wütend war, ich hatte mir zusätzlich Rat bei Freunden geholt und mich dann mit einem Anwalt beraten. Kann man als falsch betrachten, ob ein anderer Weg anders verlaufen wäre, ich weiß es nicht. Vielleicht. Einfach eine Rechnung hinschicken, wäre vermutlich besser gewesen. Ob dann jedoch anders reagiert worden wäre, das weiß ich nicht.

  10. Spenden sammeln, antreten. Ich geb Dir gerne was dazu.

    Ich bin der Meinung, dass die (auch temporäre) Übertragung der Nutzungsrechte das innehalten der Nutzungsrechte zum Zeitpunkt der Nutzung darstellt und somit – wenn überhaupt – ein Vertragsbruch zwischen altem Urheber und neuem Urheber entstanden ist.

    Den Namen möglichst im Internet breittreten mit diesem Bericht. Das schädigt das Unternehmen insoweit, als dass sich jeder Leser überlegen kann, ob er Artikel erwerben möchte, wenn sich das Unternehmen so asozial verhält.

    Im nächsten Leben als Hund wiedergeboren werden und jeden Morgen genau dahin kacken, wo gleich der Chef von CorinthenForm oder wie die auch gleich heissen, hintritt.

  11. Das ist ja wirklich ein Albtraum. Was sich diese Firmen einbilden!! Du schreibst einen Artikel über die (also im Grunde Werbung!) und die verlangen dann noch dafür was.

    Ich würde an deiner Stelle mal checken (bzw. anwaltlich klären lassen) inwieweit einmal erteilte Lizenzen einfach so widerrufen werden können. Die Ärztin erteilte dir, sowohl mündlich als auch schriftlich, ein Nutzungsrecht.

    Nun ist es z.B. bei Creative Commons Lizenzen, etc. so, dass diese Lizenzen nicht widerrufen werden können. Daher, du könntest bei einem Werk, was du unter CC gestellt hast, nicht plötzlich die Lizenz ändern und von allen, die das Werk nutzen, verlangen dass sie es wieder offline nehmen.
    Inwieweit dies für private gegebene Lizenzen auch gilt, würde ich auf jeden Fall checken lassen! (Ich hoffe du hast von der schriftlichen Bestätigung deiner Ärztin ne Kopie.) Evtl. würde ich mich mit diesem Fall auch mal an die Kanzlei Wilde-Beuger-Solmecke (Kanzlei WBS auf Youtube und Facebook) wenden. Die sind Medienrechtsspezialisten und machen nichts anderes.

    Mit der Kamera-Sache ist auf jeden Fall schon ein Hammer an sich, und ich bin mir auch 100% sicher dass das vor Gericht niemals durchkäme. Denn ansonsten hätte ja, wie du bereits gesagt hast, jeder Kamerahersteller das Recht an Bildern die mit einem ihrer Produkte gemacht wurden. Das dieses Argument rechtlich Schwachsinn ist, hat wohl auch die Firma Cranioform erkannt, und dann schnell umgeschwenkt. Da fragt man sich jedoch, ob die Folgeargumente vor Gericht Bestand hätten.

    Zudem kannst du ja mit der erteilten Nutzungserklärung der Ärztin beweisen, dass du das Recht hattest, die Bilder zu benutzen. Du müsstest also entsprechend die Ärztin in Regress nehmen können, denn dass diese die exklusiven Nutzungsrechte an jemand anderen erteilt hatte, hätte SIE wissen müssen, und nicht du. Sie hätte dir also niemals Nutzungsrechte erteilen dürfen. Damit hat DIE ÄRZTIN den Rechtsverstoss begangen, und nicht du.
    Wenn dir ein Fotograf oder Rechteinhaber Nutzungsrechte erteilt, dann gehst du ja davon aus, dass du die Bilder auch tatsächlich nutzen darfst.

    Wie gesagt, klingt komplex, aber kompetente Anwälte sollte dir da auf jeden Fall raushelfen können. :)

    Trotzdem ne nervige Situation mit der sich keiner rumschlagen müssen sollte. :(

  12. @Kimberley
    Du hast den Artikel nicht richtig gelesen oder verstanden, dein zweiter und dritter Satz ist einfach falsch.
    Conny hat abgemahnt, dann kam erst die Gegenreaktion. Ja auch Conny verdient mit dem Schreiben Geld ;-). Durch Werbung.

  13. Auch ich würde – wenn finanziell durch einen Anwalt nicht möglich so zumindest via Verbraucherzentrale – prüfen lassen, wie Deine Erfolgsaussichten sind, würdest Du weiter gegen die Firma vorgehen.

    Und leider sieht man an dem Beispiel wieder sehr deutlich, das man seine Emotionen erst einmal wieder runter gefahren haben sollte, bevor man reagiert. Auch wenn das durchaus verständlich ist, wie sauer Du gewesen sein musst.

    Aber noch ist ja nicht Hopfen und Malz verloren. Greif zum Telefon und versuch das so zu klären.

    Viel Erfolg

  14. @Enno vE
    ersthaft???? ich hoffe nicht!!!!!
    wegen sowas kommen ernsthafte spendensammler in verruf

  15. Ich finde das verhalten unmöglich von denen. Würde mich auch ans Fernsehen wenden (Wiso bei ZDF oder Akte bei Sat1). Das ist echt eine riesen Frechheit! Ich würde denen keinen müden Cent zahlen, im Gegenteil… x-(
    Ansonsten wende dich noch an die Verbraucherzentrale.

    Aber falls je ein Kind in meinem Bekannten-oder Freundeskreis oder Familie so einen Helm braucht, dann werde ich allen Eltern von dieser Firma abraten. Gibt ja sicher auch andere Hersteller.

  16. Unsere Erfahrung mit dieser Firma und mit 6 Wochen Helmtherapie: Der Helm hat die Kopfform unseres Sohnes u.E. nicht verbessert, sondern nachhaltig geschädigt. Die Folgen dieser Erfahrung für die gesamte Familie baden wir Monate später noch aus. Jeden Tag aufs Neue die quälende Frage, warum man nicht auf den Mutterinstinkt (das Ding weglassen, es richtet Schaden an!), sondern die ärztliche Empfehlung (Helm ist in Ordnung, weiter aufsetzen) gehört hat. Irgendwann hat Ersteres gesiegt, da war der Schaden aber schon da. Mit unserer „Reklamation“ fanden wir bei dieser Firma übrigens kein Gehör, um es mal vorsichtig auszudrücken. Insofern reiht sich sich unsere Erfahrung bezüglich des Umgangs mit Menschen in die oben beschriebenen ein.
    Ich kann nur raten, sich gut zu überlegen, was es bedeutet, eine Helmtherapie an seinem Kind durchführen zu lassen. Es gibt für diese – in jedem Fall auch ästhetische Korrektur – nämlich keine Qualitätsstandards – man verlässt sich voll und ganz auf das ästhetische Empfinden des Helmherstellers. Zudem ist das Können des praktisch Durchführenden entscheidend. Die Helmform und das, was der Orthopädietechniker bzw. Arzt am Helm durch Beschleifen verändert, bildet sich beängstigend genau auf dem Kopf Kind unseres Kindes ab! Es gibt in der jetzigen Praxis z.B. keine richtigen Visualisierungen, wie der Kopf nach der Therapie aussehen soll. Man bekommt allenfalls eine dürftige Skizze und muss sich eigentlich damit begnügen, dass es am Ende „symmetrisch“ sein soll, oder der Kopf „länger“. Wenn diese Ziele halbwegs erreicht sind, wird die Therapie als erfolgreich angesehen – wen, außer den Eltern, schert es da, dass sich die Schädeldecke gewölbt hat, weil der Helm zu eng war oder sich die Proportionen dank relativer Verbreiterung des Kopfes nach hinten verschoben haben. Die Aufklärung der Patienten (oder Kunden?) über mögliche Gefahren oder „Nebenwirkungen“, außer dem Verweis auf die vermeintlich harmlosen Druckstellen, findet eigentlich nicht statt. Man stelle sich diese Situation in anderen medizinischen Bereichen vor!
    Dabei wünsche ich keinem das Entsetzen bei der Feststellung, dass sich der flache Bereich kaum (das wäre sicherlich nicht tragisch), dafür aber alles andere am Kopf des eigenen Kindes verändert hat.
    Ich lehne die Helmtherapie übrigens auch nach dieser Erfahrung nicht grundsätzlich ab. Allerdings würde ich sie nur noch von jemandem durchführen lassen, dessen Qualitätsanspruch ganz anders gelagert ist. Nur mal als Beispiel – eine große Firma aus den USA bestellt ihre Kunden strikt wöchentlich oder alle zwei Wochen zur Kontrolle ein – ein ziemlicher Unterschied zu den üblichen fünf Wochen, in denen wie ich weiß eine Menge passieren kann. In den Prozess der Helmherstellung sind – wenn man der Webseite Glauben schenken darf – neun Designer mit technischem und künstlerischem Hintergrund involviert, und nicht nur ein „Halbgott in Weiß“ samt technischem Handlanger. Das reduziert schon mal das Risiko, dass die ästhetischen Vorstellungen des Helmanbieters und der Eltern weit auseinanderliegen. Nicht unerwähnt lassen möchte ich das Gewicht der Helme. Nach meiner persönlichen Recherche sind die Cranioform-Helme im Vergleich sehr schwer (260 Gramm bei uns). Die Nachfrage bei verschiedenen deutschen Anbietern ergab, dass die Regel eher 180-200 Gramm sind. Ich finde diesen Punkt sehr wichtig. Die Wahl des Materials ist offensichtlich auch kinderfreundlicher zu gestalten.
    Am wichtigsten sind jedoch letztlich die Fähigkeiten des Helmbeschleifendenden, und dazu gehört neben profunden Kenntnissen auch Talent – wir hatten da offensichtlich Pech.

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