Trauringe sind für’s Leben – oder doch nicht?

Als mein Mann und ich heiraten wollten, bin ich auf einer Brautmesse gewesen. Dort erhielten wir einen Rabattgutschein für einen Juwelier und als ich daheim die Ausbeute meiner Coupons zeigte, rief meine Ma aus: Da haben auch wir unsere Eheringe machen lassen. Tja – so war wohl schnell entschieden, wo wir nach Eheringen schauen wollten. So begaben wir uns in den Juwelier in der Stadt, natürlich war der Gutschein mit im Gepäck. Wir besahen uns die Auslagen und ließen uns vom Fachangestellten beraten. Schnell waren wir uns uneinig. Ich wollte ein Paar und mein Mann wollte ein Paar. Tja…. da standen wir nun mit unseren unterschiedlichen Lieblingsringen. Wie wir uns einigten? Das war einfach. Wir verhandelten miteinander. Ich ergatterte mir das Recht auf Zweitnamen für die bis dahin noch nicht gezeugten Kinder, wofür dann seine Ringe gewählt wurden. Rückblickend würde ich sagen, dass ich den besseren Deal machte.

Warum mein Deal der Bessere war

Meine Kinder laufen hier rum und tragen Zweitnamen, während mein Ehering in einer Schachtel liegt und der Ehering meines Mannes sicherlich schon von irgendwem versetzt wurde.

Es war ungefähr ein Jahr nach unserer Hochzeit als mein Mann stocksauer heimkam. Er hatte beim Einkaufen in der Obstabteilung seinen Ehering verloren – zumindest vermutet er das im Nachhinein. Er hatte in eine angedetschte Orange gefasst und danach mit einem Tuch seine Hand gesäubert. Dabei muss der Ring mit abgestreift worden sein. Er verschwand für immer…. ich hoffe, dass ihn wenigstens jemand fand, der es nötig hatte und das Geld für den Ring gut brauchen konnte. Wir erkundigten uns, was ein Neukauf kosten würde….. Über 500 Euro war der genannte Preis – fast genauso viel wie wir vor der Hochzeit für beide zusammen gezahlt hatten. Mein Mann entschied: Nein danke. Er trug von da an den Freundschaftsring auf dem rechten Ringfinger. Damit war das Thema erledigt und ich trug allein unseren Ehering.

Doch wieso liegt mein Ehering mittlerweile in einer Schachtel?

Nach der Hochzeit nahm ich einige Kilos ab. Auf die Finger wirkte es sich nur minimal aus, waren sie doch immer schon sehr schlank. Dennoch rutschte der Ring etwas mehr. In der Schwangerschaft legte ich unheimlich an Wasser zu und musste den Ring abnehmen. Die Finger wurden zu dick. Nach der Geburt zog ich ihn wieder an, doch kam ich nicht mehr mit ihm klar. Am Morgen fiel er mir beim Toilettengang fast in die Kloschüssel, weil ich so schlanke Finger hatte und am Abend drückte er, weil ich wieder voller Wasser war. Irgendwann pendelte es sich auf den schlanken Fingerzustand ein und ich hatte stets die Angst ihn zu verlieren und fummelte dauerhaft nur an ihm rum, um zu prüfen, ob er noch am Finger sitzt. Das nervte mich so sehr, dass ich ihn endgültig abnahm.

© marla66 / pixabay

Wir wollen neue Eheringe

Ich bin nun schon lange Zeit ohne Ehering, denn auch mein Freundschaftsring passt nicht mehr und schlackert an den Fingern. Aber so ganz ohne Ringe fühlt sich meine Hand nackt an. Ich vermisse meinen Ehering, der gut am Finger saß. Ihn anzupassen ist keine Option, da mein Mann kein Gegenstück hat. Bleibt also nur eine Alternative: Neukauf!

Dieses Mal gibt es allerdings nichts zu verhandeln. Also müssen wir ein Paar Hochzeitsringe finden, die uns beiden gefallen. Wir schauten nach Rubin Trauringe und nach Platinringen uns um. Wobei auch Edelstahlringe für mich interessant wären. Gelbgold kommt für meinen Mann nicht in Frage, aber damit kann ich leben. Dafür kann ich mit Rotgold nichts anfangen. Ich wette es wird am Ende doch wieder Weißgold. 🙂 Bisher fanden wir leider noch keinen, der unsere eigentlichen Eheringe ersetzen wird. Wir schauen noch. Dabei wäre es doch zum 20. Jahrestag dieses Jahr eine wirklich schöne Idee, oder?

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