In der Erinnerung sind Dinge oft besser als sie waren

Vor kurzem erhielt ich in der Brandnooz Box ein Kirsch-Bier von Köstritzer. Was habe ich mich auf dies Bier gefreut. Als ich es in Händen hielt, erinnerte ich mich an meine Zeit in Frankreich. Ich war mit 16 Jahren in Rouen für zwei Wochen. Ein Schüleraustausch, um die Sprachkenntnisse zu festigen – was ein tolles Erlebnis. Dort trank ich mein allererstes Kirschbier. Und es schmeckte fantastisch. Es war in einer kleinen Bar und ich fiel fast vom Hocker beim Preis von umgerechnet fast 10 DM. Das Bier blieb mir im Gedächtnis haften.

Und nun hatte ich dies Schwarzbier mit Kirsch-Charakter in meiner Box und freute mich wie ein Schneekönig. Ich goss es mir in eines meiner Leffe Biergläser und setzte es an meine Lippen. Ich nahm einen Schluck und ließ den Geschmack auf mich wirken. Gott, was war ich enttäuscht. Es war so weit weg von dem köstlichen Geschmack, wie Hannover von Singapur. Ich war enttäuscht. Doch fragte ich mich, kann da wirklich das Bier etwas für?

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Die Erinnerung spielt Streiche

In meiner Jugend liebte ich den Schnitzelburger in Eberndorf. Wir haben ihn uns allesamt sehr gern gekauft. 2009 brachte mir meine Oma per Flieger noch zwei Schnitzelburger mit und sie waren lecker, aber irgendwie anders.  Und als ich 2010 meine Flitterwochen dort verbrachte, kaufte ich mir natürlich in den ersten Tagen einen meiner geliebten Schnitzelburger. Er schmeckte gut, doch so überragend wie in meiner Erinnerung war er nicht mehr. Den Geschmacksunterschied 2009 schob ich noch auf die längere Transportdauer, doch nein auch frisch war er nicht mehr so überragend.

Es ist oft so, dass die Erinnerung Dinge verbessert. Sie stellt sie auf ein Podest, sodass die Realität es nicht mehr erreichen kann. Versucht sie es, wird man leider oft enttäuscht. Ich kann nur vermuten, dass es in der Biologie des Menschen verankert ist. So vergessen Frauen grundsätzlich die Intensität von Schmerzen bei der Geburt – vermutlich würden sonst alle Menschen nur als Einzelkinder aufwachsen. (Zwillinge mal ausgenommen)

Aber manchmal schmecken Dinge genauso gut, wie in der Erinnerung. Das XXL Schnitzel bei der Fressranch in Österreich. Es schmeckte auch nach Jahrzehnten noch immer genauso lecker. Vielleicht doch nicht biologisch? Verlor mein Schnitzelburger an Geschmack? Oder war es eine falsche, überhöhte Erinnerung.

Ich weiß es nicht und werde es wohl nie erfahren. Erging es Euch mit Essens-Erinnerungen auch schon so?

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