Einige werden sich fragen ob ich nicht die Persönlichkeitsrechte meiner Oma verletze oder ob ich meine Oma nicht bloßstelle wenn ich hier so offen über sie und ihr Verhalten und all die Vorfälle ihrer Krankheit berichte.

Dazu möchte ich einmal Stellung beziehen.

Ich antworte da ganz knallhart mit Nein.

Meine Oma wird nie merken, dass ich hier über sie schreibe. Sie hat keinen PC und weiß nicht wirklich was das Internet ist. Die meisten ihrer Freunde leben bereits nicht mehr oder haben keine Ahnung vom Internet. Eine Bloßstellung vor ihren Bekannten oder Freundeskreis ist somit schon mal nicht gegeben. Die Verwandtschaft weiß eh wie es um sie steht.

Meine Oma war immer jemand die ihre Erfahrungen mit anderen Menschen teilte. Man konnte sie immer fragen und sie half immer gern. Somit glaube ich ganz ehrlich daran, dass sie bei klarem Verstand genauso wie ich diese Erfahrungen weitergeben würde.

Für mich ist es ein wenig Ballast abwerfen, wenn ich über die Erlebnisse hier schreibe. Ich schreibe es mir sozusagen von der Seele. Es hilft damit nicht nur mit sondern auch meiner Oma weil ich dadurch wieder freier zu ihr gehen kann und ihr besser helfen kann.

Und vielleicht hilft es auch anderen Betroffenen dass sie nicht allein, mit ihrem Schicksal der dementen Verwandten welche sie pflegen, sind. Ich selbst lese aktuell ein paar Bücher mit Erfahrungsberichten über die Pflege von Demenzerkrankten. Das hilft mir sehr. Auch dass ich darin las, dass ich nicht die Einzige bin die unsicher im Umgang ist und die immer wieder auf neue Probleme stößt. Man hat als pflegende Person doch immer Angst etwas falsch zu machen. Immer der schmale Grad zwischen was sein muss und was grade noch so geht.

Somit kann ich deutlich sagen, dass meine Oma hier nicht verunglimpft wird oder ähnliches. Es ist die Krankheit über welche ich schreibe.