Ein Loch in der Wand und Omas Freundin meint Oma sei nicht dement

1MD000841 Nachdem ich vom Conventioncamp heimkam, nahm ich die Gelegenheit wahr und fotografierte das neuste Loch in unserem Torweg. Der neue Laden hat einfach die Wand durchbrochen – auf Augenhöhe – damit sein Ofen Platz hat und gelüftet ist. Ja gehts noch? Und wir sollen jetzt immer dies Loch angucken oder wie? Und dann noch vom Ofen den Geruch haben? Und wenn uns jemand besucht, dann sieht er dies Loch? Es soll verblendet werden. Ja klasse. Das macht den Roller meines Bruders auch net heil. Dank dem Durchbruch ist der Lack beschädigt. Und die Fliesen des Torwegs ebenfalls. Diese bekommt man nicht mehr wieder. Durch die Umbauarbeiten haben sich selbige auf weiten Strecken gelöst. Habt Ihr echt toll gemacht. Und wer renoviert das bitte wieder?

Meine Ma erzählte mir dass meine Oma den ganzen Tag über immer wieder vergaß, dass ich weg war. Und mittags habe Oma ihr mitgeteilt, dass sie Anfang Dezember zu ihrer Freundin nach Hagen fahren würde. Diese habe sie eingeladen. Ein Unding. Die Freundin weiß genau was mit Oma seit 3 Monaten los ist. Meine Ma besprach sich mit mir und rief dann diese Freundin an. Sie solle doch bitte lieber hierher kommen, denn Oma packt das nicht mehr so einfach. Daraufhin wurde diese Freundin pampig. Oma wäre gar nicht dement und sie kenne sich damit aus. Sie habe normal sich mit Oma am Telefon unterhalten. Und das mit der Tagespflege sei ja einmal die Woche auch ein Unding. Die würden sich gar nicht um Oma kümmern. Danach legte sie auf und rief meinen Onkel – Omas Sohn – an.

Dieser saß nun zwischen den Stühlen. Ich hatte ihm schon sehr viel davon berichtet was hier los ist, aber er hatte es nicht so gravierend empfunden. Nun war er dafür Oma selbst hinzufahren damit sie den Weg nicht hat. Jedoch nützt das wenig. Omas Freundin war beim letzten Besuch hier schon sehr erschrocken wie Oma sich verhielt und war mit Omas Aggressivität überfordert und nun will sie eine Woche die Verantwortung über Oma übernehmen? Das wird wohl kaum klappen. Wir sind mehrere Personen und kommen schon hin und wieder an nervliche Grenzen so dass wir sehr froh sind uns abwechseln zu können, wie soll die Freundin das dann schaffen? Ich redete knapp eine Stunde mit meinem Onkel. Er wird mit der Freundin nochmal sprechen und das Ganze umwerfen. Sie soll herkommen will er ihr sagen. Einfach wird es nicht. Er sitzt immer zwischen den Stühlen. Ich berichtete ihm nur mal ein paar Geschichten dieser Woche, diese haben ihn trotz meiner früheren Berichte überrascht. Im oberflächlichem Gespräch wirkt Oma normal. Sie spult einfach bestimmte Platten runter. Vorgefertigte lebenslang gelernte Sätze. Hinterfragt man jedoch nur einmal dann merkt man sehr schnell dass an diesen Sätzen keine Substanz ist. Und über längere Zeit merkt man auch dass eben nichts mehr normal ist.

Aber sie hat auch ein paar neue schöne Seiten an sich entwickelt. So legt sich nun hin und wieder Wert darauf dass Shira mit anderen Hunden spielt und gibt sie zu mir damit sie mit ihren Geschwistern toben kann. Das hätte sie früher nie in dem Maße getan wie heute.

Morgen ist Omas Probetag. Ich bin schon sehr gespannt wie es Oma gefallen wird. Ihre Freundin arbeitet ja gut dagegen. :( Dass Freunde und Familie nicht an einem Strang ziehen ist grausam und auch für die demente Person nicht hilfreich. Vor allem dass pflegende Angehörige, die es ja nun wirklich jeden Tag vor Augen haben, so von Außenstehenden angegangen werden, ist wahrlich nicht leicht. :(

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